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Udo di Fabio (3. v. l.) und Alexander Dobrindt (4. v. r.) präsentieren den Kommissionsbericht.
Udo di Fabio (3. v. l.) und Alexander Dobrindt (4. v. r.) präsentieren den Kommissionsbericht. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Autonomes Fahren: Ethikkommission tappt nicht in die Dilemma-Falle

Udo di Fabio (3. v. l.) und Alexander Dobrindt (4. v. r.) präsentieren den Kommissionsbericht.
Udo di Fabio (3. v. l.) und Alexander Dobrindt (4. v. r.) präsentieren den Kommissionsbericht. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Ethikkommission zum autonomen Fahren hat durchaus praktikable Vorschläge vorgelegt. Lediglich beim Punkt IT-Sicherheit sind die Forderungen sehr wolkig.

Die Ethikkommission der Bundesregierung zum automatisierten und vernetzten Fahren sieht in der neuen Technik eine große Chance, die Verkehrssicherheit in Deutschland zu erhöhen. "Ich bin davon überzeugt, dass wir dann keine 3.000 Toten mehr haben", sagte der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio bei der Vorstellung des Abschlussberichts der Kommission am Dienstag in Berlin.

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Die Einführung automatisierter Fahrsysteme könne sogar "ethisch und gesellschaftlich geboten sein", wenn dadurch die Schäden gemindert würden. Den "ethischen Regeln" zufolge ist die Zulassung automatisierter Systeme jedoch "nur vertretbar, wenn sie im Vergleich zu menschlichen Fahrleistungen zumindest eine Verminderung von Schäden im Sinne einer positiven Risikobilanz verspricht".

Einen Nutzungszwang für autonome Autos, wie sie kürzlich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ins Spiel gebracht hatte, lehnen Kommission und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) derzeit jedoch ab.

Mit besonderer Spannung war erwartet worden, welche Empfehlung die Kommission für den Umgang mit sogenannten Dilemma-Situationen geben wird. Soll das Fahrzeug bei einer unvermeidlichen Kollision eher in eine Fußgängergruppe fahren oder in den Gegenverkehr ausweichen? Die Bundesregierung hatte in einem Strategiepapier gefordert, dass die Kommission "klare Leitlinien für Algorithmen entwickelt, welche die Fahrzeugreaktionen in Risikosituationen bestimmen".

Unfallvermeidung ist entscheidend

Doch die Kommission, der neben di Fabio weitere Juristen sowie Philosophen, ein katholischer Bischof und Vertreter von Autokonzernen angehörten, erfüllte diese kaum lösbare Aufgabe nicht. "Technische Systeme müssen auf Unfallvermeidung ausgelegt werden, sind aber auf eine komplexe oder intuitive Unfallfolgenabschätzung nicht so normierbar, dass sie die Entscheidung eines sittlich urteilsfähigen, verantwortlichen Fahrzeugführers ersetzen oder vorwegnehmen könnten", heißt es unter Punkt 8 des 30-seitigen Abschlussberichts. In der Rückschau getroffene Urteile, die auch die Schuld des Fahrers in solchen Situationen berücksichtigen, "lassen sich nicht ohne weiteres in abstrakt-generelle Ex-Ante-Beurteilungen und damit auch nicht in entsprechende Programmierungen umwandeln".

Laut di Fabio gab es bei diesem Punkt widerstreitende Überzeugungen in der Kommission, so dass auf eine konkrete Forderung für den Umgang mit solchen Fällen verzichtet worden sei. Lediglich in einem Punkt ist das Urteil eindeutig: "Bei unausweichlichen Unfallsituationen ist jede Qualifizierung nach persönlichen Merkmalen (Alter, Geschlecht, körperliche oder geistige Konstitution) strikt untersagt." Eine allgemeine Programmierung auf eine Minderung der Zahl von Personenschäden könne aber vertretbar sein.

Testfahrten auf der A 9

Die Kommission hat ihre Empfehlungen nicht aus dem berühmten Elfenbeinturm heraus entwickelt. Laut di Fabio setzten sich die 14 Kommissionsmitglieder mehrfach auf der Autobahn 9 in "Versuchträger" der Autokonzerne, um selbst das Lenkrad im autonomen Modus loslassen zu können. "Das ist eine interessante Erfahrung", sagte di Fabio. Als er beim zweiten Mal wieder das Steuer übernehmen sollte, sei er schon "unwillig" gewesen. Selbst bei starkem Regen sei der Computer wohl besser gefahren als er selbst.

Zwar soll die Einführung der neuen Technik nach Ansicht der Kommission keine Frage der Bequemlichkeit sein. Allerdings verlangen sie von Herstellern und Zulassungsbehörden auch nicht den Nachweis der absoluten Fehlerfreiheit. "Die Vermeidung von Unfällen ist Leitbild, wobei technisch unvermeidbare Restrisiken einer Einführung des automatisierten Fahrens bei Vorliegen einer grundsätzlich positiven Risikobilanz nicht entgegenstehen", heißt es in Punkt 3.

Völlige Vernetzung und Steuerung als Gefahr 

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/mecki78 21. Jun 2017

In so einer Situation, wo ein Fahrer nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit hat eine...

plutoniumsulfat 21. Jun 2017

Natürlich muss das berücksichtigt werden. Hier argumentieren scheinbar einige, die...

plutoniumsulfat 21. Jun 2017

Richtig, ein Großteil der Straßentoten ließe sich damit ohnehin schon vermeiden. Egal...

plutoniumsulfat 21. Jun 2017

Die Poller sind auch keine gute Lösung. die müsste man ja dann jeden Meter an jedem Stra...

plutoniumsulfat 21. Jun 2017

Blöd nur, dass gerade da gelegentlich Fußgänger laufen :D



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