Autonomes Fahren: Audi lässt Kunden selbstfahrenden A7 testen

Nicht nur Politiker und Journalisten, auch Kunden und Interessierte können nun Audis selbstfahrenden Testwagen ausprobieren. Der Autokonzern erhofft sich davon Erkenntnisse für die Entwicklung der neuen Technik.

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Der Audi-Testwagen "Jack" wird nun auch von Kunden ausprobiert.
Der Audi-Testwagen "Jack" wird nun auch von Kunden ausprobiert. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der Autokonzern Audi will mit Hilfe ausgewählter Kunden Erfahrungen mit selbstfahrenden Autos sammeln. Dazu sollen von Donnerstag an Demonstrationsfahrten mit einem A7 vom Münchner Flughafen über das digitale Testfeld auf der Autobahn 9 starten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Bei normalem Verkehr dauere die Testfahrt circa eine Stunde. Anschließend sollen die Teilnehmer ihre Eindrücke schildern, so dass diese in die Entwicklung automatisierter Fahrfunktionen einfließen könnten.

In der Vergangenheit hat Audi bereits den Testwagen "Jack" Politikern wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgeführt. Auch die Mitglieder der Ethikkommission zum automatisierten Fahren überzeugten sich nach eigenen Angaben von der Leistungsfähigkeit der neuen Technik. Golem.de hatte "Jack" vor zwei Jahren auf einem Autobahnabschnitt in der Nähe von Wolfsburg getestet. Der sogenannte Autobahnpilot des Wagens kann selbstständig überholen und bremst und beschleunigt selbsttätig bis zu einer Geschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde.

Laut Audi werden potenzielle Teilnehmer über die Social-Media-Seiten des Unternehmens direkt angesprochen. Andere Plätze seien verlost worden. Auch 24 Teilnehmer des Programms "Miles and More" können die Demonstrationsfahrten nutzen. Bis Ende August seien etwa 100 Testfahrten geplant, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von Golem.de. Die Fahrer sollen nach dem Test einen Fragebogen ausfüllen.

  • Golem.de testete den hochautomatisierten A7 "Jack" im Juli auf der Autobahn bei Wolfsburg. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Wird der Autobahnpilot aktiviert, kann der Fahrer die Hände in den Schoß legen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Prototyp gilt als "hochautomatisiert". Solche Fahrzeuge sind in Deutschland rechtlich noch nicht erlaubt. (Grafik: Audi)
  • In den nächsten drei Jahren dürften erste hochautomatisierte Funktionen wie der Staupilot serienmäßig angeboten werden. (Grafik: Audi)
  • Zahlreiche Sensoren sorgen für einen 360-Grad-Rundumblick. (Grafik: Audi)
  • Die Prototypen sind im Kofferraum vollgestopft mit Elektronik, die vor allem zu Auswertungszwecken gebraucht wird. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Hersteller nutzen verschiedene Bussysteme wie CAN oder Flexray und eine echtzeitfähige Ethernet-Version. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das zentrale Steuergerät (zFas) ist bei Audi etwa so groß wie ein Tablet-Rechner. (Foto: Audi)
  • Eine hochauflösende 3D-Videokamera blickt in einem weiten Winkel nach vorne und vier kleine Kameras an der Front und am Heck beobachten die nahe Umgebung. (Foto: Manuel Hollenbach/Right Light Media GmbH)
  • Sehr schnell gewöhnt man sich daran, dass Jack das Überholen übernimmt. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Laserscanner deckt einen Bereich von 80 Metern vor dem Fahrzeug ab. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Im Display wird der Pilotmodus angezeigt.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • In München testete Golem.de einen Prototypen von BMW und fuhr damit hochautomatisiert über die Autobahn zum Flughafen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der sogenannte Versuchsträger verfügt ebenso wie Jack über viel Steuerungs- und Auswertungstechnik. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auf einem Bildschirm ist zu sehen, wie die Sensoren die Umgebung wahrnehmen.  (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Golem.de testete den hochautomatisierten A7 "Jack" im Juli auf der Autobahn bei Wolfsburg. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)

Audi hatte in der vergangenen Woche in Barcelona sein neues Vorzeigemodell A8 präsentiert, das über einen sogenannten Staupiloten verfügt. Allerdings kann eine solche Funktion noch in keinem Land zugelassen werden. Der Konzern hofft auf eine Zulassung der hochautomatisierten Funktion im kommenden Jahr. Der Staupilot ist anders als "Jack" allerdings nicht in der Lage, die Spur zu wechseln. Zudem ist seine Höchstgeschwindigkeit auf 60 Kilometer pro Stunde beschränkt.

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