Autonomes Fahren: Baidu und BMW beenden Forschungsprojekt in China
Der chinesische Internetkonzern und Google-Konkurrent Baidu setzt bei der Entwicklung autonomer Autos nicht mehr auf die Kooperation mit dem deutschen Autohersteller BMW. Die beiden Firmen hätten ihr gemeinsames Forschungsprojekt beendet, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Vertreter beider Firmen. Baidu sei nun auf der Suche nach einem globalen Forschungspartner. In den USA würden für Tests bereits Modelle des Ford Lincoln eingesetzt.
Im September 2014 hatte Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster), dass BMW mit Baidu in China kooperiere und hochauflösendes Kartenmaterial des Internetkonzerns für seine Testfahrzeuge nutzen wolle. Die Versuchsfahrzeuge sollten auf Stadtautobahnen in Peking und Schanghai erprobt werden, hieß es damals.
BMW will weiter Baidus Karten nutzen
Grund für das Ende der Kooperation seien unterschiedliche Auffassungen über die künftigen Forschungsziele, sagte BMWs China-Chef Olaf Kastner laut Reuters auf der Guangzhow-Autoausstellung. "Wir haben festgestellt, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit und die Ideen der beiden Unternehmen ein bisschen anders sind", sagte Kastner. Baidu und BMW hatten bislang gemeinsam Methoden für ein autonomes Überholen von Autos entwickelt. Allerdings wollen beide Firmen ihre Zusammenarbeit nicht komplett beenden. Dies betreffe vor allem die Nutzung hochpräziser Karten, sagte Kastner.
Baidu kooperiert inzwischen auch mit den chinesischen Autoherstellern Chery und Baic Motor. Auf einer Internetkonferenz im chinesischen Wuzhen führte Baidu bereits Testfahrzeuge vor. Dort sagte Baidus Entwicklungschef für autonomes Fahren, Wang Jing, er sei bereits im Gespräch mit zahlreichen weiteren potenziellen Partnern. Laut Reuters will Baidu bereits 2018 im kleinen Rahmen autonome Autos auf den Markt bringen. Im größeren Umfang sei dies für 2021 geplant.

BMW will im Jahr 2021 ein selbstfahrendes Auto präsentieren. Mit dem weltgrößten Chiphersteller Intel und dem israelischen Sensorspezialisten Mobileye als Partner will der Autokonzern die notwendige Technik entwickeln. Dazu will der Konzern im Großraum München ein Entwicklungszentrum mit rund 2.000 Mitarbeitern aufbauen.
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