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Autonome Kriegsführung: F-16-Kampfjets mit KI-Agent ausgerüstet

Geflogen wird seit Juni, noch mit Pilot. Die Software kann die komplette Steuerung übernehmen. Geplant waren erste Flüge eigentlich schon 2024.
/ Mario Petzold
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Eine F-16 kann Atomsprengköpfe tragen (im Bild eine belgische Maschine mit Attrappe). (Bild: AFP via Getty Images/Kenzo Tribouillard)
Eine F-16 kann Atomsprengköpfe tragen (im Bild eine belgische Maschine mit Attrappe). Bild: AFP via Getty Images/Kenzo Tribouillard

Die Forschungsbehörde des US-Militärs Darpa(öffnet im neuen Fenster) hat mehrere Kampfflugzeuge vom Typ F-16 Fighting Falcon umgerüstet, damit diese autonom fliegen können. Zum Einsatz kommt ein nicht näher benannter KI-Agent.

Laut der Mitteilung kann mit einer speziellen Schnittstelle auf Sensoren und Flugsteuerung zugegriffen werden. Veränderungen an der Software des Jets selbst sollen dafür jedoch nicht nötig gewesen sein, weshalb eine schnelle Einführung des Systems möglich sein soll.

Die F-16 gilt als das am weitesten verbreitete Kampfflugzeug weltweit. Die meisten Nato-Staaten verfügen darüber. Insgesamt sollen seit dem Produktionsstart 1976 mehr als 4.600 Stück ausgeliefert worden sein.

Entwicklung langsamer als gedacht

Erste Pläne zur autonomen Steuerung des vergleichsweise simplen Kampfjets gab es bereits 2024. Noch im selben Jahr hätten erste Maschinen ausgerüstet werden sollen. Ebenfalls 2024 wurde eine experimentelle X-62A auf Basis der F-16 bereits autonom geflogen.

Aber erst jetzt, mehr als zwei Jahre später, kann der eingesetzte KI-Agent eine nicht modifizierte F-16 steuern. Die Testflüge sollen seit Juni stattfinden, noch aber sitzt ein Pilot im Cockpit, der insbesondere für Start und Landung verantwortlich ist und im Flug die Kontrolle abgeben kann.

Der KI-Agent soll helfen, die Koordination mehrerer Flugzeuge zu erleichtern und die Vielzahl an Daten, Sensorwerten und Informationen aus Überwachungssystemen zu überblicken. Inwieweit andere Aufgaben oder sogar Kampfhandlungen durch die autonomen Systeme ausgeführt werden können, bleibt unklar. Die Darpa spricht stets nur von einer Unterstützung des menschlichen Piloten.

Der Golem-Blick

Denn weiterhin ist umstritten, welche Folgen der Einsatz autonomer Systeme in Kampfhandlungen(öffnet im neuen Fenster) hat. Die Frage ist dann, wie Ziele ausgewählt werden, wie zwischen zivilen und militärischen Zielen unterschieden wird und wie mit Fehlern bei der Interpretation von Informationen durch Software umgegangen werden muss. Zwar gilt auch beim Einsatz von KI-Agenten das Völkerrecht, aber schlimmstenfalls ist am Ende niemand mehr direkt verantwortlich.


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