Abo
  • Services:

Israelisches Startup entwickelt optisches Radar

Ebenso wie Quanergy sieht auch Continental sein Produkt derzeit als konkurrenzlos. "Es gibt viele, die daran arbeiten. Aber wir sind momentan die einzigen, die das wirklich als Produkt vorstellen, das auch funktioniert", sagte Stadlbauer und fügte hinzu: "Wir wollen in Zukunft natürlich Tausende, Millionen von Sensoren verkaufen. Und wir sind uns sicher, mit dieser Technologie zu einem bezahlbaren Preis in einen Massenmarkt zu gehen." Dazu sei Continental bereit, "unter die 1.000 Euro zu gehen".

Stellenmarkt
  1. Dataport, Verschiedene Standorte
  2. Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart

Bei einer Ausstattung von vier bis sechs Lidaren kämen dann aber immer noch mehrere Tausend Euro zusammen. Allerdings könnten sich auf Dauer die Preise ebenso reduzieren, wie dies bei der Entwicklung von Kameras und Radarsensoren der Fall gewesen ist. Werden autonome Fahrzeuge von kommerziellen Betreibern wie Taxidiensten eingesetzt, dürften die zusätzlichen Kosten ohnehin eher zu verschmerzen sein.

Sensorchip mit Millionen Nanoantennen

Es ist daher gut möglich, dass bei autonomen Autos künftig unterhalb der Außenspiegel ein Lidar zu finden ist. Ob es Materialwissenschaftlern gelingt, diese ebenso unauffällig wie Radar- und Ultraschallsensoren in die Karosserie zu integrieren, bleibt abzuwarten. Laut Quanergy kann der S3-Lidar "versteckt in die Karosserie jedes Fahrzeugs eingebaut werden und gewährleistet so ein Design und eine Aerodynamik frei von jeglichen Einschränkungen". Auf der CES zeigte das Unternehmen zudem einen Autoscheinwerfer des japanischen Herstellers Koito, in den ein S3 integriert war.

Neben den beiden genannten Techniken für Festkörper-Lidare entwickelt das israelische Startup Oryx noch eine weitere Variante: eine Art optisches Radar. Das Besondere daran: Die von einem Laser ausgesandten langwelligen Infrarotstrahlen im Mikrometer-Spektrum werden nicht als Lichtimpuls, sondern mit Nanoantennen als Welle rezipiert, wie IEEE Spectrum berichtete.

Osram und Velodyne kündigen Systeme an

Am Ende von Oryx' Produktentwicklung könnte ein Sensorchip mit Millionen Nanoantennen und einer Auflösung von 100.000 Pixeln stehen. Dieser Lidar soll sogar in der Lage sein, über den Dopplereffekt direkt die Eigengeschwindigkeit der reflektierten Objekte bestimmen zu können. Weitere Vorteile: Die Auflösung soll auch auf größere Entfernung nicht abnehmen, der Sensor nicht durch direktes Sonnenlicht oder Nebel gestört werden. Zudem soll der Terahertz-Laser eine höhere Leistung ermöglichen, weil das menschliche Auge von dieser Frequenz nicht so geschädigt werden könne.

Die Entwicklung kostengünstiger und brauchbarer Festkörpersysteme scheint daher nur noch eine Frage der Zeit. Neben Continental und Quanergy hat auch Osram kürzlich zusammen mit Innoluce einen Vier-Kanal-Laser für den Einsatz in autonomen Autos präsentiert. Selbst Velodyne kündigte im vergangenen Monat ein "bahnbrechendes Konzept" für einen Festkörper-Lidar an. Welche der genannten Techniken sich letztlich durchsetzen wird, erscheint noch unklar. Es könnte aber durchaus sein, dass Elon Musk bald seine Entscheidung bereuen könnte, die autonomen Funktionen seiner Tesla-Autos ohne Lidar zu entwickeln.

 Autonomes Fahren: Laserscanner für den Massenmarkt kommen
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Life is Strange Complete Season 3,99€, Deus Ex: Mankind Divided 4,49€)
  2. 32,99€
  3. für 2€ (nur für Neukunden)
  4. 28,49€ (erscheint am 15.02.)

wsxedc 31. Jan 2017

Natürlich ist das der amerikanische Preis ohne Steuern. In Deutschland kommt natürlich...

timo.w.strauss 18. Jan 2017

Klingt interessant, aber fährt dann mein Auspuff schneller oder langsamer als der Rest...


Folgen Sie uns
       


AMD Radeon VII - Test

Die Radeon VII ist die erste Consumer-Grafikkarte mit 7-nm-Chip. Sie rechnet ähnlich schnell wie Nvidias Geforce RTX 2080, benötigt aber viel mehr Energie und ist deutlich lauter. Mit einem Preis von 730 Euro kostet die AMD-Karte überdies etwas mehr, die 16 GByte Videospeicher helfen nur selten.

AMD Radeon VII - Test Video aufrufen
Magnetfeld: Wenn der Nordpol wandern geht
Magnetfeld
Wenn der Nordpol wandern geht

Das Erdmagnetfeld macht nicht das, was Geoforscher erwartet hatten - Nachjustierungen am irdischen Magnetmodell sind erforderlich.
Ein Bericht von Dirk Eidemüller

  1. Emotionen erkennen Ein Lächeln macht noch keinen Frohsinn
  2. Ökostrom Wie Norddeutschland die Energiewende vormacht
  3. Computational Periscopy Forscher sehen mit einfacher Digitalkamera um die Ecke

Android-Smartphone: 10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen
Android-Smartphone
10 Jahre in die Vergangenheit in 5 Tagen

Android ist erst zehn Jahre alt, doch die ersten Geräte damit sind schon Technikgeschichte. Wir haben uns mit einem Nexus One in die Zeit zurückversetzt, als Mobiltelefone noch Handys hießen und Nachrichten noch Bällchen zum Leuchten brachten.
Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf

  1. Android Q Google will den Zurück-Button abschaffen
  2. Sicherheitspatches Android lässt sich per PNG-Datei übernehmen
  3. Google Auf dem Weg zu reinen 64-Bit-Android-Apps

Begriffe, Architekturen, Produkte: Große Datenmengen in Echtzeit analysieren
Begriffe, Architekturen, Produkte
Große Datenmengen in Echtzeit analysieren

Wer sich auch nur oberflächlich mit Big-Data und Echtzeit-Analyse beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe und Lösungen, die sich nicht sofort erschließen. Warum brauche ich eine Nachrichten-Queue und was unterscheidet Apache Hadoop von Kafka? Welche Rolle spielt das in einer Kappa-Architektur?
Von George Anadiotis


      •  /