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Das erste Autonomie-Produkt

Das Intelligence Awareness System (IAS), das die Sensordaten auswertet, ist seit diesem Jahr als Produkt auf dem Markt. Es soll die Mannschaft unterstützen und so für eine sichere Fahrt sorgen. Es sei "ein erster Minischritt in Richtung autonomer Schiffe", sagt Daffey.

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Getestet hat Rolls Royce das System zusammen mit der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL ). Es wurde auf der Fähre Sunflower eingesetzt, die auf dem Seto-Binnenmeer zwischen Kobe und Oita verkehrt. Die Route ist eine stark befahrene Wasserstraße, auf der neben Passagier- und Frachtschiffen auch viele Fischerboote und Freizeitwasserfahrzeuge unterwegs sind.

Die Mannschaft der Fähre beurteilte den digitalen Wachgänger positiv. Zudem konnte aus den Erfahrungen in dem Projekt die Nutzeroberfläche des Systems verbessert werden. "Das ist das Gute, wenn man Simulationen und Demonstrationen nutzt, dass man schnell lernen kann", kommentiert Daffey.

"Technisch ist das nicht sehr schwierig", sagt Daffey. Es gebe schon einige Lösungen - "die Automobilbranche hat da viel Pionierarbeit geleistet". Die hat seiner Ansicht nach rund fünf Jahre Vorsprung vor der Schifffahrtsbranche. Die wiederum profitiert von dem Wissensvorsprung durch Kooperationen wie sie in dem Bereich ja auch in der Automobilbranche verbreitet sind. Rolls Royce arbeitet mit Google zusammen. Die Briten setzen das KI-Framework Tensorflow bei der Entwicklung des AI-Systems ein - mit Intel vereinbart. Intel wird für die Schiffssysteme Chips zur Verfügung stellen, die auch in diversen automatisiert fahrenden Autos stecken.

Die Hardware ist unproblematisch: Computer werden seit Jahrzehnten auf Schiffen eingesetzt - da gibt es genug Erfahrungen. Zudem hilft Fortschritt, etwa dass zunehmend SSDs statt Festplatten eingesetzt werden. Wichtig sei, dass die Sensoren den Bedingungen auf See gewachsen seien, sagt Daffey: "Es gibt mehr Bewegungsmöglichkeiten: Schiffe bewegen sich auf und ab, die Wetterbedingungen auf See sind schwieriger. Also eine Sensorausstattung, die unter allen Wetterbedingungen funktioniert, ist eine Herausforderung."

Autonome Schiffe brauchen Satelliteninternet

Cybersicherheit und Konnektivität sind wichtig. Letztere leidet derzeit noch unter zu geringen Bandbreiten. Doch das soll sich ändern, wenn die Konstellationen für das Satelliteninternet im Orbit sind. Die Sicherheit will Rolls Royce mit den üblichen Mechanismen wie redundante Ausstattung, Verschlüsselung und regelmäßige Wartung vornehmen.

Das Problem seien derzeit fehlende rechtliche Rahmenbedingungen. Für die Regeln auf Hoher See ist die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization, IMO) zuständig, eine in London ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie hat die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) erlassen, sozusagen die Verkehrsregeln auf See.

Im Bereich der KVR ist ein Betrieb autonomer Schiffe derzeit nicht erlaubt. Eine Arbeitsgruppe, in der die IMO und die Flaggenstaaten vertreten sind, prüft gerade, welche Regeln geändert oder welche neue geschaffen werden müssen. Für die Kontrollzentren gibt es so etwas ja noch nicht. In welche behördliche Zuständigkeit werden sie fallen? Wie müssen sie ausgestattet sein? Was ist, wenn eines ausfällt? Schließlich: Wer darf dort arbeiten? Reicht es, dass die Steuerleute mit den Tools umgehen können? Oder ist es, um ein Schiff fernzusteuern, notwendig, dass sie selbst zur See gefahren sind?

Nicht jedes Schiff kann autonom werden

Entsprechend wird es dauern, bis autonome Schiffe auf hoher See fahren werden. Daffey schätzt, dass das erst in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre so weit sein werde. Einige Schiffstypen eignen sich ohnehin nicht dafür, die großen Containerfrachter etwa. Bei ihnen sind die die Kosten für die Mannschaft im Vergleich zu den Betriebskosten nur kleiner Posten. Bei anderen Schiffen dürfte es nicht erwünscht sein, etwa denen, die gefährliche Güter transportieren. "Vielen Regierungen und Reedern wird wohler dabei sein, wenn da eine Besatzung an Bord ist", sagt Daffey.

Die ersten autonomen Schiffe werden eher kleinere Frachter, Fähren und Schlepper sein. In den Küstengewässern, in denen sie unterwegs sind, entscheidet jeweils der Anrainer. Die Regierungen von Norwegen und Dänemark beispielsweise haben entsprechende Projekte erteilt, in Norwegen etwa der elektrische angetriebene Frachter Yara Birkeland. In ein bis zwei Jahren, sagt Daffey, werde es so weit sein.

Dann wird die Seefahrt zum Computerjob, und der Kapitän geht nach dem Ende seiner Wache zu seiner Familie nach Hause.

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 Die Brücke an Land
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derdiedas 19. Dez 2018

Was meinst Du denn wo das drauf hinausläuft. Du glaubst doch nicht im Ernst das die...

derdiedas 19. Dez 2018

Alle Jobs die Fahrzeuge führen die eigentlich nur von a nach b müssen werden obsolet. Im...

mark.wolf 17. Dez 2018

Das ist nicht richtig. Die Bestzungen der Schiffe unterliegen dem jeweiligen Gesetze der...

quadronom 12. Dez 2018

Der Zusammenstoß des Tankers mit der norwegischen Fregatte hat gezeigt, dass das hier nur...

Muhaha 05. Dez 2018

Man stelle sich vor, es gäbe nichts mehr, über das man dann in Foren jammern kann.


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