Autonomes Fahren: Der Bus Olli braucht keinen Fahrer

"Fahr mich mal zu meiner Arbeitsstelle" – so in etwa äußert der Passagier bei Olli(öffnet im neuen Fenster) seinen Fahrtwunsch. Olli ist ein autonom fahrender Bus, der in einem Vorort der US-Hauptstadt Washington unterwegs ist.

Der Fahrgast ruft den Bus per Smartphone. Beim Einsteigen sagt er dem Bus, wo er hinmöchte – das kann eine Adresse oder Ort von Interesse sein, also etwa eine Sehenswürdigkeit, das Hotel oder eine Gaststätte -, und Olli bringt den Passagier zu seinem Ziel. In dem Elektrobus ist Platz für zwölf Passagiere.
Local Motors druckt Autos
Entwickelt wurde er von Local Motors(öffnet im neuen Fenster) , einem US-Unternehmen, das Autos mit dem 3D-Drucker aufbaut. Auch Olli stammt aus dem 3D-Drucker. Es soll künftig rund zehn Stunden dauern, die Teile herzustellen. Der Bus soll dann in etwa einer Stunde zusammengebaut sein.
Der Bus ist mit über 30 Sensoren ausgestattet, darunter Radar, Lidar und Kameras, mit denen er sich orientiert. Partner bei dem Projekt ist der IT-Konzern IBM. Olli ist drahtlos mit dessen Supercomputer Watson vernetzt, der die Sensordaten auswertet. IBM Watson Internet of Things (IoT) for Automotive nennt IBM den Dienst, den Olli als Erster nutzt.
Watson wertet Sensordaten aus
Watson übernimmt auch die Spracherkennung und die Kommunikation. Die ermöglicht es, dass die Fahrgäste mit Olli in natürlicher Sprache interagieren. Sie können ihm das Fahrtziel, sich von ihm Restaurants oder Sehenswürdigkeiten empfehlen oder sich erklären lassen, wie dieses oder jenes an dem Bus funktioniert.
Olli wird derzeit in National Harbor im US-Bundesstaat Maryland, einem Ort in der Peripherie von Washington, getestet. Ende des Jahres wollen auch Las Vegas und Miami den autonomen Bus einsetzen. Zudem verhandelt Local Motors mit Berlin, Kopenhagen und Canberra über Pilotprojekte.



