Autonomes Fahren: Die neue S-Klasse übernimmt im Stau das Lenkrad

Das selbstfahrende Auto wird Realität: Mercedes will im nächsten Jahr einen Staupiloten auf den Markt bringen. Deutschland wird weltweit Vorreiter.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Das Surfen im Internet während des Fahrens ist künftig möglich.
Das Surfen im Internet während des Fahrens ist künftig möglich. (Bild: Daimler)

Der Autokonzern Daimler will im kommenden Jahr als weltweit erster Hersteller ein autonomes System auf den Markt bringen. "Voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2021 wird die S-Klasse mit dem neuen Drive Pilot bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland hochautomatisiert fahren können", teilte das Unternehmen mit. Das soll die Fahrer entlasten und in solchen Situationen Nebentätigkeiten wie das Surfen im Internet oder Bearbeiten von E-Mails erlauben.

Inhalt:
  1. Autonomes Fahren: Die neue S-Klasse übernimmt im Stau das Lenkrad
  2. Drittes Sensorprinzip unverzichtbar
  3. System für Notfälle ausgelegt
  4. Weitere Länder sollen folgen

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die zuständigen UN-Gremien im ersten Halbjahr 2020 auf die Zulassungskriterien für autonome Autos der sogenannten Stufe 3 geeinigt. Vom kommenden Jahr an können daher erstmals selbstfahrende Serienautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Der automatische Spurhalteassistent darf allerdings nur auf autobahnähnlichen Straßen ohne Fuß- und Radverkehr bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde (km/h) aktiv sein.

Paradigmenwechsel im Autoverkehr

Nachdem sich die deutschen Hersteller mit offiziellen Ankündigungen für den konkreten Einsatz der Technik bisher zurückgehalten haben, geht Daimler nun in die Offensive. "Erstmals übernimmt damit das Fahrzeug die Fahraufgabe, solange der Drive Pilot in der Mercedes-Benz S-Klasse aktiv ist. Dies ist ein Paradigmenwechsel", heißt es von dem Hersteller.

In der Tat. Nachdem seit Jahren das autonome Fahren als wichtige Zukunftstechnik propagiert wird, könnte es in gut einem Jahr tatsächlich Realität werden. Daimler würde damit auch den Konkurrenten Audi ins Hintertreffen bringen, der zwar schon 2017 eine entsprechende Technik für den A8 angekündigt hatte, aber in diesem Frühjahr einen Rückzieher machen musste. Dabei sind die Konzepte der beiden Hersteller sehr ähnlich, was die technische Umsetzung betrifft.

Mit Lidar und HD-Karten

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Ebenso wie Audi setzt auch Daimler auf einen Laserscanner (Lidar) als weiteres Sensorprinzip. Doch nicht nur das: Um das Fahrzeug auf der Fahrbahn exakt zu positionieren und die Straßengeometrie zu berücksichtigen, werden hochauflösende Karten verwendet. Dazu hat Daimler zusammen mit anderen deutschen Herstellern bereits im Jahr 2015 den Kartenanbieter Here übernommen. Die Fahrzeugposition werde über ein hochgenaues Positionierungssystem ermittelt, "das weit über übliche GPS-Systeme hinausgeht", erklärt Daimler.

Zur Begründung heißt es: "Aus Sicht von Mercedes-Benz lässt sich der sichere Betrieb eines solchen Systems nur durch den Einsatz eines erweiterten Sensorensets, das zusätzlich Lidar, hochgenaue Positionierung und eine HD-Map umfasst, realisieren." Damit verfolgt Daimler einen anderen Weg als Tesla-Chef Elon Musk, der den Einsatz dieser Sensoren ablehnt und behauptete: "Jeder, der sich auf Lidar verlässt, ist zum Scheitern verurteilt. Teure Sensoren, die nutzlos sind." Tesla setzt stattdessen auf viele Kameras und Radarsensoren.

Warum spart Daimler sich nicht die teuren Komponenten?

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Drittes Sensorprinzip unverzichtbar 
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DasJupp 01. Sep 2020

Der Fahrer hat auch nicht gebremst...

robinx999 31. Aug 2020

Wirklich public wurde es erst nachdem es Burgeking getweetet hatte, und Tesla hat dann...

berritorre 31. Aug 2020

Ich habe keinen Mercedes und werde mir vermutlich auch nie eine leisten können. Aber...

berritorre 31. Aug 2020

Naja, unschlagbar... Einfach mal Waze probieren. ;-) Aber: in Deutschland hat Waze auch...



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