Drittes Sensorprinzip unverzichtbar

Der zuständige Entwicklungsleiter für autonomes Fahren bei Daimler, Michael Hafner, verteidigte im Gespräch mit Golem.de das Sicherheitskonzept. "Wir sind in unseren Sicherheitsüberlegungen eindeutig zu dem Ergebnis gekommen, dass wir ein drittes Sensorprinzip brauchen. Es sind eine Reihe von Situationen denkbar, bei denen Kamera und Radar durch tief stehende Sonne oder andere Effekte irritiert werden können", sagte Hafner und fügte hinzu: "Deshalb reichen uns diese beiden Sensoren alleine nicht, um die Ausfallraten zu erreichen, die wir für ein hochautomatisiertes System aus den Normen der funktionalen Sicherheit abgeleitet haben." Bei den Sicherheitsanforderungen nach ASIL D seien Ausfallraten von 10 hoch minus 9 vorgeschrieben.

Stellenmarkt
  1. Chief Information Security Officer / CISO (m/f/d
    J.M. Voith SE & Co. KG, Heidenheim
  2. Informatiker (w/m/d) für elektronische Formularverarbeitung
    Stadt Erlangen, Erlangen
Detailsuche

Daimler setzt dabei auf das Prinzip, bei den Sensoren eine "Zwei aus drei"-Auswahl treffen zu können. "Es müsste schon viel technologisch bei Kamera und Radar passieren, um das zu ändern. Nur durch Software kann man nicht kompensieren, was in den Sensoren gegebenenfalls verloren geht", sagte Hafner. Neben dem Lidar verfügt das System über eine weitere Kamera in der Heckscheibe und über Mikrofone, die insbesondere Blaulicht und Sondersignale von Einsatzfahrzeugen erkennen sollen. Das Fahrzeug macht auch selbstständig eine Rettungsgasse frei.

Autobahnnetz wird genau kartografiert

Ein Novum ist zudem der Einsatz hochauflösender Karten. Daimler greift dabei auf Erfahrungen zurück, die 2013 bei der autonomen Fahrt einer modifizierten S-Klasse auf der historischen Bertha-Benz-Strecke gemacht wurden. Diese Fahrt durch Städte und über Landstraßen wurde zweieinhalb Jahre lang akribisch vorbereitet, um die Fahrzeugposition mit den eigens aufgenommenen Karten zentimetergenau bestimmen zu können.

Dieses Konzept wird bei Staupiloten ebenfalls umgesetzt. "Unser Ziel ist es, dass wir als erstes das Autobahnnetz in Deutschland weitestgehend erschlossen haben werden. Bis Mitte nächsten Jahres wollen wir über 90 Prozent der Autobahnstrecke Deutschlands grundsätzlich abdecken", sagte Hafner. Dazu seien die entsprechenden HD-Karten erforderlich "und wir müssen sehen, dass unsere hochgenaue Positionierung alle Bereiche abdeckt. Wenn diese Dinge gegeben sind, ist die Autobahn im Grunde für unser System erschlossen."

Autos aktualisieren ihre Karten selbst

Golem Akademie
  1. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14.–15. Oktober 2021, Virtuell
  2. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Allerdings gibt es weiterhin Einschränkungen. "Zu lange Tunnel werden zunächst ausgeschlossen. Im ersten Schritt fährt das Auto nicht durch eine Baustelle, dann muss der Fahrer übernehmen. Dazu werden alle Daten von den Leitstellen ausgewertet. Eine ganz neue Baustelle müsste allerdings von der Bordsensorik erkannt werden", erläutert Hafner. Ein Vorteil des neuen Systems: Das Auto kann die neu erkannte Baustelle direkt an das Backend senden, so dass die nachfolgenden Fahrzeuge nach einer Verifikation der Daten gewarnt werden könnten.

Dieses Konzept verfolgt der Kartenanbieter Here mit einem Live-Update der Karten. Die Fahrzeuge aktualisieren ihre Karten damit praktisch selbst. "Sobald wir die entsprechende Hardware an Bord haben, werden wir über daran angelehnte Datenaustauschprozesse die Karten kontinuierlich aktualisieren und verifizieren und mit unserem Kartenpartner dafür sorgen, dass sich die Karten weiterentwickeln und aktuell halten", sagte Hafner. Dabei will Mercedes die Daten nicht nur für die eigene Fahrzeugflotte nutzen. "Es ergibt wenig Sinn, wenn jeder versucht, seine Einzelkarte dahin zu optimieren", sagte Hafner.

Und wie funktioniert der Drive Pilot in der Praxis?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Autonomes Fahren: Die neue S-Klasse übernimmt im Stau das LenkradSystem für Notfälle ausgelegt 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


DasJupp 01. Sep 2020

Der Fahrer hat auch nicht gebremst...

robinx999 31. Aug 2020

Wirklich public wurde es erst nachdem es Burgeking getweetet hatte, und Tesla hat dann...

berritorre 31. Aug 2020

Ich habe keinen Mercedes und werde mir vermutlich auch nie eine leisten können. Aber...

berritorre 31. Aug 2020

Naja, unschlagbar... Einfach mal Waze probieren. ;-) Aber: in Deutschland hat Waze auch...

bplhkp 31. Aug 2020

Hier stehen S- und U-Bahnen auch gerne im Stau - die Fahrer nennen das auch so. Das ist...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kanadische Polizei
Diebe nutzen Apples Airtags zum Tracking von Luxuswagen

Autodiebe in Kanada nutzen offenbar Apples Airtags, um Fahrzeuge heimlich zu orten.

Kanadische Polizei: Diebe nutzen Apples Airtags zum Tracking von Luxuswagen
Artikel
  1. Blender Foundation: Blender 3.0 ist da
    Blender Foundation
    Blender 3.0 ist da

    Die freie 3D-Software Blender bekommt ein Update - wir haben es uns angesehen.
    Von Martin Wolf

  2. 4 Motoren und 4-Rad-Lenkung: Tesla aktualisiert Cybertruck
    4 Motoren und 4-Rad-Lenkung
    Tesla aktualisiert Cybertruck

    Tesla-Chef Elon Musk hat einige Änderungen am Cybertruck angekündigt. Der elektrische Pick-up-Truck wird mit vier Motoren ausgerüstet.

  3. DSIRF: Hackerbehörde Zitis prüft österreichischen Staatstrojaner
    DSIRF
    Hackerbehörde Zitis prüft österreichischen Staatstrojaner

    Deutsche Behörden sind mit mehreren Staatstrojaner-Herstellern im Gespräch. Nun ist ein weiterer mit Sitz in Wien bekanntgeworden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Advent: SanDisk Ultra 3D 1 TB 77€ • KFA2 Geforce RTX 3070 OC 8GB 1.019€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 269,98€) • Sharkoon PureWriter RGB 44,90€ • Corsair K70 RGB MK.2 139,99€ • 2x Canton Plus GX.3 49€ • Gaming-Monitore günstiger (u. a. Samsung G3 27" 144Hz 219€) [Werbung]
    •  /