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Ein von Golem.de getesteter hochautomatisierter BMW.
Ein von Golem.de getesteter hochautomatisierter BMW. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Bayerische Software Werke: BMW will das "intelligenteste Auto" bauen

Ein von Golem.de getesteter hochautomatisierter BMW.
Ein von Golem.de getesteter hochautomatisierter BMW. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Zum 100. Firmengeburtstag sollte sogar die Kanzlerin nach München kommen. In Zukunft will BMW auch bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos ganz vorne dabei sein.

Der Münchner Autokonzern BMW will sich bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge nicht von führenden IT-Konzernen wie Google oder Apple abhängen lassen. "Für mich ist es eine Kernkompetenz, das intelligenteste Auto zu haben", sagte BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich der Nachrichtenagentur Reuters auf dem Genfer Automobilsalon. "Wir müssen unser Geschäftsmodell erhalten, ohne es an einen Internetkonzern auszuliefern", sagte Fröhlich und fügte hinzu: "Sonst enden wir wie Foxconn für eine Firma wie Apple: Wir liefern ihnen nur noch die Karosserie."

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Zu den Wettbewerbern von BMW gehören laut Fröhlich in Zukunft aber nicht nur Google und Apple, die beide autonome Autos bauen wollen, sondern auch "neue Zwischenhändler" wie der Taxidienst Uber oder der Internet-Marktplatz Truecar.

Fröhlich räumt Nachholbedarf ein

Ob BMW dem Anspruch Fröhlichs in absehbarer Zeit gerecht werden kann, ist aber zweifelhaft. Derzeit scheinen die Münchner beim Thema autonomes Fahren selbst hinter der deutschen Konkurrenz von Daimler und Audi zurückzuliegen. So hat Daimler kürzlich eine Lizenz erhalten, um vollautomatisierte Funktionen mit einem serienmäßig ausgestatteten E-Klasse-Modell in Nevada zu testen. Ein hochautomatisierter Audi A7 fährt bereits hunderte Kilometer am Stück über deutsche Autobahnen. Ein von Golem.de getesteter hochautomatisierter BMW konnte nördlich von München immerhin schon eine Autobahnabzweigung nehmen.

  • Golem.de testete den hochautomatisierten A7 "Jack" im Juli auf der Autobahn bei Wolfsburg. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wird der Autobahnpilot aktiviert, kann der Fahrer die Hände in den Schoß legen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Prototyp gilt als "hochautomatisiert". Solche Fahrzeuge sind in Deutschland rechtlich noch nicht erlaubt. (Grafik: Audi)
  • In den nächsten drei Jahren dürften erste hochautomatisierte Funktionen wie der Staupilot serienmäßig angeboten werden. (Grafik: Audi)
  • Zahlreiche Sensoren sorgen für einen 360-Grad-Rundumblick. (Grafik: Audi)
  • Die Prototypen sind im Kofferraum vollgestopft mit Elektronik, die vor allem zu Auswertungszwecken gebraucht wird. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Hersteller nutzen verschiedene Bussysteme wie CAN oder Flexray und eine echtzeitfähige Ethernet-Version. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das zentrale Steuergerät (zFas) ist bei Audi etwa so groß wie ein Tablet-Rechner. (Foto: Audi)
  • Eine hochauflösende 3D-Videokamera blickt in einem weiten Winkel nach vorne und vier kleine Kameras an der Front und am Heck beobachten die nahe Umgebung. (Foto: Manuel Hollenbach/Right Light Media GmbH)
  • Sehr schnell gewöhnt man sich daran, dass Jack das Überholen übernimmt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Laserscanner deckt einen Bereich von 80 Metern vor dem Fahrzeug ab. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im Display wird der Pilotmodus angezeigt.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • In München testete Golem.de einen Prototypen von BMW und fuhr damit hochautomatisiert über die Autobahn zum Flughafen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der sogenannte Versuchsträger verfügt ebenso wie Jack über viel Steuerungs- und Auswertungstechnik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf einem Bildschirm ist zu sehen, wie die Sensoren die Umgebung wahrnehmen.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
In München testete Golem.de einen Prototypen von BMW und fuhr damit hochautomatisiert über die Autobahn zum Flughafen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Fröhlich räumte ein, dass es bei BMW in dieser Hinsicht noch einiges aufzuholen gilt. "Wir haben Nachholbedarf beim Thema maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz", sagte der Entwicklungschef. So liege der Anteil der Programmierer unter den 30.000 Angestellten, Vertragspartnern und Zulieferern, die für BMW Forschung und Entwicklung betrieben, nur bei 20 Prozent. "Wenn wir in fünf Jahren ein Verhältnis von 50:50 haben wollen, brauchen wir weitere 15.000 bis 20.000 Leute von Partnerschaften mit Zulieferern und anderen", sagte Fröhlich.

