Autonomes Fahren: Experten wollen automatisiertes Fahren mit 130 km/h zulassen

Bisher darf der Staupilot von Mercedes nur 60 km/h auf der Autobahn fahren. Das könnte sich bald ändern.

Artikel veröffentlicht am , dpa/
Hände weg vom Lenkrad - bald auch bei Tempo 130
Hände weg vom Lenkrad - bald auch bei Tempo 130 (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Hochautomatisiert mit 130 km/h auf der Autobahn: Ein Expertengremium bei den Vereinten Nationen will die Höchstgeschwindigkeit für automatisiertes Fahren der Stufe 3 in bestimmten Verkehrssituationen anheben. Auch Spurwechsel sollen erlaubt werden.

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Das Gremium für automatisiertes und vernetztes Fahren bei der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (United Nations Economic Commission for Europe, UNECE) setzt sich dafür ein, dass die computergesteuerten Fahrzeuge künftig 130 km/h fahren dürfen. Bisher ist die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt. Das berichtet die Deutsch Presseagentur (dpa) unter Berufung auf die UNECE.

Der Vorschlag muss noch vom Weltforum für die Harmonisierung von Fahrzeugvorschriften (World Forum for the Harmonization of Regulations, kurz WP.29) der UNECE abgesegnet werden. Das tagt vom 21. bis 24. Juni in Genf. Dem von WP.29 geschaffenen Übereinkommen für Fahrzeuge gehören über 60 Länder weltweit an, darunter die Europäische Union und deren Mitglieder. Andere Länder, darunter die USA und China, haben eigene Standards für automatisiertes Fahren.

Die EU will die Regelung umsetzen

Die Zustimmung von WP.29 gilt als Formsache. Die Regel könnte dann nach etwa sechs Monaten in Kraft treten. "Die EU hat in der Arbeitsgruppe bereits signalisiert, dass sie die neue Bestimmung umsetzen will", sagte Francois Guichard, Sekretär des Expertengremiums, der dpa. Es sei möglich, dass solche Autos dann in ein bis zwei Jahren auf dem Markt seien.

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Beim hochautomatisierten Fahren (Level 3) muss der Fahrer das Fahrzeug nicht dauerhaft überwachen, während es selbst fährt - im Unterschied zu Level 2, wo der Fahrer dauerhaft aufmerksam sein und die Hände stets am Lenkrad haben muss. Allerdings ist das hochautomatisierte Fahren derzeit auf bestimmte Verkehrssituationen auf der Autobahn, etwa bei Staus, erlaubt. In kritischen Situationen muss der Fahrer aber auch bei Level 3 wieder die Steuerung des Fahrzeugs übernehmen.

Das erste Fahrzeug auf dem Markt mit einem sogenannten Staupiloten war der Honda Legend Hybrid EX. Zudem bietet Mercedes für einen elektrische Luxuslimousine EQS optional ein solches System an.

Audi hatte vor einigen Jahren einen A7 mit einem Autobahnpilot ausgestattet. Golem.de hatte das System seinerzeit ausprobiert. Auf den Markt gebracht hat es der Hersteller jedoch nicht.

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