Abo
  • Services:

Das erste Autonomie-Produkt

Das Intelligence Awareness System (IAS), das die Sensordaten auswertet, ist seit diesem Jahr als Produkt auf dem Markt. Es soll die Mannschaft unterstützen und so für eine sichere Fahrt sorgen. Es sei "ein erster Minischritt in Richtung autonomer Schiffe", sagt Daffey.

Stellenmarkt
  1. Knauf Information Services GmbH, Iphofen bei Würzburg
  2. Dataport, verschiedene Einsatzorte

Getestet hat Rolls Royce das System zusammen mit der japanischen Reederei Mitsui O.S.K. Lines (MOL ). Es wurde auf der Fähre Sunflower eingesetzt, die auf dem Seto-Binnenmeer zwischen Kobe und Oita verkehrt. Die Route ist eine stark befahrene Wasserstraße, auf der neben Passagier- und Frachtschiffen auch viele Fischerboote und Freizeitwasserfahrzeuge unterwegs sind.

Die Mannschaft der Fähre beurteilte den digitalen Wachgänger positiv. Zudem konnte aus den Erfahrungen in dem Projekt die Nutzeroberfläche des Systems verbessert werden. "Das ist das Gute, wenn man Simulationen und Demonstrationen nutzt, dass man schnell lernen kann", kommentiert Daffey.

"Technisch ist das nicht sehr schwierig", sagt Daffey. Es gebe schon einige Lösungen - "die Automobilbranche hat da viel Pionierarbeit geleistet". Die hat seiner Ansicht nach rund fünf Jahre Vorsprung vor der Schifffahrtsbranche. Die wiederum profitiert von dem Wissensvorsprung durch Kooperationen wie sie in dem Bereich ja auch in der Automobilbranche verbreitet sind. Rolls Royce arbeitet mit Google zusammen. Die Briten setzen das KI-Framework Tensorflow bei der Entwicklung des AI-Systems ein - mit Intel vereinbart. Intel wird für die Schiffssysteme Chips zur Verfügung stellen, die auch in diversen automatisiert fahrenden Autos stecken.

Die Hardware ist unproblematisch: Computer werden seit Jahrzehnten auf Schiffen eingesetzt - da gibt es genug Erfahrungen. Zudem hilft Fortschritt, etwa dass zunehmend SSDs statt Festplatten eingesetzt werden. Wichtig sei, dass die Sensoren den Bedingungen auf See gewachsen seien, sagt Daffey: "Es gibt mehr Bewegungsmöglichkeiten: Schiffe bewegen sich auf und ab, die Wetterbedingungen auf See sind schwieriger. Also eine Sensorausstattung, die unter allen Wetterbedingungen funktioniert, ist eine Herausforderung."

Autonome Schiffe brauchen Satelliteninternet

Cybersicherheit und Konnektivität sind wichtig. Letztere leidet derzeit noch unter zu geringen Bandbreiten. Doch das soll sich ändern, wenn die Konstellationen für das Satelliteninternet im Orbit sind. Die Sicherheit will Rolls Royce mit den üblichen Mechanismen wie redundante Ausstattung, Verschlüsselung und regelmäßige Wartung vornehmen.

Das Problem seien derzeit fehlende rechtliche Rahmenbedingungen. Für die Regeln auf Hoher See ist die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (International Maritime Organization, IMO) zuständig, eine in London ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie hat die Kollisionsverhütungsregeln (KVR) erlassen, sozusagen die Verkehrsregeln auf See.

Im Bereich der KVR ist ein Betrieb autonomer Schiffe derzeit nicht erlaubt. Eine Arbeitsgruppe, in der die IMO und die Flaggenstaaten vertreten sind, prüft gerade, welche Regeln geändert oder welche neue geschaffen werden müssen. Für die Kontrollzentren gibt es so etwas ja noch nicht. In welche behördliche Zuständigkeit werden sie fallen? Wie müssen sie ausgestattet sein? Was ist, wenn eines ausfällt? Schließlich: Wer darf dort arbeiten? Reicht es, dass die Steuerleute mit den Tools umgehen können? Oder ist es, um ein Schiff fernzusteuern, notwendig, dass sie selbst zur See gefahren sind?

