Abo
  • Services:
Anzeige
Bis zu einem VW Kant ist es noch ein weiter Weg.
Bis zu einem VW Kant ist es noch ein weiter Weg. (Bild: Gottlieb Doebler)

Autonomes Fahren: Die Ethik der Vollbremsung

Bis zu einem VW Kant ist es noch ein weiter Weg.
Bis zu einem VW Kant ist es noch ein weiter Weg. (Bild: Gottlieb Doebler)

Eine Ethik-Kommission soll "Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickeln". Nach Ansicht der Autohersteller sind die Systeme von "ethischen Entscheidungen" noch weit entfernt.
Von Friedhelm Greis

Die deutschen Autohersteller sehen derzeit wenig Spielraum für "ethische Entscheidungen" automatisierter Fahrzeuge bei unvermeidlichen Unfällen. Das hat eine Anfrage von Golem.de bei BMW, Daimler, Volkswagen und Audi ergeben. Schon aus technischen Gründen seien die Autos nicht in der Lage, beispielsweise die Anzahl von Personen in einer Gruppe genau zu erkennen, sagte Volkswagen. Entscheidend seien Unfallvermeidung und eine generelle Schadensminimierung. An diesem Freitag trifft sich in Berlin erstmals die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eingesetzte Ethik-Kommission zum automatisierten Fahren. Das Gremium unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio soll Leitlinien für die Programmierung automatisierter Fahrsysteme entwickeln.

Anzeige

Die Kommission soll "klare Leitlinien für Algorithmen entwickelt, welche die Fahrzeugreaktionen in Risikosituationen bestimmen". Dies hatte die Bundesregierung im vergangenen Mai in einem Strategiepapier beschlossen. Der Kommission sollen Vertreter von Wissenschaft, Automobilindustrie und Digitalwirtschaft angehören. Dabei stellte das Verkehrsministerium schon selbst zwei entscheidende Grundsätze auf, die automatisierte Autos einhalten sollen: "Ein Sachschaden ist einem Personenschaden immer vorzuziehen. Eine Qualifizierung des Faktors Mensch ist unzulässig."

Bremsen oder ausweichen

Die deutschen Hersteller wollen es möglichst gar nicht zu Unfällen kommen lassen. So heißt es bei Daimler: "Die Unfallvermeidung steht beim autonomen Fahren im Vordergrund. Im unvermeidlichen Kollisionsfall können die Unfallfolgen reduziert werden, da automatisierte Fahrzeuge die Folgen unterschiedlicher Handlungsoptionen schneller, rationaler und weitergehend bewerten können als der Mensch dies kann." Die Strategien zur Unfallvermeidung konzentrierten sich generell auf "sichere Ausweichmanöver". Sei dies nicht möglich, solle das Auto versuchen, "die Fahrgeschwindigkeit in der Fahrspur maximal zu reduzieren". Vollbremsung statt Ethik.

Ähnlich will BMW seine autonomen Autos programmieren. Als Basisalgorithmus werde mit höchster Priorität durch Bremsen die Energie reduziert und seitlich ausgewichen, falls das möglich sei. "In Summe kann man aber davon ausgehen, dass die Zahl der kritischen Fahrsituationen deutlich sinken wird, so dass die Zahl der Unfallsituationen mit potentiellen ethischen Entscheidungen deutlich reduziert wird. Auch im heutigen Unfallgeschehen sind derartige Situationen praktisch nicht existent", teilte das Unternehmen mit.

Keine Differenzierung von Personen möglich

Dennoch werden solche Dilemmasituationen immer wieder herangezogen, wenn über die Programmierung autonomer Autos diskutiert wird. Soll das Fahrzeug eher in eine Fußgängergruppe fahren oder in den Gegenverkehr ausweichen? In einem fragwürdigen Experiment lässt das Massachussetts Institute of Technology (MIT) derzeit Nutzer in 13 Fällen darüber entscheiden, welche Personen ein autonomes Auto bei einem unvermeidlichen Unfall eher töten soll: Beispielsweise zwei flüchtende Bankräuber oder eher zwei Sanitäter im Einsatz?

