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Autonomes Fahren: Autohersteller hängen Tech-Firmen bei Patenten deutlich ab

Im Rennen um die ersten autonomen Autos sind Patente ein wichtiger Faktor. Derzeit liegt ein Konzern vorn, den man nicht unbedingt mit der neuen Technik in Verbindung bringt.
/ Friedhelm Greis
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Google verfügt über wenige Patente auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. (Bild: Google)
Google verfügt über wenige Patente auf dem Gebiet des autonomen Fahrens. Bild: Google

Einer Studie des Medienkonzerns Thomson Reuters zufolge besitzen die traditionellen Autohersteller deutlich mehr Patente für autonomes Fahren als die Konkurrenz aus dem Silicon Valley. Der japanische Autokonzern Toyota verfügt demnach über die meisten geschützten Entwicklungen in den Bereichen autonomes Fahren, Fahrerassistenzsysteme und Telematik. Der Suchmaschinenkonzern Google liegt erst auf Platz 26 in der Liste. Ausgewertet wurde für die Studie(öffnet im neuen Fenster) der Zeitraum von Januar 2010 bis Oktober 2015.

An zweiter Stelle im Vergleich liegt der deutsche Automobilzulieferer Bosch, gefolgt von dessen japanischem Konkurrenten Denso, dem koreanischen Autobauer Hyundai und dem US-Autokonzern General Motors. Fünf weitere deutsche Konzerne stehen recht weit vorne auf der Liste: Daimler (Platz 6), Continental (8), Volkswagen (10), Audi (11) und BMW (12). Trotz der zahlreichen Patente ist Toyota auf dem Gebiet des autonomen Fahrens noch nicht besonders in Erscheinung getreten. Ein Sprecher sagte laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) , dass man auf fehlerfreie Systeme warte und autonome Autos als langfristiges Ziel betrachte.

Deutsche Hersteller führend bei Assistenzsystemen

Mit 1.400 Patenten für autonomes Fahren hat Toyota mehr als doppelt so viele wie jedes andere Unternehmen in diesem Bereich. Mit Denso (Platz 2), Nissan (4) und Honda (5) liegen weitere japanische Firmen auf diesem Gebiet ganz vorne. Bosch (3), Daimler (8) und Continental (12) verfügen zusammen über rund 1.150 Patente für autonomes Fahren. Besonders stark sind die deutschen Firmen im Bereich Fahrerassistenzsysteme wie beispielsweise Einparkhilfen, Abstandsregeltempomaten oder Notbremssysteme. Hier belegen sie drei der ersten fünf Plätze, wobei Bosch mit 800 Patenten die Liste anführt.

Was Anwendungen für Telematik betrifft, liegt General Motors mit mehr als 300 Patenten mit großem Abstand vorne. Es folgen Hyundai, der Chiphersteller Marvell, der südkoreanische Mischkonzern LG und Denso. Das deutsche Unternehmen mit den meisten Patenten in diesem Bereich, Continental, liegt abgeschlagen auf Platz 14.

Zahl der Patente nicht unbedingt entscheidend

Die Studie kommt zu dem Schluss: "Die IT-Konzerne wie Google und Apple sind weit davon entfernt, die selbstfahrende Meute anzuführen." Die traditionellen Konzerne seien noch immer die "Leithammel" auf diesem Gebiet. "Die Autohersteller machen nicht so viel Trara wie die Technologie-Konzerne" , sagte der Autor der Studie, Tony Trippe, in einem Interview mit Reuters(öffnet im neuen Fenster) . "Aber wenn man auf die Patentdaten schaut, liegen die Autohersteller vorn."

Die reine Zahl an Patenten bedeute aber nicht, dass ein Konzern bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos vor der Konkurrenz liege, sagte Trippe weiter. So würden nicht-amerikanische Unternehmen häufiger Patente anmelden als US-Konzerne. Auch sei die Qualität der Patente ebenfalls wichtig. Zudem werde der Aussagewert der Studie dadurch eingeschränkt, dass zwischen der Anmeldung und Veröffentlichung eines Patentes ein Zeitraum von 18 Monaten liege.

Doch keine Kooperation zwischen Google und Ford?

Die autonomen und automatisierten Autos spielen auf der derzeit stattfindenden Technikmesse CES in Las Vegas eine große Rolle. Allerdings sei die nach US-Medienberichten erwartete Ankündigung einer Kooperation zwischen Ford und Google auf diesem Gebiet ausgeblieben, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Ford-Chef Mark Fields habe bei seinem Auftritt in Las Vegas am Dienstag lediglich gesagt, weitere Partnerschaften seien in Arbeit. Er nannte keine Firmennamen, aber betonte, Ford kenne die Berichte auch.

Google hatte wiederholt versichert, nicht selbst zu einem Autobauer werden zu wollen, sondern Partnerschaften mit etablierten Herstellern anzustreben. Chefentwickler Chris Urmson hatte sich auf der Automesse IAA im September in Frankfurt überzeugt gezeigt, dass die Branche die Google-Expertise aufgreifen werde. Die deutschen Hersteller Daimler, Audi und BMW kauften jedoch gemeinsam den Kartendienst Here, um unabhängig von Google ihr eigenes Kartenmaterial erstellen zu können .


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