Nicht immer erkennbar, wofür KI-Modelle genutzt werden
Jedoch ist Dual-Use ein Problem: KI-Technologie, etwa zur Bilderkennung, kann für zivile, aber eben auch für militärische Anwendungen genutzt werden. Es ist daher selbst für Tech-Unternehmen nicht immer erkennbar, ob ihre leistungsfähigsten Modelle nicht doch für militärische Zwecke zum Einsatz kommen können.
Noch deutlicher trifft es Open-Source-Modelle, wie am Palantir-Beispiel deutlich wird: Dank Transfer Learning können moderne Transformer-Architekturen via Fine-Tuning auf andere Anwendungsfälle und damit auch militärische relativ leicht übertragen werden. Gängige Open-Source-Lizenzen, wie etwa die GPL, können jedoch eine militärische Nutzung nicht untersagen.
Wird die Zahl ziviler Opfer durch KI höher oder niedriger?
Künstliche Intelligenz im Zusammenhang mit dem Militär ist ein zweischneidiges Schwert. Viele Entwicklungen im KI-Bereich wurden durch das Militär finanziert, wie etwa die Darpa Challenges, die zu Fortschritten im autonomen Fahren führten. Zudem gibt es das oft genannte Versprechen, dass KI-unterstützte Waffensysteme viel effizienter wären und sie durch bessere Datenauswertungen und Analysen (zivile) Opferzahlen deutlich verringern würden.
Aber gilt dies wirklich? Die Verlagerung von Entscheidungen über Militäroperationen vom Menschen auf die Maschine kann auch die Hemmschwelle senken, weil Verantwortlichkeiten unklarer werden und die Distanz von Entscheidern zum Kriegsgeschehen vergrößert wird. Welche Theorie wirklich zutreffen wird, wird leider nur die Zeit und die wahrscheinlich stärkere Nutzung KI-unterstützter Waffensysteme zeigen können.
Andreas Meier beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit künstlicher Intelligenz (KI) und verantwortet heute KI-Anwendungen bei einem Automobilhersteller.
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