Eine "Qualifizierung des Faktors Mensch" scheitert derzeit ohnehin an der Sensorerkennung und -auswertung. "In den ersten Generationen autonomer Fahrzeuge wird aus technischen Gründen keine Differenzierung zum Beispiel zwischen jungen und alten Menschen möglich sein. Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass ein Menschenleben nicht in Altersangaben zu bemessen ist", heißt es bei BMW. Nach Auskunft von Daimler können Sensoren zwar zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern unterscheiden, "eine Differenzierung nach Alter ist jedoch aktuell und auch in der nahen Zukunft nicht möglich". Zudem verweist das Unternehmen darauf: "Eine Programmierung des Systems im Sinne einer Entscheidung für einen Menschen und damit gegen einen anderen wäre per se nicht zulässig."

Ein Fahrstil der reinen Vernunft 

eye home zur Startseite
Salzbretzel 04. Okt 2016

Der Markt der zu transportierenden Schwiegermütter ist erstaunlich ergiebig. ;-) Und bei...

Salzbretzel 04. Okt 2016

Warum hat dein Auto nicht in Erwägung gezogen zu bremsen? Dabei kann es zusätzlich im...

picaschaf 30. Sep 2016

Ich erwähne nicht "einen" Q7, das war ein realer Fall.

attitudinized 30. Sep 2016

Ja schon. Sie können mich dazu gerne was Fragen, alternativ wenden sie sich an den...

/mecki78 30. Sep 2016

Ich kann das nicht, aber hier geht es auch nicht darum was ich kann, sondern was mein...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Hannover
  2. P3 group GmbH, Stuttgart, Böblingen
  3. Mobile Collaboration GmbH, Ettlingen
  4. censhare AG, München, Freiburg im Breisgau


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Forrest Gump 9,97€, Gods of Egypt 9,97€, Creed 8,99€, Cloud Atlas 8,94€)
  2. (u.a. The Big Bang Theory, True Detective, The 100)
  3. 6,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Megaupload

    Dotcom droht bei Auslieferung volle Anklage in den USA

  2. PC-Markt

    Unternehmen geben deutschen PC-Käufen einen Schub

  3. Ungepatchte Sicherheitslücke

    Google legt sich erneut mit Microsoft an

  4. Torus

    CoreOS gibt weitere Eigenentwicklung auf

  5. Hololens

    Verbesserte AR-Brille soll nicht vor 2019 kommen

  6. Halo Wars 2 im Test

    Echtzeit-Strategie für Supersoldaten

  7. Autonome Systeme

    Microsoft stellt virtuelle Testplattform für Drohnen vor

  8. Limux

    Die tragische Geschichte eines Leuchtturm-Projekts

  9. Betriebssysteme

    Linux 4.10 beschleunigt und verbessert

  10. Supercomputer

    Der erste Exaflops-Rechner wird in China gebaut



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
München: Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
München
Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  1. Fake News Für Facebook wird es hässlich
  2. Nach Angriff auf Telekom Mit dem Strafrecht Router ins Terrorcamp schicken oder so
  3. Soziales Netzwerk Facebook wird auch Instagram kaputt machen

Pure Audio: Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische
Pure Audio
Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische

Prey angespielt: Das Monster aus der Kaffeetasse
Prey angespielt
Das Monster aus der Kaffeetasse
  1. Bethesda Softworks Prey bedroht die Welt im Mai 2017
  2. Ausblicke Abenteuer in Andromeda und Galaxy

  1. Re: richtig so!

    Eheran | 01:36

  2. Re: Wirklich witzig

    laserbeamer | 01:34

  3. Re: Wie kann es so ein RoboRacer "übertreiben"?

    Vögelchen | 00:56

  4. Re: "keine besondere Laserpräzision notwendig"

    Johannes Kurz | 00:48

  5. Re: Verzicht

    Nielz | 00:40


  1. 18:33

  2. 17:38

  3. 16:38

  4. 16:27

  5. 15:23

  6. 14:00

  7. 13:12

  8. 12:07


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel