Autonomes Fahren: Google und Tesla drängen auf das lenkradlose Auto

In Kalifornien könnten fahrerlose Autos verboten werden. Google warnt nun davor, die Kontrolle durch menschliche Fahrer zu überschätzen.

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Google will seine Autos auch ohne Fahrer losschicken dürfen.
Google will seine Autos auch ohne Fahrer losschicken dürfen. (Bild: Elijah Nouvelage/Reuters)

Sollten Googles autonome Autos ausgerechnet an dessen Heimatstandort Kalifornien verboten werden? Nachdem die kalifornische Straßenverkehrsbehörde DMV im Dezember 2015 entsprechende Vorschläge veröffentlicht hatte, sieht der Suchmaschinenkonzern die Pläne für seine selbstfahrende Kugel in Gefahr. In einer öffentlichen Anhörung am Donnerstag in Sacramento warnte Googles Projektleiter Chris Urmson daher vor einer solchen Regelung. Dem Gesetzentwurf des DMV zufolge müssen autonome Autos von einem Fahrer gesteuert werden, der jederzeit die Kontrolle übernehmen kann.

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US-Medienberichten zufolge sagte Urmson nun: "Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung völlig autonomer Fahrzeuge, die keine menschliche Kontrolle erfordern." Würden die von der DMV vorgeschlagenen Regelungen umgesetzt, wären diese Autos in Kalifornien nicht erhältlich.

Google: Menschliche Überwachung macht Fahren nicht sicherer

Dass die Nutzer und Behörden in der Debatte skeptischer geworden sind, hat sich Google zum Teil selbst zuzuschreiben. So hat der Konzern erst vor kurzem eingeräumt, dass seine Autos doch nicht so sicher sind, wie lange Zeit behauptet worden war. Demnach mussten bei den Testfahrten auf kalifornischen Straßen die menschlichen Fahrer seit Herbst 2014 knapp 70-mal eingreifen, um gefährliche Situationen zu entschärfen. In 13 Fällen seien dabei Unfälle verhindert worden.

Dennoch warnte Urmson nach Angaben des Wall Street Journals in der Anhörung davor, menschlichen Fahrern die Kontrolle über die autonomen Autos zu überlassen. Dies werde die Sicherheit nicht erhöhen. "Wir haben viel Erfahrung gesammelt, was die Überwachung eines automatisierten Autos durch Menschen über einen längeren Zeitraum betrifft. Sie machen es schlecht", sagte Urmson dem Bericht zufolge. Er verwies darauf, dass die Software schnell verbessert und bald zur Verfügung stehen werde. Ein Datum nannte er jedoch nicht.

DMV setzt vor allem auf Sicherheit

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Andere Autohersteller unterstützen Urmson. "Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem erwiesen ist, dass autonome Autos sicherer als Menschen sind", sagte Matt Schwall von Tesla Motors. Das offensichtliche Verbot eines völlig autonomen Fahrens sei daher überflüssig und führe dazu, dass der Sicherheitsvorteil nicht genutzt werden könne.

In der Anhörung waren den Berichten zufolge auch mehrere Vertreter von Behindertenverbänden anwesend. Diese zeigten sich enttäuscht darüber, dass behinderte Menschen die autonomen Autos vorerst nicht selbst nutzen dürfen.

DMV-Chefjurist Brian Soublet verteidigte hingegen die vorsichtige Herangehensweise seiner Behörde, die autonome Autos nicht prinzipiell verhindern wolle. "Wir wollen dahin kommen, aber wollen das auf einem Weg erreichen, der für alle sicher ist", sagte er. Möglicherweise wird es den Autokonzernen demnächst aber in Kalifornien erlaubt, ihre autonomen Autos völlig ohne Fahrer im öffentlichen Verkehr zu testen. Das sagte ein DMV-Sprecher dem Sender KCRA.

Die Behörde hat für kommende Woche eine weitere öffentliche Anhörung in Los Angeles anberaumt, bevor dann das eigentliche Gesetzgebungsverfahren startet. Unklar scheint derzeit, inwieweit bundesstaatliche Regelungen zu autonomen Autos mit Vorgaben der US-Bundesbehörden kollidieren könnten. So hatte Verkehrsminister Anthony Foxx erst kürzlich angekündigt, dass die Straßenverkehrsbehörde NTHSA entsprechende Richtlinien innerhalb der kommenden sechs Monate ausarbeiten wolle.

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