Nicht jedes Schiff kann autonom werden

Entsprechend wird es dauern, bis autonome Schiffe auf hoher See fahren werden. Daffey schätzt, dass das erst in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre so weit sein werde. Einige Schiffstypen eignen sich ohnehin nicht dafür, die großen Containerfrachter etwa. Bei ihnen sind die die Kosten für die Mannschaft im Vergleich zu den Betriebskosten nur kleiner Posten. Bei anderen Schiffen dürfte es nicht erwünscht sein, etwa denen, die gefährliche Güter transportieren. "Vielen Regierungen und Reedern wird wohler dabei sein, wenn da eine Besatzung an Bord ist", sagt Daffey.

Die ersten autonomen Schiffe werden eher kleinere Frachter, Fähren und Schlepper sein. In den Küstengewässern, in denen sie unterwegs sind, entscheidet jeweils der Anrainer. Die Regierungen von Norwegen und Dänemark beispielsweise haben entsprechende Projekte erteilt, in Norwegen etwa der elektrische angetriebene Frachter Yara Birkeland. In ein bis zwei Jahren, sagt Daffey, werde es so weit sein.

Dann wird die Seefahrt zum Computerjob, und der Kapitän geht nach dem Ende seiner Wache zu seiner Familie nach Hause.

 Die Brücke an Land
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

SvD 09. Dez 2018 / Themenstart

Je mehr Schiffe ohne Besatzung unterwegs sind, desto weniger Personen in Seenot wird es...

ark 05. Dez 2018 / Themenstart

Ich find es ist relativ einfach zu definieren was autonom bedeutet. Das Wort bezieht sich...

Muhaha 05. Dez 2018 / Themenstart

Man stelle sich vor, es gäbe nichts mehr, über das man dann in Foren jammern kann.

norbertgriese 05. Dez 2018 / Themenstart

Waymo machts richtig: Autonomes Fahren wird mit 6Zyl. Automatik Benzin-Fahrzeugen von...

Kay_Ahnung 05. Dez 2018 / Themenstart

Ich kenne die Gegebenheiten vor Ort nicht aber ich denke mal das der Hafen einfach zu...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Odroid Go - Test

Mit dem Odroid Go kann man Doom spielen - aber dank seines ESP32-Mikrocontrollers ist er auch für Hard- und Softwarebastler empfehlenswert.

Odroid Go - Test Video aufrufen
Resident Evil 2 angespielt: Neuer Horror mit altbekannten Helden
Resident Evil 2 angespielt
Neuer Horror mit altbekannten Helden

Eigentlich ein Remake - tatsächlich aber fühlt sich Resident Evil 2 an wie ein neues Spiel: Golem.de hat mit Leon und Claire gegen Zombies und andere Schrecken von Raccoon City gekämpft.
Von Peter Steinlechner

  1. Resident Evil Monster und Mafia werden neu aufgelegt

Need for Speed 3 Hot Pursuit (1998): El Nino, Polizeifunk und Lichtgewitter in Rot-Blau
Need for Speed 3 Hot Pursuit (1998)
El Nino, Polizeifunk und Lichtgewitter in Rot-Blau

Golem retro_ Electronic Arts ist berühmt und berüchtigt für jährliche Updates und Neuveröffentlichungen. Was der Publisher aber 1998 für digitale Raser auffuhr, ist in puncto Dramatik bei Verfolgungsjagden bis heute unerreicht.
Von Michael Wieczorek

  1. Playstation Classic im Test Sony schlampt, aber Rettung naht

Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test: Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses
Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test
Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

Wir haben die dritte Generation von Sonys Top-ANC-Kopfhörer getestet - vor allem bei der Geräuschreduktion hat sich einiges getan. Wer in lautem Getümmel seine Ruhe haben will, greift zum WH-1000XM3. Alle Nachteile der Vorgängermodelle hat Sony aber nicht behoben.
Ein Test von Ingo Pakalski


      •  /