Autonomes Fahren: Daimler und Bosch kooperieren mit chinesischen Firmen

Nachdem BMW seine Kooperation mit Baidu beendet hat, sind nun Bosch und Daimler an der Reihe. Der chaotische Verkehr in China stellt autonome Autos aber vor besondere Herausforderungen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Der Verkehr in Peking stellt selbstfahrende Autos vor besondere Herausforderungen.
Der Verkehr in Peking stellt selbstfahrende Autos vor besondere Herausforderungen. (Bild: Kim Kyung Hoon/Reuters)

Der Automobilzulieferer Bosch und der Autohersteller Daimler bauen ihre Kooperation mit chinesischen Firmen aus. Während Bosch für die Erstellung hochpräziser Karten mit dem IT-Konzern Baidu zusammenarbeiten will, führt Daimler Gespräche mit dem chinesischen Uber-Konkurrenten Didi Chuxing. Da China bereits der größte Automarkt der Welt ist, wollen deutsche Unternehmen auch beim autonomen Fahren einen Fuß in die Tür bekommen. Das Thema spielt aktuell auch auf der Automesse in Shanghai eine wichtige Rolle.

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Bosch hat laut Pressemitteilung eine Kooperation mit Baidu sowie den Kartenanbietern Autonavi und Navinfo vereinbart. Die vier Unternehmen wollen gemeinsam eine Lösung entwickeln, damit die Informationen der Radar- und Videosensoren von Bosch für die Erstellung und Aktualisierung hochpräziser Karten genutzt werden können. Die Sensordaten sollen vor allem für die Eigenlokalisierung von automatisiert fahrenden Fahrzeugen genutzt werden und mit den Kartendaten der drei Partner kompatibel sein. Noch vor Ende dieses Jahres wollen die vier Firmen ihre Lösung präsentieren.

Daimler nennt keine Details

Wenig Details nannte hingegen Daimler. Eine Daimler-Sprecherin sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, dass sich die Verhandlungen unter anderem mit Didi in einem frühen Stadium befänden. Auch der Volkswagen-Konzern ist laut China-Chef Jochem Heizmann weiter "in intensiven Gesprächen" mit dem Dienst.

Daimler kooperiert bereits mit dem US-amerikanischen Mitfahrdienst Uber. Dabei sollen die geplanten selbstfahrenden Autos von Daimler künftig für Uber unterwegs sein. Einen genauen Zeitplan nannten die Unternehmen allerdings nicht.

Der Daimler-Konkurrent BMW hatte im vergangenen Jahr seine Kooperation mit dem IT-Konzern Baidu beendet. Der Grund dafür seien unterschiedliche Auffassungen über die künftigen Forschungsziele gewesen, hatte BMW im vergangenen November erklärt.

Chinesen sehr aufgeschlossen für autonomes Fahren

Die deutschen Firmen setzen bei den Kooperationen unter anderem darauf, dass die dortige Bevölkerung dem autonomen Fahren sehr aufgeschlossen gegenübersteht. In einer repräsentativen Bosch-Umfrage in sechs Ländern hätten sich 74 Prozent der befragten Chinesen für eine rasche Einführung des automatisierten Fahrens in ihrem Land ausgesprochen. In Deutschland seien es hingegen nur 33 Prozent der Befragten gewesen, in den USA lediglich 31 Prozent.

"Chinesen sind aufgeschlossen, wenn es um neue Technologie geht, weil sich alles um sie herum so schnell entwickelt hat", sagt Cui Dongshu von der Vereinigung der chinesischen Personenwagenhersteller laut dpa. Das große Interesse in China wird seiner Meinung nach dazu führen, dass selbstfahrende Autos schneller kommen, als viele es sich heute vorstellen können. "Das wird ein riesiger Markt", sagte Cui.

Chaotischer Verkehr ist große Herausforderung

Hoch- und vollautomatisierte Autos sollen vom Jahr 2021 an auf den Markt kommen. Zwischen 2026 und 2030 soll das automatisierte Fahren dann bereits weit verbreitet sein, wie ein Konzept der für die Autoindustrie zuständigen Behörde vorsieht.

Alle Hersteller befinden sich nach den Worten des chinesischen Auto-Analysten Zeng Zhiling jedoch in einem ähnlichen Dilemma. China sei zwar der Markt, auf dem es das größte Interesse gibt. "Allerdings sind die technischen Hürden hier auch am höchsten." Der dichte und chaotische Verkehr in Chinas Großstädten mache es sehr schwierig, einem Computer das Fahren beizubringen.

Anderseits könne man das auch als Ansporn sehen: Wer es schaffe, ein Auto zu entwickeln, das autonom durch Peking fährt, "der kann damit überall antreten".

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