Autonomes Fahren: Geohot fährt autonom

Der Hacker George Hotz, auch bekannt als Geohot, der 2007 das iPhone entsperrte , hat ein autonom fahrendes Auto entwickelt. Tesla-Motors-Chef Elon Musk bezweifelt die Tauglichkeit des Systems.
Hotz hatte dem US-Wirtschaftsmagazin Businessweek(öffnet im neuen Fenster) seine Entwicklung vorgeführt. Basis ist ein Acura ILX(öffnet im neuen Fenster) . Hotz habe ein Lidar auf dem Dach und eine Kamera am Rückspiegel angebracht. Den Schaltknüppel hat er durch einen Joystick ersetzt.
Das Handschuhfach fehlt
Die nötige Elektronik befindet sich dort, wo früher das Handschuhfach war. Das hat Hotz ausgebaut. Der Bordcomputer läuft mit Ubuntu-Linux. Die Statusmeldungen kann er auf einem 21,5 Zoll großen Display ablesen, das er am Armaturenbrett angebracht hat. Das sei größer als das in Teslas Model S, sagt Hotz. Tesla rühmt sich, das 17,5-Zoll-Display sei das größte in einem Auto.
Wie viele Systeme für automatisiertes Fahren ist auch dieses für den Einsatz auf der Autobahn gedacht, nicht für den Stadtverkehr. Hotz hat Businessweek auf eine Probefahrt auf einem Highway außerhalb von San Francisco mitgenommen.
Hotz will sein System vermarkten
Hotz will ein System für automatisiertes Fahren bauen und auf den Markt bringen. Es besteht aus der Software zur Steuerung sowie handelsüblichen Kameras, die an verschiedenen Stellen im Auto angebracht werden sollen. Die Software sei ein neuronales Netz und funktioniere deutlich besser als die des israelischen Unternehmens Mobileye, die unter anderem Tesla im Autopilot des Model S einsetzt.
Hotz' Plan ist, das Set für 1.000 US-Dollar auf den Markt zu bringen. Kaufen sollen es entweder Hersteller, die das System in ihre Fahrzeuge integrieren, oder Bastler, die ihr Auto selbst zum Roboterauto umfunktionieren wollen. Einige seiner Freunde hätten schon Interesse angemeldet.
Musk kritisiert Hotz
Ob ihn das größere Display geärgert hat oder die Kritik an Mobileye? Tesla-Chef Musk bezweifelt, dass es Hotz gelungen ist, ein automatisiert oder teilautomatisiert fahrendes Auto entwickelt zu haben: "Unserer Ansicht nach ist es extrem unwahrscheinlich, dass eine Einzelner oder auch ein kleines Unternehmen ohne umfassendes Ingenieurswissen in der Lage ist, ein autonomes Fahrsystem anzufertigen, das in Serienfahrzeugen eingesetzt werden kann" , heißt es in einer Erklärung auf der Tesla-Website(öffnet im neuen Fenster) .
Ein solches System könne als Demonstration auf einer bekannten Route funktionieren - ein solches System habe Tesla vor zwei Jahren auch gehabt. Es erfordere aber viel Arbeit und Millionen Meilen auf vielen verschiedenen Straßen, die Fehler zu beseitigen.
Es sei relativ einfach, eine selbstlernende Software zu entwickeln, die zu 99 Prozent korrekt sei. Damit ein autonomes Fahrsystem zuverlässig funktioniere, müsse es aber zu 99,9999 Prozent richtig liegen - und das zu erreichen, sei "weitaus schwieriger" .



