Eurofighter-Upgrade mit KI-basierter Flugabwehrerkennung

Saab und das deutsche Rüstungs-Start-up Helsing wurden von der Bundeswehr beauftragt, den Eurofighter für den elektronischen Kampf auszustatten. Das Ziel ist, den Eurofighter vor allem in der Aufklärung, aber auch im Selbstschutz gegen gegnerische Flugabwehr zu befähigen. Saab liefert dazu die Sensorik, während Helsing die KI-Software liefern soll, damit der Eurofighter erfasste Radardaten on-board analysieren und Selbstschutzmaßnahmen ableiten kann.

  • Der Eurofighter soll mit Objekterkennung für gegnerische Flugabwehrsysteme ausgestattet werden. (Bild: Helsing)
Der Eurofighter soll mit Objekterkennung für gegnerische Flugabwehrsysteme ausgestattet werden. (Bild: Helsing)

Die Pressemitteilung – und nichts weiter scheint bisher im freien Internet über dieses Projekt zu existieren – spricht nebulös auch immer wieder vom elektromagnetischen Spektrum, so dass vielleicht auch andere Arten der Erfassung und des Trackings von Flugobjekten Teil des Systems sein könnten. Klar ist aber, dass es sich um einen Edge-Computing-Ansatz handelt, der, sofern man den Stellenausschreibungen von Helsing Glauben schenkt, Deep-Learning-basierte Verfahren integriert.

Helsing ist zwar wie viele Rüstungsunternehmen zu seinen Produkten sehr verschwiegen, aber teilweise auch recht untypisch im Vergleich zu bekannteren Unternehmen wie Rheinmetall oder Krauss-Maffei Wegmann. So wurde das Unternehmen erst 2021 in Deutschland gegründet und hat mittlerweile Standorte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Es hat in zwei Finanzierungsrunden bisher 311,5 Millionen Euro eingesammelt und mit Tom Enders den ehemaligen Airbus-CEO im Board of Directors. Zudem ist Metas früherer europäischer KI-Chef Antoine Bordes als Vice President for Artificial Intelligence tätig.

Helsing konzentriert sich rein auf Software und sieht in der Nutzung von KI einen wesentlichen Mehrwert im Verteidigungssektor, weshalb das Unternehmen mit klassischen Rüstungsunternehmen wie Saab und Rheinmetall zusammenarbeitet, aber selbst die KI-Funktionen liefert. Zudem sind die Stellenausschreibungen sehr deutlich in Bezug auf die Anwendungen, betonen die Unternehmenswerte und bezeichnen die Mission offen als Schutz von Demokratien.

Interessant sind auch die Blog-Posts, wobei deutlich wird, dass Helsing sich vor allem auf Objekterkennung konzentriert, laut anderer Quellen aber keine Technik für automatisierte Angriffe bereitstellt. Dabei geht der referenzierte Post auch auf die besonderen Herausforderungen im militärischen Umfeld ein. So sind die zu erkennenden Objekte oft getarnt oder könnten mittels Adversarial Attacks ihre Entdeckung durch (KI-)Erkennungssysteme aktiv verhindern wollen.

Weiterhin müssen teilweise auch bisher unbekannte Objekte, wie neue Varianten von Fahrzeugen, erkannt werden. Zudem gibt es auch eine große Spannweite an möglichen Umgebungen, Landschaften und Wetterbedingungen. Helsing sieht daher den Schlüssel für die beste KI-Erkennung darin, wie schnell die Modelle und Systeme an diese Herausforderungen spezifisch adaptiert werden können, so dass etwa geringe Trainingszeiten von hoher Bedeutung sind.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Autonome Fahrzeuge im MilitäreinsatzLLMs für Aufklärung und Entscheidungsfindung 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8.  


bitcoinbro 21. Dez 2023

Wenn auf beiden Seiten nicht mehr Menschen kämpfen, sondern selbstständige...

Superschlenz 20. Dez 2023

Sie behebt halt die Fehler ihrer Schöpfer. Lösung: Einfach keine Fehler machen. Negativer...

Gelb3 19. Dez 2023

Wieso leider?

bastie 19. Dez 2023

Einen Hinweis darauf gibt der gestrige Tagesschau-Artikel "Viel mehr Ziele - und viel...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Telekom-Finanzchef
Glasfaser? Was zählt, sind Kunden auf dem Netz

Für die Telekom ist es wichtig, dass die Kunden ihr Netz buchen. Vectoring reicht eigentlich schon aus. Es muss nicht immer FTTH sein.

Telekom-Finanzchef: Glasfaser? Was zählt, sind Kunden auf dem Netz
Artikel
  1. Enorme Nachfrage: Nvidia kündigt nächste GPU-Knappheit schon vorab an
    Enorme Nachfrage
    Nvidia kündigt nächste GPU-Knappheit schon vorab an

    In den nächsten Monaten soll die Blackwell-Architektur vorgestellt werden. Nvidia erwartet zunächst einen starken Nachfrageüberschuss.

  2. Zum LDAP-Profi in drei Tagen
     
    Zum LDAP-Profi in drei Tagen

    Für Authentifizierung, Autorisierung sowie Adress- und Benutzerverzeichnisse ist LDAP der Industriestandard. Dieser dreitägige Intensivkurs vermittelt fundiertes Wissen und praktische Erfahrung mit dem wichtigen Protokoll.
    Sponsored Post von Golem Karrierewelt

  3. Solarmodule: Meyer Burger will Werk in Sachsen schließen
    Solarmodule
    Meyer Burger will Werk in Sachsen schließen

    Der Solaranbieter Meyer Burger bereitet die Schließung seines Freiberger Werks vor. Minister Robert Habeck kommt das ungelegen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • HP Omen 27" QHD 240Hz 379€ • MindStar: PNY RTX 4070 Super 619€, MSI RTX 4090 Gaming 1.839€ • FF7 Rebirth PS5 mit Gratis-Zugaben 69,99€ • Roccat -58% • Neu: Sony Pulse Elite Headset 134,99€ • EA-Spiele -74% • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /