Autonome Busse in Monheim: Software-Updates sind "allergrößte Herausforderung"

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Die Stadt Monheim bei Köln testet seit fast zwei Jahren selbstfahrende Busse. Doch diese sind noch alles andere als autonom.

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Der autonome Bus fährt durch die enge Altstadt von Monheim am Rhein.
Der autonome Bus fährt durch die enge Altstadt von Monheim am Rhein. (Bild: Stadt Monheim)

Die Stadt Monheim am Rhein rechnet erst vom Jahr 2025 an mit dem Einsatz selbstfahrender Busse ohne menschlichen Sicherheitsfahrer. Das sagte der Geschäftsführer der Bahnen der Stadt Monheim GmbH (BSM), Frank Niggemeier-Oliva, am Dienstag auf dem virtuellen Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC). Bis dahin hofft das Unternehmen unter anderem darauf, dass sich Prozesse wie Software-Updates deutlich vereinfachen lassen.

Inhalt:
  1. Autonome Busse in Monheim: Software-Updates sind "allergrößte Herausforderung"
  2. Software lässt sich kaum 100-prozentig testen

In Monheim sind seit Februar 2020 die Busse vom Typ EZ 10 des französischen Herstellers Easymile im Einsatz. Die Linie A01 verläuft vom Busbahnhof durch das enge Schelmentor in die Altstadt. Im 15-Minuten-Takt werden mit maximal 16 km/h sieben Haltestellen bedient. Vergleichbare Testprojekte gibt es seit 2017 im bayerischen Bad Birnbach und seit 2018 in Berlin.

Die Busse sind jedoch noch alles andere als autonom. Nach Angaben von Niggemeier-Oliva wird derzeit erst das teilautomatisierte SAE-Niveau 2 oder 2+ erreicht. "Wir hoffen, dass wir im Jahr 2025 wirklich Level 4 fahren können", sagte der Geschäftsführer. Diese Automatisierungsstufe bedeutet, dass die Fahrzeuge auf bestimmten Strecken ohne menschliche Sicherheitsfahrer unterwegs sein dürfen.

Operator muss Fahrzeug freigeben

Das ist bei der aktuellen Fahrzeuggeneration noch nicht möglich. Weiterhin ist ein sogenannter Operator mit an Bord, der beispielsweise an Einmündungen und anderen festgelegten Stellen die Weiterfahrt freigeben muss. Ebenfalls muss er manuell das Fahrzeug navigieren, wenn ein Fahrzeug auf der eingegebenen Route parkt.

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Das ist auch der Fall, wenn es auf der Strecke eine Baustelle geben sollte. Laut Projektleiter Axel Bergweiler müsste der Shuttle-Bus neu angelernt werden, um die Baustelle zu umfahren. "Wenn das jetzt ein Baustelle ist, die nur drei Tage geht, dann lohnt sich das nicht, das neu einzumessen", sagte Bergweiler und fügte hinzu: "Wenn ich für zwei Wochen für einen Kilometer manuell fahren müsste, dann würden wir auch für die zwei Wochen die Strecke neu einmessen."

Darüber hinaus ist es dann erforderlich, die neue Streckendatei von dem Bus herunterzuladen und per "Turnschuh-Schnittstelle" auf die anderen Busse einzuspielen. Software-Updates aus der Ferne sind bei Easymile bislang nicht möglich. Laut Bergweiler muss dazu ein Techniker von Easymile anreisen: "Das dauert pro Fahrzeug mehrere Stunden, das Update wirklich vernünftig zu konfigurieren. Es kann auch sein, dass dann an der Strecke neue Anpassungen vorgenommen werden müssen, weil sich irgendwo etwas minimal verändert hat."

So könnten nach einem Update auch Verschlechterungen auf der Route auftreten, die dann ausgebessert werden müssten. "Manchmal würde man sich freuen, wenn es einfach over the air geht und dann ist das System besser", sagte Bergweiler.

Ebenfalls stört sich die BSM daran, dass die Updates nur Hand in Hand mit dem Hersteller eingespielt und in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland getestet werden können.

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Software lässt sich kaum 100-prozentig testen 
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sixx_am 31. Dez 2021

Bei Leuten wie dir fällt der technische Fortschritt immer vom Himmel, ohne dass etwas...

Bobah 29. Dez 2021

"Wir können aus der Ferne die Scheibenwischer anmachen, wir können aus der Ferne sagen...

dummzeuch 29. Dez 2021

... gibt es nicht. Sie ist viel zu komplex dazu, insbesondere sowas wie eine automome...

Sukram71 29. Dez 2021

Die sollen einfach ein paar Entwickler von ner chinesischen Staubsauger-Roboter-Firma...



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