Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Laserscanner auf dem Dach eines Google-Testwagens
Ein Laserscanner auf dem Dach eines Google-Testwagens (Bild: Stephen Lam/Reuters)

Autonomes Fahren: Laserscanner mit gefälschten Signalen getäuscht

Ein Laserscanner auf dem Dach eines Google-Testwagens
Ein Laserscanner auf dem Dach eines Google-Testwagens (Bild: Stephen Lam/Reuters)

Man nehme ein Raspberry Pi und einen Laserpointer: Mit dieser einfachen Ausrüstung ist es einem Sicherheitsforscher gelungen, dem Laserscanner eines autonomen Autos beliebige Objekte vorzugaukeln.

Anzeige

Teure Laserscanner autonomer Autos lassen sich offenbar mit einfachen Mitteln austricksen. Wie das Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum berichtete, ist es dem Sicherheitsexperten Jonathan Petit von Security Innovation gelungen, einem solchen Scanner (Lidar) Laserimpulse zuzusenden, die ihm die Existenz nicht vorhandener Objekte wie Fahrzeuge oder Fußgänger vorgaukelten. Dies könnte unter Umständen dazu führen, dass die Auswertungssoftware versucht, den nicht vorhandenen Objekten auszuweichen oder vor einer möglichen Kollision zu bremsen.

Petit benötigte nach eigenen Angaben für den Hack lediglich einen Laserpointer und einen Minicomputer wie das Raspberry Pi oder den Arduino. Selbst ein Pulsgenerator sei nicht erforderlich gewesen. Das einzige Problem habe darin bestanden, die Laserimpulse mit dem gehackten Lidar vom Typ IBEO Lux zu synchronisieren. "Ich kann Reflexionen eines imitierten Autos aufnehmen und sie an einen beliebigen Ort versetzen", sagte Petit. Es sei möglich gewesen, dem Lidar Objekte wie ein Fahrzeug, eine Mauer oder einen Fußgänger in einer Entfernung von 20 bis 350 Metern vorzutäuschen und sie sogar zu bewegen.

"Ich kann im Grunde eine DDoS-Attacke auf die Sensorsysteme ausführen, so dass reale Objekte nicht mehr erkannt werden", sagte Petit. Es sei nicht einmal erforderlich gewesen, mit dem Laserpointer exakt den Lidar zu treffen. Die Attacke habe vor, seitlich und hinter dem Lidar in einer Entfernung von bis zu 100 Metern funktioniert.

Sensordaten werden bereits plausibilisiert

Ob solch ein Angriff tatsächlich ein autonomes Auto vom Kurs abbringen kann, ist allerdings unklar. In der Regel werden die Daten der verschiedenen Sensortypen wie Radar, Videokamera, Ultraschall und Laser gegeneinander plausibilisiert. Wenn nur ein Sensor ein bestimmtes Objekt wahrnimmt, die anderen hingegen nicht, könnte diese Information als Fehlinterpretation ignoriert werden. Nach Angaben von Daimler kann eine gefüllte Blechdose beispielsweise Radarstrahlen so reflektieren, dass sie wie ein Fahrzeug wahrgenommen wird. Auch solche Daten müssen dann vom System verworfen werden.

Gefährlicher könnte dagegen ein kombinierter elektronischer Angriff auf die verschiedenen Sensorsysteme sein. Dem Bericht zufolge operieren die Nahbereichsradare der autonomen Autos aber in einem Frequenzbereich, der nicht ohne Lizenz genutzt werden kann. Petit räumte zudem ein, dass mit Hilfe eines Laserpointers auch jeder menschliche Autofahrer geblendet und irritiert werden könnte. Das Problem ist in diesem Fall also nicht auf autonome Autos beschränkt.