Die deutschen Hochschulen bildeten gar nicht genügend Informatiker aus, damit BMW diese alle einstellen könne. Zuletzt hatte der Zulieferer Bosch angekündigt, Tausende Software-Entwickler zu suchen. Im Wettkampf um die besten Absolventen werden den klassischen IT-Konzernen wie Google und Apple ohnehin bessere Chancen eingeräumt.

BMW will Elektroantriebe verkaufen

Fröhlich kündigte zudem an, dass BWM künftig auch Elektro-Antriebe verkaufen wolle. "Wir sehen viele kleinere Hersteller, die es sich nicht leisten können, einen Plug-in-Hybrid zu entwickeln", sagte Fröhlich. BMW hat mit dem i3 bereits ein Elektroauto auf dem Markt, das mit Hilfe eines Benzinmotors seine Reichweite vergrößern kann.

Zudem sei BMW noch auf der Suche nach einem Partner für Cloud Computing, sagte Fröhlich weiter. Dabei geht es unter anderem darum, die von den Autosensoren generierten Daten über das Internet weiterzuleiten und auf Backend-Servern zu verarbeiten. Allerdings hat BMW dazu im vergangenen Jahr bereits zusammen mit Daimler und Audi den Kartendienst Here übernommen. Laut Reuters hat BMW zuletzt eine Firma mit 200 Mitarbeitern in Chicago übernommen, von denen die meisten zuvor für Nokia gearbeitet hätten. Auch Here gehörte früher zu Nokia, wobei das finnische Unternehmen dazu den in Chicago ansässigen Kartendienst Navteq gekauft hatte.

Merkel sagt Teilnahme an Jubiläumsfeier ab

Für Fröhlich geht es darum, möglichst viel Expertise im eigenen Haus aufzubauen, wobei es durchaus gegenseitige Vorteile von der Zusammenarbeit mit neuen Lieferanten geben könne. "Die Denkweise lautet hier: Auch sie haben Schwächen und es kann einige Win-Win-Situationen geben", sagte Fröhlich. Dennoch müsse in fünf bis sechs Jahren die eigene Kompetenz auf diesen Gebieten aufgebaut werden.

Vor 100 Jahren, am 7. März 1916, wurde BMW unter dem damaligen Namen "Bayerische Flugzeugwerke" gegründet. Später benannte man das Unternehmen in Bayerische Motoren Werke um. Heute ist BMW mit 116.000 Mitarbeitern und über 80 Milliarden Euro Umsatz einer der größten deutschen Konzerne. Da die Motortechnik in Zeiten von Elektroantrieben und autonomen Autos immer unwichtiger wird, müsste sich die Firma bald konsequenterweise in Bayerische Software Werke (BSW) umbenennen.

Zur Jubiläumsfeier am Montag in der Münchner Olympiahalle hatte sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angekündigt. Allerdings habe sie ihre Teilnahme am Freitag kurzfristig absagen müssen, berichtete die Wirtschaftswoche. Grund dafür sei offenbar der gleichzeitige EU-Sondergipfel mit der Türkei in Brüssel. Als Vertreter der Bundesregierung soll nun Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) an der Feier teilnehmen. Ob Merkel ihre vorgesehene Rede als Video-Grußbotschaft nach München schicke, sei am Freitag im Kanzleramt noch nicht entschieden gewesen.


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der_wahre_hannes 09. Mär 2016

Zu schade.

Dwalinn 08. Mär 2016

sehr spannend, erzähl gerne mehr. Hast du auch was lustiges über Honda Fahrer? (Honda...

ronlol 07. Mär 2016

Zum Glück! Hatchbacks, Brot-und-Butter Limousinen und Kleinwagen haben im Premium...

Dwalinn 07. Mär 2016

Die indischen ITler haben aber auch sicherlich mal in DE gearbeitet.

Dwalinn 07. Mär 2016

Arroganz, zu viel -falsches- Selbstvertrauen und fehlendes vorausschauendes Fahren sind...



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