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Autonome Waffen: Ukraines Drohnenchef warnt vor Kontrollverlust bei KI

Robert Brovdi führt Ukraines Drohnentruppen. Er warnt, die Menschheit verliere die Kontrolle über KI-Waffen.
/ Nils Matthiesen
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Ukrainischer Drohnenchef warnt vor Kontrollverlust. (Bild: Genya SAVILOV / AFP via Getty Images)
Ukrainischer Drohnenchef warnt vor Kontrollverlust. Bild: Genya SAVILOV / AFP via Getty Images

Robert "Madyar" Brovdi, Kommandeur der ukrainischen Unmanned Systems Forces (USF), warnt vor einem Kontrollverlust über KI im Krieg. In einem Interview mit dem Daily Telegraph(öffnet im neuen Fenster) sagte er, die Menschheit verliere die Kontrolle. Das sei allerdings seine subjektive Meinung und er wolle mit seinen Aussagen niemanden ängstigen, berichtet Techradar(öffnet im neuen Fenster).

Brovdi leitet die USF seit Juni 2025 und arbeitete zuvor als Getreidehändler. Seiner Ansicht nach gibt die Kombination aus KI sowie unbemannten und robotischen Systemen der Menschheit eine Waffe in die Hand, die sie kaum beherrschen kann. Die Folgen reichten weit über das Schlachtfeld hinaus.

Drohne soll ihr Ziel selbst gewählt haben

Techradar verweist auf einen Vorfall in Saporischschja. Eine russische Drohne vom Typ Molniya mit Nvidia-Jetson-Orin-Modul und ohne Funkantenne tötete demnach am 6. Juli 2026 an einer Tankstelle drei Zivilisten. Das berichtete im August die New York Times(öffnet im neuen Fenster). Ukrainischen Ermittlern zufolge wählte die Drohne ihr Ziel selbst.

Techradar schränkt allerdings ein: Die Drohne habe ihre Bilderkennung erst genutzt, nachdem ein menschlicher Bediener das Ziel bestimmt hatte.

UN-Verhandlungen über Regeln stehen noch aus

Die UN-Gespräche über tödliche autonome Waffen endeten laut Human Rights Watch(öffnet im neuen Fenster) (HRW) am 5. September in Genf nach drei Jahren. Der Abschlussbericht fiel demnach deutlich abgeschwächt aus. Russland und die USA setzten Änderungen an breit unterstützten Passagen durch. So fielen etwa Verweise auf Design und Entwicklung sowie auf ethische Erwägungen weg.

Zugleich unterstützen inzwischen 76 Staaten Verhandlungen über verbindliche Regeln. Laut HRW sind das so viele wie nie. Ob ein Verhandlungsmandat zustande kommt, soll die Überprüfungskonferenz der Konvention über bestimmte konventionelle Waffen im November klären.

Brovdi drängt unterdessen Verbündete, schneller eigene Drohnentruppen aufzubauen. Vier Nato-Staaten arbeiten laut United24 Media(öffnet im neuen Fenster) bereits daran, nennen aber keine Namen. Techradar erinnert zudem an Brovdis Prognose von 2024, die Drohnen brauchten binnen sechs bis acht Monaten keine menschlichen Piloten mehr. Das ist bislang nicht eingetreten.

Kurz vor dem Interview hatte das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) Angaben der ukrainischen Armeeführung veröffentlicht. Demnach bietet Russland 20 Millionen Dollar für Hinweise auf Brovdis Aufenthaltsort. Zudem haben russische Gerichte ihn laut Techradar in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.


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