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Autonomes Fahren: Doge behindert Tesla-Projekte

In der US-Behörde für Verkehrssicherheit sind bevorzugt Personen entlassen worden, die sich mit der Sicherheit beim autonomem Fahren befasst haben.
/ Mike Faust
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Der Betrieb von Teslas Cybercab hängt von einer Genehmigung des NHTSA ab. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Der Betrieb von Teslas Cybercab hängt von einer Genehmigung des NHTSA ab. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Die vom Department of Government Efficiency (Doge) bei der US-amerikanischen Behörde für Verkehrssicherheit durchgeführten Entlassungen betreffen vor allem Angestellte, die die Risiken selbstfahrender Autos bewertet haben. Wie die Financial Times berichtet(öffnet im neuen Fenster) , ist dadurch die Aufsicht über Technologien für autonomes Fahren stark eingeschränkt.

Laut dem Bericht waren die Angestellten der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) Teil der von Doge durchgeführten Massenentlassungen, von denen mindestens 20.000 US-Bundesbedienstete betroffen waren. Außerdem stärke dies den Verdacht, dass Elon Musk mit Doge bevorzugt US-Behörden demontiere , die seine Unternehmen regulierten oder Verträge mit diesen hätten.

Die NHTSA leitete zuvor acht laufende Untersuchungen gegen Tesla, nachdem sie mehr als 10.000 Beschwerden von US-Bürgern erhalten und diese auch veröffentlicht hatte. Ein ehemaliger Mitarbeiter der NHTSA sagte dazu: "Es besteht ein klarer Interessenkonflikt, wenn jemand mit Geschäftsinteressen Einfluss auf Ernennungen und die Politik der Behörde hat, die diese reguliert."

Sicherheit hat weiterhin oberste Priorität

Unter den verbleibenden Mitarbeitern soll nun eine angespannte Atmosphäre herrschen, heißt es weiter. "Musk hat die Federal Aviation Administration (FAA) und die Federal Communications Commission (FCC) angegriffen, um SpaceX zu begünstigen. Warum sollte er die NHTSA verschonen?" , sagte ein weiterer, ehemaliger Angestellter.

Musk drängte den ehemaligen FAA-Direktor Michael Whitaker aus dem Amt , weil dieser eine Geldstrafe gegen SpaceX verhängt hatte, und setzte durch, dass die Flugsicherung der USA mithilfe von Starlink-Satelliten modernisiert wird. Den ehemaligen Chef der FCC drängte Elon Musk zum Rücktritt, nachdem dieser eine Vereinbarung zur Bereitstellung von Breitbandinternetdiensten via Starlink in ländlichen Gebieten der USA widerrufen hatte.

In einer Erklärung sagte die NHTSA, dass die Sicherheit weiterhin oberste Priorität habe und sie alle Autohersteller im Einklang mit ihren Vorschriften zur Rechenschaft ziehen würden. Man betonte, dass die Untersuchungen der Behörde auch weiterhin unabhängig seien.

Tesla-Manager nicht begeistert

Bei Tesla selbst sei man von den Entlassungen nicht begeistert, da für das Unternehmen viel vom Erfolg seiner Full-Self-Driving-Software abhänge, heißt es weiter. Der Autobauer möchte mit Cybercabs ab Juni 2025 einen fahrerlosen Taxi-Service in Austin, Texas, anbieten . Dafür benötigt Tesla allerdings eine Ausnahmegenehmigung der NHTSA für den Betrieb eines nicht standardisierten, fahrerlosen Fahrzeugs.

Ein Manager von Tesla sagte dazu: "Die Mitarbeiter der autonomen Abteilung feuern zu lassen, ist reiner Wahnsinn – wir sollten uns dafür einsetzen, dass die NHTSA um neue Mitarbeiter erweitert wird. Sie müssen einen nationalen Rahmen für autonome Fahrzeuge entwickeln, sonst hat Tesla keine Chance, mit FSD [Full Self Driving] oder Robotaxis zu wachsen."


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