Möglich wurde der Hack laut Petit auch dadurch, dass die Impulse des Lidars nicht codiert oder verschlüsselt gewesen seien. Seine Forschung will er als Weckruf verstanden wissen. "Ein starkes System, das Fehlverhalten entdecken kann, könnte die Daten gegeneinander überprüfen und unplausible herausfiltern. Aber ich denke nicht, dass die Autohersteller dies bereits gemacht haben", sagte Petit. Inwieweit diese Einschätzung zutrifft, ist unklar. Möglicherweise haben die Hersteller mit den genuinen Problemen der Sensortechnik bereits genug zu kämpfen und solche externen Attacken noch nicht in ihre Entwicklungen einbezogen.


eye home zur Startseite
Bachsau 13. Sep 2015

Im Prinzip müssten autonome Autos genau so arbeiten, wie es auch der menschliche Fahrer...

m9898 08. Sep 2015

Ich kenne nur sehr wenige Ampeln die Nachts nicht abgeschaltet werden wenn sie nicht...

m9898 08. Sep 2015

Nicht unbedingt, so ein Laserstrahl ist nie perfekt gebündelt, wenn er dann noch von...

der_wahre_hannes 07. Sep 2015

Au ja. Wieviel Spaß der Normalbürger am täglichen autofahren hat, kann ich in einer Gro...

der_wahre_hannes 07. Sep 2015

Deine typisch "undeutsche" Logik "es kann gemacht werden, also brauchen wir auch kein...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. T-Systems International GmbH, Darmstadt
  2. Ratbacher GmbH, Frankfurt
  3. T-Systems International GmbH, verschiedene Standorte
  4. operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte, deutschlandweit


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Der Marsianer 8,79€, Blade Runner 8,97€, Interstellar 8,74€, X-Men Apocalypse 8,79€)
  2. 9,99€
  3. 29,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Hilton Digital Key im Kurztest

    Wenn das iPhone die Hoteltür öffnet

  2. Smartphone

    Essential Phone kommt mit zwei Monaten Verspätung

  3. Touch-ID deaktivieren

    iOS 11 bekommt Polizei-Taste

  4. Alternative Antriebe

    Hyundai baut Brennstoffzellen-SUV mit 580 km Reichweite

  5. Search Light

    Google testet schlanke Such-App

  6. 3D-Drucker

    Neues Verfahren erkennt Manipulationen beim 3D-Druck

  7. AVS Device SDK

    Amazon bringt Alexa auf Raspberry Pi und andere Boards

  8. Adblock Plus

    OLG München erklärt Werbeblocker für zulässig

  9. Streaming

    Netflix plant 7 Milliarden US-Dollar für eigenen Content ein

  10. Coffee Lake

    Core i3 als Quadcores und Core i5 als Hexacores



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mercedes S-Klasse im Test: Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
Mercedes S-Klasse im Test
Das selbstfahrende Auto ist schon sehr nahe
  1. Autonomes Fahren Fiat Chrysler kooperiert mit BMW und Intel
  2. 3M Verkehrsschilder informieren autonom fahrende Autos
  3. Waymo Autonomes Auto zerstört sich beim Unfall mit Fußgängern

LG 34UC89G im Test: Wenn G-Sync und 166 Hertz nicht genug sind
LG 34UC89G im Test
Wenn G-Sync und 166 Hertz nicht genug sind
  1. LG 43UD79-B LG bringt Monitor mit 42,5-Zoll-Panel für vier Signalquellen
  2. Gaming-Monitor Viewsonic XG 2530 im Test 240 Hertz, an die man sich gewöhnen kann
  3. SW271 Benq bringt HDR-Display mit 10-Bit-Panel

Windows 10 S im Test: Das S steht für schlechtes Marketing
Windows 10 S im Test
Das S steht für schlechtes Marketing
  1. Microsoft Neugierige Nutzer können Windows 10 S ausprobieren
  2. Surface Diagnostic Toolkit Surface-Tool kommt in den Windows Store
  3. Malware Der unvollständige Ransomware-Schutz von Windows 10 S

  1. Re: Mit 5,64 kg Wasserstoff etwa 600 km weit ???

    Psy2063 | 08:46

  2. Re: And die Golem Kommentar Experten mal wieder...

    Powerhouse | 08:46

  3. Re: Was nicht alles geht wenn konkurrenz da ist.

    Pixel5 | 08:45

  4. Re: Beim APM Alarm musste ich grinsen

    GeroflterCopter | 08:45

  5. Re: Nun ja nach Neustart wird auch Code benötigt

    Screeny | 08:41


  1. 09:01

  2. 08:36

  3. 07:30

  4. 07:16

  5. 17:02

  6. 15:55

  7. 15:41

  8. 15:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel