Abo
  • IT-Karriere:

Autonome Taxis: Waymo-Nutzer bemängeln noch jede dritte Fahrt

Die selbstfahrenden Taxis der Google-Schwester Waymo sind längst nicht perfekt unterwegs. Die Nutzerbewertungen zeigen viele Probleme mit den autonomen Autos.

Artikel veröffentlicht am ,
Die selbstfahrenden Waymo-Taxis in ihrem Depot in Chandler/Arizona
Die selbstfahrenden Waymo-Taxis in ihrem Depot in Chandler/Arizona (Bild: Waymo)

Der geplante Taxidienst der Alphabet-Tochter Waymo hat weiterhin mit Problemen zu kämpfen. Das ergibt die Auswertung interner Nutzerstatistiken, die das US-Medium The Information einsehen konnte. Dem Bericht zufolge wurden in den Monaten Juli und August 2019 im US-Bundesstaat Arizona nur 70 Prozent der Fahrten mit den höchstmöglichen Punkten bewertet. Bei 30 Prozent der Fahrten hätten die Nutzer etwas auszusetzen gehabt. Im Silicon Valley lag die Beschwerdequote mit 47 Prozent noch deutlich höher.

Stellenmarkt
  1. Diehl Connectivity Solutions GmbH, Wangen im Allgäu / Nürnberg
  2. Universal Music GmbH, Berlin

Googles Schwesterfirma Waymo hatte ursprünglich geplant, in Vororten von Phoenix (Arizona) bereits Ende 2018 einen Taxidienst ohne jeden menschlichen Sicherheitsfahrer anzubieten. Doch diese ambitionierten Pläne wurden am Ende doch nicht umgesetzt. Darüber hinaus testet Waymo seine autonomen Autos noch im Silicon Valley. Allerdings dürfen in der Umgebung von San Francisco nur Waymo-Mitarbeiter den Dienst nutzen. The Information konnte nach eigenen Angaben das Nutzer-Feedback von 10.500 Fahrten auswerten, davon 6.100 aus der Umgebung von Phoenix.

Kritik, aber auch Lob

Dabei gibt es durchaus Fahrgäste, die die Leistung der selbstfahrenden Autos loben. So habe das Auto, ein umgebauter Chrysler Pacifica, "einige herausragende Manöver in schwierigen Situationen gemeistert", schrieb demnach ein Nutzer. Andere störten sich zwar an der Route, die das Fahrzeug gewählt hatte, gaben ihm aber dennoch die bestmögliche Bewertung. "Ich sehe ein, dass es immer noch getestet wird", schrieb der Fahrgast verständnisvoll.

Andere Fahrgäste waren hingegen kritischer. "Das Fahrzeug vibrierte immer wieder, als wollte es auf eine Fahrspur wechseln. Sehr beängstigend für mich, meine Frau und Kinder", lautete ein Feedback. Andere Nutzer beklagten sich über die umständliche Routenführung, die zur Folge hatte, dass Verabredungen und Termine nicht eingehalten werden konnten. Insgesamt konnte Waymo jedoch seinen Service verbessern. Im ersten Quartal dieses Jahres habe die Beschwerdequote noch bei 40 Prozent gelegen.

"Wie von meinem Vater abgesetzt"

Im Silicon Valley, wo der Verkehr im Vergleich zu Phoenix eine größere Herausforderung darstellt, gab es auch harschere Kritik. "Diese Fahrt war shit. Unbequem und geradezu alarmierend", schrieb ein Waymo-Mitarbeiter. Ein anderer beschwerte sich, dass das Auto am eigentlichen Fahrtziel "sehr langsam und umständlich" vorbeigefahren sei und ihn an einer überfüllten Bushaltestelle herausgelassen habe. "Das war etwas peinlich. Es fühlte sich an, als würde ich von meinem Vater abgesetzt", lautete das Feedback.

Dem Bericht zufolge testet Waymo derzeit nur auf seinem Firmengelände in kalifornischen Castle und in einem eingeschränkten Bereich in den Vororten von Phoenix die völlig fahrerlosen Taxis. Dort seien die Fahrzeuge durchaus 10 bis 15 Meilen (16 bis 24 Kilometer) ohne jede Probleme unterwegs. Um ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen zu können, müssten die Waymo-Autos allerdings auch in schwierigeren Umgebungen zuverlässig funktionieren. Zudem müssten die Nutzer dann bereit sein, für den Service entsprechende Fahrtkosten zu zahlen wie bei menschlichen Taxifahrern.

Doch dazu sind die Fahrgäste den Bewertungen zufolge nicht immer bereit. "Der Service ist großartig, weil er nichts kostet, aber zwei meiner vier Fahrten hatten Probleme, und wenn ich dafür bezahlen müsste, würde ich wahrscheinlich einen Service wie Lyft in Anspruch nehmen", schrieb demnach ein Nutzer aus Phoenix, der sich über eine ruckartige Fahrweise beschwerte und dessen Fahrzeug an seinem Ziel vorbeigefahren war. Ein anderer schrieb: "Ich denke, Lyft hat mich verwöhnt. Ich mag es, vor dem Hotel abgesetzt zu werden und nicht nur auf dem Parkplatz ... Ihr habt eine Menge Probleme zu lösen."



Anzeige
Top-Angebote
  1. GRATIS
  2. (aktuell u. a. AMD Ryzen 7 2700X für 189,90€, Asus ROG Crosshair VIII Formula Mainboard für 499...
  3. 45,79€

Terence01 15. Sep 2019 / Themenstart

Ui, das sind ja alles "Probleme" die man nie lösen wird. Ne Quatsch, mit jedem Fehler den...

sadan 29. Aug 2019 / Themenstart

Punkt 5 halte ich für falsch, aber dem rest stimme ich zu.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Snapdragon 850 - ARM64 vs Win32

Wir vergleichen native ARM64-Anwendungen mit ihren emulierten x86-Win32-Pendants unter Windows 10 on ARM.

Snapdragon 850 - ARM64 vs Win32 Video aufrufen
Verkehrssicherheit: Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall
Verkehrssicherheit
Die Lehren aus dem tödlichen SUV-Unfall

Soll man tonnenschwere SUV aus den Innenstädten verbannen? Oder sollten technische Systeme schärfer in die Fahrzeugsteuerung eingreifen? Nach einem Unfall mit vier Toten in Berlin mangelt es nicht an radikalen Vorschlägen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Torc Robotics Daimler-Tochter testet selbstfahrende Lkw
  2. Edag Citybot Wandelbares Auto mit Rucksackmodulen gegen Verkehrsprobleme
  3. Tusimple UPS testet automatisiert fahrende Lkw

Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

Garmin Fenix 6 im Test: Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen
Garmin Fenix 6 im Test
Laufzeitmonster mit Sonne im Herzen

Bis zu 24 Tage Akkulaufzeit, im Spezialmodus sogar bis zu 120 Tage: Garmin setzt bei seiner Sport- und Smartwatchserie Fenix 6 konsequent auf Akku-Ausdauer. Beim Ausprobieren haben uns neben einem System zur Stromgewinnung auch neue Energiesparoptionen interessiert.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Fenix 6 Garmins Premium-Wearable hat ein Pairing-Problem
  2. Wearable Garmin Fenix 6 bekommt Solarstrom

    •  /