Autonome Fahrzeuge im Militäreinsatz
Autonome Fahrzeuge haben eine lange Tradition in der militärischen Forschung, wie sich etwa auch 2005 bei der Darpa Grand Challenge zeigte. In diesem vielbeachteten Wettbewerb demonstrierte das Stanford-Team um den deutschen Professor Sebastian Thrun mit dem umgebauten VW Touareg Stanley das beste System, um autonom durch die Mojave-Wüste zu fahren.
Das Ziel, Fahrzeuge autonom vor allem hinter feindlichen Linien fahren zu lassen, ist weiterhin aktuell. Dabei sollen für verschiedene Einsatzzwecke am Boden unterschiedliche, auch oft leichter gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden, um etwa Transportfunktionen, Feuerunterstützung bei Kampfeinsätzen oder auch medizinische Unterstützung für Truppen zu ermöglichen.
Die Technik hat sich jedoch deutlich weiterentwickelt und Rheinmetall Canada bietet mit dem Path Autonomy Kit eine serienreife Plattform an, die auch auf diversen Militärmessen gezeigt wird.
Diese Plattform besteht aus Sensorik, entsprechender Rechenhardware sowie zugehöriger Software, um Drive-by-Wire-Fahrzeuge in unbemannte Bodenfahrzeuge (Unmanned Ground Vehicle; UGV) verwandeln zu können. Die genaue Technik wird – wenig überraschend – nirgendwo vorgestellt, aber laut Rheinmetall kann das System auch ohne GPS-Empfang autonom agieren, Hindernissen ausweichen und das Fahrzeug selbst durch unwirtliches Gelände navigieren. Aufgrund dieser Einsatzzwecke ist zudem davon auszugehen, dass sämtliche Berechnungen zur Steuerung der Fahrfunktionen komplett on-board passieren.
Aus dem verlinkten Video wird ersichtlich, dass das System sowohl auf Kameras als auch Lidar zu setzen scheint. Anhand älterer Stellenanzeigen von Rheinmetall lässt sich vermuten, dass hier grundsätzlich vielfältige Sensoren (Kamera, Radar, Lidar, GPS, Inertialsensorik) zum Einsatz kommen können.
Zudem soll der Betriebsmodus des Fahrzeugs nahtlos gewechselt werden können: von völlig autonom über durch einen Operator ferngesteuert bis hin zum Fahren durch Einsatzkräfte direkt im Fahrzeug. Die Technik selbst wurde wohl durch den Zukauf des aus Ottawa stammenden Start-ups Provectus Robotics Solutions Inc. im Jahr 2019 erlangt, wobei das Unternehmen unter diesem Namen als Teil von Rheinmetall Canada weiter existiert.
Generell lässt sich vermuten, dass hier ähnliche Verfahren zur Bilderkennung sowie Regelungstechnik wie beim autonomen Fahren von Pkw zum Einsatz kommen können, jedoch natürlich deutliche Änderungen an den Modellen erforderlich sind. Denn Verkehrsregeln, Straßenmarkierungen und Ähnliches sind in unwegsamem Gelände eher irrelevant.
Zu erkennen, welche Pfade überhaupt durch das Gelände genommen werden können, ist dagegen von sehr hoher Relevanz. Da Rheinmetall diese Plattform als Erweiterung beliebiger Drive-by-Wire-Fahrzeuge anbietet, ist aber vermutlich auch eine grundlegende Adaption an die Fähigkeiten jedes einzelnen Fahrzeugs notwendig.
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