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Autonomes Fahren: Fernride steuert Lkw auf dem Betriebsgelände fern

Weil es einen Mangel an Fahrern gibt, soll ein Fahrer künftig mehrere Lkw fernsteuern. In Zukunft soll das eine Software übernehmen.
/ Werner Pluta
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Automatisierter Lkw von Daimler (Symbolbild): automatisiertes Fahren auf der Straße als Langfristziel (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
Automatisierter Lkw von Daimler (Symbolbild): automatisiertes Fahren auf der Straße als Langfristziel Bild: Werner Pluta/Golem.de

Automatisiert über den Hof: Das Münchener Startup Fernride entwickelt ein System, um Lkw automatisiert fahren zu lassen – aber nicht auf der Straße.

Fernride, eine Ausgründung der Technischen Universität in München (TUM), hat einen Nachrüstsatz entwickelt, mit dem Lkw für hochautomatisiert (Level 4) fahren können. Dazu gehört eine Schnittstelle, um Gaspedal, Bremse und Lenkrad zu bedienen sowie eine Reihe von Sensoren zur Umwelterfassung, darunter zwölf Kameras. Über ein Kommunikationsmodul ist das Fahrzeug mit einer Leitstelle verbunden.

Von der Leitzentrale aus werden die Fahrzeuge von Menschen gesteuert. Die Operatoren sähen die Szenerie auf dem Bildschirm in einer 3D-Umgebung, sagte Hendrik Krämer, einer der Fernride-Gründer, der Wirtschaftstageszeitung Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) . So könne der Mensch in der Leitzentrale die Situation besser beurteilen als ein Fahrer im Lkw.

Die Software lernt

Eine Software mit Künstlicher Intelligenz unterstützt den Menschen dabei und lernt gleichzeitig von ihm. "Künstliche Intelligenz ist noch nicht weit genug, den fahrerlosen Prozess umzusetzen" , sagte Kramer. "Aber wir können sie in diesem relativ einfachen Anwendungsfall trainieren und die Technologie damit weiterentwickeln."

Anfangs werde ein Fahrer in der Leitzentrale nur ein Fahrzeug bedienen können. Da nie alle Lkw gleichzeitig fahren, soll jedoch ein Fahrer ausreichen, um 25 Fahrzeuge zu steuern. Durch die lernfähige Software werde das System mit der Zeit aber immer besser, so dass der Fahrer nur noch in schwierigen Situationen eingreifen muss und mehrere Fahrzeuge gleichzeitig bedienen kann.

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Fernride sieht in der automatisierten Steuerung von Lkw auf nicht-öffentlichen Straßen einen wichtigen Markt: "Es gibt in Europa 100.000 Lastwagen, die das Werksgelände nie verlassen" , sagte Kramer. Für die eigne sich das System. Fernride nehme auch keine Arbeitsplätze weg, da viele Unternehmen Lkw-Fahrer suchten und nicht fänden. Langfristig will das Startup aber aus den abgegrenzten Bereichen heraus: "Das Ziel ist, die Technologie so robust zu machen, dass man damit Stück für Stück auf die Straße gehen kann."

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