Autonomes Fahren: BMW startet die ganz große Kooperation

Es war nur eine Frage der Zeit: In die Kooperation von BMW mit Intel und Mobileye ist nun auch der Zulieferer Delphi eingestiegen. Damit soll eine herstelleroffene Plattform für autonome Autos vermarktet werden.

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Ein von Delphi und Mobileye ausgestatter autonomer Audi
Ein von Delphi und Mobileye ausgestatter autonomer Audi (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Unternehmen BMW, Intel, Mobileye und Delphi wollen gemeinsam eine herstelleroffene Plattform für autonomes Fahren entwickeln. Das kündigten die Firmen am Dienstag gemeinsam an. Ziel sei es, "gemeinsam ein Kooperationsmodell aufzusetzen, das skalierbare Lösungen für die gesamte Automobilindustrie sowie potentiell weitere Branchen liefert", hieß es in der Pressemitteilung. Weitere Integrations- und Entwicklungspartner könnten gewonnen werden, "um Automobilhersteller bei der Erfüllung der zukünftigen Kundenbedürfnisse zu unterstützen".

Die nun angekündigte Kooperation ist nur konsequent. Schon im vergangenen Juli hatten der Autohersteller BMW, der Chiphersteller Intel und der Kamerahersteller Mobileye eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung hoch- und vollautomatisierter Fahrzeuge angekündigt. Mobileye und der Automobilzulieferer Delphi gaben wiederum im August 2016 bekannt, gemeinsam bis zum Jahr 2019 ein schlüsselfertiges System für selbstfahrende Autos auf den Markt bringen zu wollen.

Im November 2016 teilte Intel mit, für Mobileye und Delphi die Prozessoren zu liefern. Im März dieses Jahres kaufte Intel dann den israelischen Kamerahersteller für 15 Milliarden Dollar. BMW hatte auf der CES 2017 angekündigt, noch in der zweiten Hälfte dieses Jahres rund 40 autonome Testautos mit der Technik von Intel und Mobileye auszurüsten. Die Serienproduktion von hoch- und vollautomatisierten Fahrzeugen soll bis 2021 ermöglicht werden.

Delphi soll Systemintegration liefern

Delphi soll den drei Kooperationspartnern dabei helfen, die neu entwickelten Systeme für andere Hersteller anbieten zu können. Der Zulieferer solle dafür sorgen, die entwickelten Lösungen in die jeweiligen Fahrzeugarchitekturen der entsprechenden Hersteller zu integrieren. Zudem könnte Delphi notwendige Hardware-Komponenten wie Sensoren bereitstellen oder für die spezifische Anpassung der Technik an die Kundenwünsche sorgen.

Kooperationen bei der Entwicklung autonomer Autos sind inzwischen weit verbreitet. In einer Telefonkonferenz am Dienstag sagte BMW-Vertreter Richard Rau, sein Unternehmen erwarte in den kommenden Jahren eine Konsolidierung des Marktes für autonomes Fahren. Es werde vermutlich nur eine "ziemlich geringe Zahl an Plattformen übrig bleiben", sagte Rau, der bei BMW als Hauptabteilungsleiter für die Themen Sensorik, Steuergeräte und Software im Bereich automatisiertes Fahren zuständig ist. Das sei nicht nur eine Frage der Kosten, sondern auch der Sicherheit und Zuverlässigkeit. Daher sei es wichtig, die Plattform für andere Anbieter zu öffnen.

Unklar ist derzeit jedoch noch, wie die möglichen Einnahmen aus der Lizenzvergabe der zu entwickelnden Plattform geregelt werden soll. Rau rechnet nicht damit, dass diese Verhandlungen angesichts der zahlreichen Kooperationspartner "chaotisch" würden. Man sei in guten Gesprächen untereinander.

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