Autonome Fahrzeuge: Mini-Transrapid soll Stadtverkehr revolutionieren
Es soll der Auftakt zu einer Verkehrsrevolution werden: Auf dem Testgelände der Israel Aerospace Industries(öffnet im neuen Fenster) (IAI) in Tel Aviv entsteht bis 2015 eine 500 Meter lange Magnetschwebebahn, die nach einer Erprobungsphase im regulären Nahverkehr der Mittelmeer-Metropole eingesetzt werden soll. Geht es nach dem hinter dem Projekt stehendem Unternehmen UniModal, das eng mit der Nasa kooperiert, könnte die umweltfreundliche Technologie bald weltweit für Furore sorgen. Erste Projekte in den USA, Malaysia, Indonesien und Indien seien bereits in Planung, teilte das kalifornische Konsortium mit.
Die für den urbanen Nahverkehr entwickelte Technologie soll es Passagieren erlauben, per Smartphone ein Zwei-Personen-Shuttle an eine bestimmte Haltestelle zu bestellen und sich dann zum gewünschten Ziel bringen zu lassen. Die Fahrgastkabinen hängen an magnetischen Schienen rund 20 Meter über dem Boden und sollen den öffentlichen Nahverkehr entlasten.
Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometer pro Stunde
Im Testbetrieb erreichen die Shuttle-Kabinen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometer pro Stunde, im realen Stadtverkehr soll es deutlich mehr werden. Das Vorhaben in Tel Aviv sei der "Durchbruch" für die neue Technologie, sagte Skytran(öffnet im neuen Fenster)-Vorstandschef Jerry Sanders. Der Bau sei deutlich günstiger als beispielsweise die aufwändige Konstruktion von U-Bahnen.
Der unabhängige Verkehrs- und Zukunftsexperte Joe Dignan nennt die Pläne vielversprechend. Es handele sich um einen Hybriden aus bereits existierender Infrastruktur und autonom agierenden Fahrzeugen. "Das bereitet den Markt für allein fahrende Vehikel vor", sagte Dignan der britischen BBC. Der Testlauf soll die endgültige Praxistauglichkeit beweisen, bevor das System im Stadtgebiet Tel Aviv ausgebaut wird.