Internet der Dinge für E-Bikes
Ziel sei, die Vernetzung, wie sie einige Hersteller heute schon in ihre Autos integrieren, auch auf Elektrofahrräder und andere elektrische Leichtfahrzeuge wie Roller oder Segways zu übertragen, sagt Klaas im Gespräch mit Golem.de. Hersteller, Zulieferer und andere sollen so einen Rückkanal für ihre Produkte bekommen.
Das System besteht aus drei Komponenten. Da ist zunächst die Hardware: ein kleines Board mit GPS-Sensor, Bluetooth und einer SIM-Karte, das bei der Montage in ein Elektrofahrrad verbaut wird. Das Fahrrad überträgt Daten an eine Cloud-Plattform zur Datenanalyse. Ein Hersteller bekomme darüber aggregrierte Daten über sein Produkt. So könne er sehen, wie seine Produkte genutzt werden, ob es Serienfehler oder Möglichkeiten zur Verbesserung gebe. Ein Verleiher könne erkennen, wo seine Räder am häufigsten eingesetzt und abgestellt werden. "Das ist Internet der Dinge für E-Bikes und andere elektrische Leichtfahrzeuge", sagt Klaas.
Unternehmen erhalten anonymisierte Daten
Wichtig bei so einem System sei der Datenschutz. Comodule werde deshalb sicherstellen, dass jeder nur Zugriff auf die Daten erhalte, die er benötige. So erhalte ein Hersteller nur anonymisierte Daten. Er könne zwar einen Kunden kontaktieren. Die Kontaktaufnahme laufe aber über die Cloud-Plattform von Comodule. Erkenne der Hersteller etwa, dass der Akku an einem Fahrrad ausfalle, könne er eine Benachrichtigung an den Cloudserver schicken, der sie dann an den entsprechenden Kunden weiterleitet.
Die Vorteile für die Unternehmen sind klar, die für die Radler weniger. "Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, was der Fahrradbesitzer davon hat", sagt Klaas. Für ihn ist die dritte Komponente gedacht: eine App, die es für Smartphones und Smartwatches geben wird. Darüber kann er sein Fahrrad zwar nicht autonom fahren lassen. Er kann aber zumindest einige Funktionen steuern, etwa einstellen, wie stark der Motor beim Treten helfen soll, oder die Lichter ein- und ausschalten.
Die App zeigt Reichweite an
Zudem bietet ihm die App wertvolle Informationen, etwa über die Reichweite des E-Bikes. Sie zeigt nämlich nicht einfach den Ladestand des Akkus an - womit sich nur bedingt etwas anfangen ließe -, sondern stellt auf einer Landkarte dar, wie weit der Radler von seinem aktuellen Standort aus noch kommt. Bei der Berechnung werden Steigungen ebenso berücksichtigt wie das Fahrverhalten des Radlers, weshalb die Vorhersagen mit der Zeit genauer werden.
Mit Hilfe des GPS lassen sich die Routen, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, aufzeichnen und dann auch mit Freunden teilen. Über das GPS lässt sich das Fahrrad auch orten, was praktisch ist, wenn es geklaut wurde. Schließlich gibt die App Auskunft über den Status des Akkus. So sieht der Besitzer, wie viel Speicherkapazität der Akku nach längerer Zeit im Gebrauch verloren hat.
Comodule hat das System kürzlich auf der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen vorgestellt - es war integriert in das E-Bike Coboc Commuter Bike, das prompt ausgezeichnet wurde. Neun Hersteller aus Deutschland, Estland, Großbritannien, der Schweiz und den USA testeten das System derzeit, sagt Klaas.
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