Abo
  • IT-Karriere:

Die Brücke an Land

Den heutigen Verbrennungsantrieb mit Schweröl halten viele Experten für nicht geeignet, da er anfällig und aufwendig im Betrieb sei.

Stellenmarkt
  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam
  2. CodeCamp:N GmbH, Nürnberg

"Wir müssen sicherstellen, dass die Systeme zuverlässig sind", sagt auch Daffey. Auf konventionellen Schiffen müssten immer Maschinisten an Bord sein, die für einen reibungslosen Betrieb sorgten. Die neuen Schiffe hingegen werden - ein Vorteil für die Umwelt - eher mit Flüssigerdgas oder elektrisch mit Akkus betrieben, wie das Frachtschiff Yara Birkeland, das derzeit in Norwegen gebaut wird.

Rolls Royce achtet laut Daffey schon heute darauf, die Systeme für Schiffe robuster und zuverlässiger zu gestalten. Zudem werden sie mit Sensoren ausgestattet, die Daten über den Zustand liefern. So sei es möglich zu prognostizieren, wann Probleme auftreten können statt darauf zu warten und nur diagnostizieren zu können.

Wenn die Daten aus den Schiffen alle im ROC einliefen, sei es nicht mehr nötig, dass auf jedem Schiff ein leitender Ingenieur mitfahre. "Man kann die Leute besser einsetzen, und sie können abends nach Hause gehen, was für sie ein großer Vorteil ist", sagt Daffey. Seeleute sehen ihre Familie und ihr Zuhause oft wochen- oder gar monatelang nicht. Ist keine Mannschaft an Bord, können Schiffe wiederum anders gebaut werden: Sie brauchen keine Unterkünfte mehr, keine Heizung, keine Kombüse und die dazugehörigen Versorgungssysteme. Sie werden von der Konstruktion eher einfacher, leichter und benötigen weniger Energie.

Anfangs werden die Schiffe noch im "Melee Mode" gesteuert, das heißt direkt per Joystick. Der nächste Schritt ist eine taktische Kontrolle: Der Kapitän weist das Schiff an, zu einer bestimmten Position zu fahren und dort auf die nächsten Kommandos zu warten. Ziel ist aber eine strategische Kontrolle: "Ich will, dass das Schiff da und da hinfährt und das und das macht. Das sage ich dem Schiff, und es trifft seine eigenen Entscheidungen", erklärt Daffey.

Der Schlepper soll die Leine selbst fangen

In dem Projekt mit Svitzer werden schon die nächsten Schritte dafür vorbereitet: So soll auf der Svitzer Hermod ein System installiert werden, das die Schleppleine des Schiffes, das geschleppt werden soll, fängt. Außerdem sollen weitere Funktionen integriert werden, etwa dass das Schiff nach Wegpunkten navigiert.

Auch die Ausstattung eines ROC ist Ziel des Projekts mit Svitzer, einer Tochter der weltgrößten Reederei Maersk. So stellte sich beispielsweise heraus, dass die Reaktionszeit des Schiffes anders als an Bord eine Schwierigkeit darstellt. "Auf der Bücke würde der Kapitän hören, wenn die Maschine hochdreht, er hat also eine Sinneswahrnehmung, dass etwas passieren wird", erläutert Daffey. Diese Wahrnehmung fehle aber im ROC. "Wir haben also einen Lautsprecher im ROC installiert und ein Mikrofon auf dem Schiff. So nimmt der Steuermann wahr, dass die Maschine hochdreht und dass sie tut, was er will." Im Entwicklungszentrum in Turku hat Rolls Royce sogar eine vibrierende Platte eingebaut, die auch noch die Vibrationen im Schiff nachbildet.

