Autonomes Fahren: Finanzspritze in Milliardenhöhe für Google-Schwester Waymo

Googles Mutterkonzern Alphabet will die Entwicklung selbstfahrender Autos offenbar nicht mehr alleine finanzieren. Die ausgegliederte Tochterfirma Waymo hat nun eine ganze Reihe an Investoren gefunden.

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Waymos Lieferdienst heißt künftig Waymo Via.
Waymos Lieferdienst heißt künftig Waymo Via. (Bild: Waymo)

Die Google-Schwesterfirma Waymo will die Entwicklung selbstfahrender Autos künftig auch mit externen Mitteln finanzieren. Eine erste Finanzierungsrunde habe dem Unternehmen 2,25 Milliarden US-Dollar eingebracht, teilte Waymo am Montag mit. Zu den Investoren gehören der kalifornische Investmentfonds Silver Lake, ein kanadischer Pensionsfonds sowie die Mubadala Investment Company aus Abu Dhabi. Weiteres Geld kommt vom kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer Magna, der Investmentfirma Andreessen Horowitz von Mosaic-Entwickler Marc Andreessen, dem Autoteilehändler Auto Nation und dem Mutterkonzern Alphabet selbst.

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Waymo-Chef John Krafcik verwies darauf, dass es schon immer das Ziel des Unternehmens gewesen sei, im Team mit Autoherstellern, Zulieferern, operativen Partnern und Gemeinden "den erfahrensten Fahrer der Welt zu entwickeln und einzusetzen". Nun werde dieses Team um Finanzinvestoren und wichtige strategische Partner erweitert, die jahrzehntelange Erfahrung darin hätten, "in erfolgreiche Technologieunternehmen zu investieren und sie bei der Entwicklung umwälzender Produkte zu unterstützen". Vertreter von Silver Lake und des kanadischen Pensionsfonds sollen künftig in der Firmenspitze vertreten sein.

Kein Autohersteller als Investor

Allerdings fällt auf, dass bislang kein Autohersteller bei Waymo direkt eingestiegen ist. Schon 2018 hatte Waymo mitgeteilt, für seine autonome Taxi-Flotte 60.000 Minivans bei Fiat Chrysler und 20.000 elektrische I-Pace bei Jaguar bestellt zu haben.

Der neue Investor Magna unterstützt Waymo in einer Fertigungsstätte in Detroit im US-Bundesstaat Michigan dabei, die autonome Fahrzeugtechnik in Autos einzubauen. Nach Angaben von Ars Technica kooperiert Waymo zudem schon mit Auto Nation, um die Fahrzeugflotte zu warten und zu reparieren. Laut Waymo hat die Fabrik in Detroit bereits die ersten selbstfahrenden Fahrzeuge ausgeliefert. Das seien Elektroautos und schwere Lkw mit Hardware der fünften Generation. Die Lieferdienste sollen künftig unter Waymo Via firmieren, während für die Personenbeförderung Waymo One genannt wird.

Hohe Ausgaben bei geringen Einnahmen

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Nach Angaben der Portals The Information (Paywall) hat Waymo im vergangenen Jahr die Zahl seiner Mitarbeiter von 800 auf 1.500 fast verdoppelt. Das bedeute Ausgaben in Höhe von fast einer Milliarde US-Dollar im Jahr, während die Einnahmen aus dem Taxi-Dienst erst bei einigen Hunderttausend Dollar im Jahr lägen. Bislang hat Waymo noch keine eigenen Finanzberichte veröffentlicht.

Die Einstellungswelle im vergangenen Jahr könnte ein Indiz dafür sein, dass die Waymo-Technik doch noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie aus den Ankündigungen hervorzugehen schien. Inzwischen testet Waymo aber tatsächlich im US-Bundesstaat Arizona fahrerlose Autos, die ohne Testfahrer unterwegs sind. Genaue Details über den Einsatz der fahrerlosen Autos nannte Waymo jedoch nicht.

Wie hoch das Unternehmen in der Finanzierungsrunde bewertet wurde, ist unklar. Die Investmentbank Morgan Stanley bezifferte im August 2018 den potenziellen Wert der Alphabet-Tochter auf 175 Milliarden US-Dollar, zu denen der geplante Mitfahrdienst 80 Milliarden US-Dollar beitragen soll. Anderen Berichten zufolge ist von 50 Milliarden US-Dollar die Rede. Damit würde Waymo immer noch deutlich höher als Konkurrenzfirmen wie die General-Motors-Tochter Cruise bewertet. Deren Wert werde auf 15 Milliarden US-Dollar geschätzt, berichtete The Verge.

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