Autonome Fahrzeuge und LLMs: Wofür KI im Militär genutzt wird

Hersteller von KI-Lösungen fürs Militär sind meist sehr sparsam mit Details – trotz vieler Warnungen wird künstliche Intelligenz aber für militärische Anwendungen entwickelt und bereits genutzt. Ein Einblick.

Artikel von Andreas Meier veröffentlicht am
Auch für das Future Combat Air System (FCAS) werden KI-Anwendungen entwickelt.
Auch für das Future Combat Air System (FCAS) werden KI-Anwendungen entwickelt. (Bild: Airbus)

Künstliche Intelligenz ist nicht nur Gegenstand der universitären und privatwirtschaftlichen Forschung, sondern stößt seit jeher auch im Militärbereich auf großes Interesse. Allein die Darpa als Forschungsorganisation des US-Militärs investiert seit mehr als fünf Jahrzehnten in den Bereich der künstlichen Intelligenz, wobei viele Projekte vermutlich eher unbekannt sind.

Bei dem Versuch, etwas mehr Licht auf aktuelle Anwendungsfälle von künstlicher Intelligenz im militärischen Bereich zu werfen, ist es eine Herausforderung, dass die Hersteller entsprechender Lösungen typischerweise sehr sparsam mit Details sind. Wir zeichnen mit Zusatzinformationen ein umfassenderes Bild über die Lösungen und die dahinterstehenden Firmen. Abschließend gehen wir zudem der Frage nach, ob die verstärkte Nutzung von KI für militärische Anwendungen überhaupt noch erlaubt sein wird.

Große Hoffnungen auf KI im Militärbereich

Seit dem Aufstieg von OpenAI und allen voran von ChatGPT erlebt die Welt einen neuerlichen KI-Hype, wie es ihn schon mal in den 1960er und 1980er Jahren gab. Oft konnten damals die hochfliegenden Erwartungen nicht erfüllt werden, wodurch in den folgenden sogenannten KI-Wintern etwa auch die Darpa die Forschungsgelder für KI-Forschung kürzte.

Mit ChatGPT ist KI dagegen im Mainstream angekommen (g+), das Thema ist allgegenwärtig und damit rückt auch verstärkt wieder eine militärische Nutzung von KI-Technologie in den Blick der Öffentlichkeit.

So argumentieren Befürworter etwa, dass eine KI bei Militäreinsätzen weniger Fehler als Menschen machen würde. Autonome Waffen könnten genauere Angriffe mit "chirurgischer Präzision" ermöglichen und somit die Zahl ziviler Opfer reduzieren. Aber auch Kosten könnten drastisch sinken und vor allem könnten Verluste von Soldaten vermindert werden.

Eric Schmidt, früherer CEO von Alphabet, sieht sogar eine Notwendigkeit der stärkeren Nutzung von KI im US-Militärbereich, um vor allem ein Gegengewicht zu China zu bilden. Auch Alex Karp, CEO von Palantir, ist großer Verfechter von KI im Militärbereich, wobei bei ihm vermutlich auch starke wirtschaftliche Interessen bestehen.

Auf der anderen Seite warnen Gegner, darunter selbst prominente KI-Forscher wie Yoshua Bengio oder Geoffrey Hinton, vor dem Missbrauch von KI im Militär. So kritisiert er etwa die Idee eines sogenannten selbstheilenden Minenfeldes, das Lücken nach dem Auslösen einzelner Minen über Sekundärwaffen schließen kann. Infolgedessen sprechen sie sich für eine stärkere Regulierung des KI-Einsatzes bis hin zu Verboten entsprechender Techniken aus.

Zudem wurde auch die Idee einer Pausierung der weltweiten KI-Forschung ins Gespräch gebracht, wenngleich auch den Initiatoren sicher bewusst war, dass dies kaum umsetzbar sein würde. Aber auch abseits der Aussagen von Experten wird immer wieder, getreu der Visionen diverser Filme wie Terminator oder I, Robot, vor den selbstständigen Killerrobotern gewarnt. Nur wofür wird KI eigentlich tatsächlich im Militärbereich genutzt?

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Autonome Fahrzeuge im Militäreinsatz 
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bitcoinbro 21. Dez 2023

Wenn auf beiden Seiten nicht mehr Menschen kämpfen, sondern selbstständige...

Superschlenz 20. Dez 2023

Sie behebt halt die Fehler ihrer Schöpfer. Lösung: Einfach keine Fehler machen. Negativer...

Gelb3 19. Dez 2023

Wieso leider?

bastie 19. Dez 2023

Einen Hinweis darauf gibt der gestrige Tagesschau-Artikel "Viel mehr Ziele - und viel...



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