Bei der visuellen Ausstattung hingegen bevorzugen die Seeleute es einfach: "Wir hatten erwartet, dass sie das wollen, was sie auch auf der richtigen Brücke sehen, mit allen Bewegungen, dem grellen Sonnenlicht, dem Regen und alles", sagt Daffey. Zum Erstaunen der Entwickler wollten die Seeleute gar keine Videowand mit echten Kamerabildern. Ihnen reichte ein einfache Darstellung des Schiffs mit Land und anderen Schiffen ohne Bewegungen und Sonnenlicht - "fast wie in einem Computerspiel" - aus. "Sie sagten, es sei dann einfacher zu steuern und, wenn man lange vor dem Bildschirm steht, sei es besser aus der Gesundheits- und Sicherheitsperspektive. Das hatten wir nicht erwartet."

Inzwischen hat Rolls Royce ein erstes System für autonome Schiffe auf den Markt gebracht.

 Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach HauseDas erste Autonomie-Produkt 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 69,90€ + Versand (Vergleichspreis 85,04€ + Versand)
  2. (u. a. Philips 55PUS8303 Ambilight-TV für 699€ statt 860€ im Vergleich und weitere TV-Angebote)
  3. (aktuell u. a. Intel Core i5-9600K boxed für 229€ + Versand statt 247,90€ + Versand im...

derdiedas 19. Dez 2018

Was meinst Du denn wo das drauf hinausläuft. Du glaubst doch nicht im Ernst das die...

derdiedas 19. Dez 2018

Alle Jobs die Fahrzeuge führen die eigentlich nur von a nach b müssen werden obsolet. Im...

mark.wolf 17. Dez 2018

Das ist nicht richtig. Die Bestzungen der Schiffe unterliegen dem jeweiligen Gesetze der...

quadronom 12. Dez 2018

Der Zusammenstoß des Tankers mit der norwegischen Fregatte hat gezeigt, dass das hier nur...

Muhaha 05. Dez 2018

Man stelle sich vor, es gäbe nichts mehr, über das man dann in Foren jammern kann.


Folgen Sie uns
       


Asrock DeskMini A300 - Test

Der DeskMini A300 von Asrock ist ein Mini-PC mit weniger als zwei Litern Volumen. Der kleine Rechner basiert auf einer Platine mit Sockel AM4 und eignet sich daher für Raven-Ridge-Chips wie den Athlon 200GE oder den Ryzen 5 2400G.

Asrock DeskMini A300 - Test Video aufrufen
Zulassung autonomer Autos: Der Mensch fährt besser als gedacht
Zulassung autonomer Autos
Der Mensch fährt besser als gedacht

Mehrere Jahre haben Wissenschaftler und Autokonzerne an Testverfahren für einen Autobahnpiloten geforscht. Die Ergebnisse sprechen für den umfangreichen Einsatz von Simulation. Und gegen den schnellen Einsatz der Technik.
Von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren US-Post testet Überlandfahrten ohne Fahrer
  2. Mercedes-Sicherheitsstudie Wenn das Warndreieck autonom aus dem Auto fährt
  3. Einride T-Pod Autonomer Lkw fährt in Schweden Waren aus

Bethesda: Ich habe TES Blades für 5,50 Euro durchgespielt
Bethesda
Ich habe TES Blades für 5,50 Euro durchgespielt

Rund sechs Wochen lang hatte ich täglich viele spaßige und auch einige frustrierende Erlebnisse in Tamriel: Mittlerweile habe ich den Hexenkönig in TES Blades besiegt - ohne dafür teuer bezahlen zu müssen.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades erhält mehr Story-Inhalte und besseres Balancing
  2. Bethesda TES Blades ist für alle verfügbar
  3. TES Blades im Test Tolles Tamriel trollt

Homeoffice: Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
Homeoffice
Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst

Homeoffice verspricht Freiheit und Flexibilität für die Mitarbeiter und Effizienzsteigerung fürs Unternehmen - und die IT-Branche ist dafür bestens geeignet. Doch der reine Online-Kontakt bringt auch Probleme mit sich.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  2. IT-Headhunter ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht
  3. IT-Berufe Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?

    •  /