Abo
  • Services:
Anzeige
MIT-Assistenzsystem: Sichere Zonen statt Ideallinie
MIT-Assistenzsystem: Sichere Zonen statt Ideallinie (Bild: MIT/Screenshot: Golem.de)

Autonom fahren: MIT-Assistenzsystem greift nur bei Gefahr ein

MIT-Assistenzsystem: Sichere Zonen statt Ideallinie
MIT-Assistenzsystem: Sichere Zonen statt Ideallinie (Bild: MIT/Screenshot: Golem.de)

Zwei MIT-Forscher haben ein semiautonomes Assistenzsystem entwickelt, das Unfälle vermeiden helfen soll. Es überwacht die Fahrt und greift nur ein, wenn Gefahr droht.

Überhöhte Geschwindigkeit, eine falsche Lenkbewegung zur falschen Zeit, ein Hindernis übersehen - meist sind es Fahrfehler, die zu einem Unfall führen. Forscher von der Robotic Mobility Group am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein semiautonomes Assistenzsystem entwickelt, das helfen soll, solche Unfälle zu vermeiden.

Anzeige

Das System besteht aus einer Kamera und einem laserbasierten Entfernungsmesser, die Hindernisse rund um das Fahrzeug erfassen. Ein Algorithmus analysiert die Bilder und errechnet einen sicheren Korridor, in dem das Auto bleiben muss. Solang keine Gefahr droht, arbeitet das System im Hintergrund. Erkennt es jedoch, dass die Gefahr einer Kollision mit einem Hindernis besteht, greift es ein.

Keine Ideallinienberechnung

Dabei berechnet das System nicht einfach einen sicheren Fahrweg im Sinne einer Ideallinie, erklären die Entwickler Sterling Anderson und Karl Iagnemma. "Menschen denken nicht so", sagt Anderson. Wir führen eher nach dem Grundsatz: Diesen Teil der Straße kann ich nutzen, hier ist es sicher. Ich konzentriere mich nicht auf eine bestimmte Linie, sondern darauf, auf der Straße zu bleiben und mit keinem anderen Fahrzeug zusammenzustoßen.

  • Testaufbau: Wie reagiert ein Fahrer auf das Assistenzsystem? (Foto: Sterling Anderson)
  • Tesfahrtzeug vor Hindernisparcours: 1.200 Testfahrten, über 30 Fahrer, kaum Kollisionen. (Foto: Sterling Anderson)
Testaufbau: Wie reagiert ein Fahrer auf das Assistenzsystem? (Foto: Sterling Anderson)

Diesen Ansatz haben Anderson und Iagnemma nachgebildet: Statt eine sichere Fahrlinie zu errechnen, suche es ebenfalls nach sicheren Zonen und interveniere, wenn diese verlassen werden, erklären die Forscher in einem Aufsatz, der auf dem Dokumentenserver IEEE Xplore veröffentlicht wurde. Dazu unterteilt das System die Umgebung es Autos in Dreiecke. Eine Kante repräsentiert jeweils die Fahrbahnbegrenzung oder ein Hindernis und darf nicht überfahren werden. Diese Kante wird als verboten definiert.

Erlaubte und verbotene Kanten

Überfährt der Fahrer jeweils eine der beiden anderen Kanten, ist es sicher, und das System lässt ihn gewähren. Steuert er jedoch auf die verbotene zu - etwa weil der Fahrer unaufmerksam ist oder ein riskantes Manöver durchführt -, übernimmt das Assistenzsystem die Kontrolle über das Auto und sorgt dafür, dass es wieder in die sichere Zone kommt.

Anderson und Iagnemma haben das Assistenzsystem in Saline im US-Bundesstaat Michigan getestet: Probanden sollten ein mit dem System ausgerüstetes Testfahrzeug über einen mit Fässern und Hütchen abgesteckten Parcours fahren. Wenn die Entwickler die Testfahrer anwiesen, direkt auf ein Hindernis zuzusteuern, reagierte das System und verhinderte einen Aufprall.

Unfälle durch Kamerafehler

Rund drei Dutzend Fahrer haben über 1.200 Testfahrten durchgeführt. Die Fahrten seien bis auf wenige Ausnahmen fehlerlos abgelaufen. Es sei zu einigen wenigen Kollisionen gekommen, berichten die Forscher. Die meisten davon seien auf einen Kamerafehler zurückzuführen gewesen.

Einen Nachteil habe das System, sagen die Forscher: Es könnte dazu führen, dass Fahranfänger ihre Fähigkeiten überschätzen. Ohne Rückmeldung darüber, wenn sie einen Fehler machen, würden sie nicht lernen, besser zu fahren und auf Dauer von Assistenzsystemen abhängig werden. Erfahrene und sichere Fahrer wiederum könnten eingeschränkt werden. Jetzt werden die Möglichkeiten erwogen, wie sich das System an verschiedene Erfahrungsstufen anpassen lässt.


eye home zur Startseite
tilmank 19. Jul 2012

Es ging nur darum, ob etwas auffällt oder nicht. Neue kriminelle Möglichkeiten mit...

NeverDefeated 17. Jul 2012

TEIL 2 Meine Aussage war eher: Ich habe keine Lust mich für Unfälle durch fehlerhaft...

Bouncy 16. Jul 2012

Einen Pappkarton mit >200kmh zu überfahren kann ziemlich gefährlich werden, vorher zu...

__fastcall 16. Jul 2012

Ich halte von solchen Automatisierungen überhaupt nichts. Je leichter uns alles gemacht...

WinnerXP 16. Jul 2012

Es könnte auch Sinn machen, in dem Fall die Fahrbahn zu verlassen. Denke, das wird das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Consors Finanz, München
  2. Continental AG, Frankfurt
  3. Landis+Gyr GmbH, Nürnberg
  4. ING-DiBa AG, Nürnberg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-8%) 45,99€
  2. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  3. (-15%) 16,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Einigung erzielt

    EU verbietet Geoblocking im Online-Handel

  2. Unitymedia

    Discounter Easy kommt technisch nicht an das TV-Kabelnetz

  3. Rollenspielklassiker

    Enhanced Edition für Neverwinter Nights angekündigt

  4. Montagewerk in Tilburg

    Wo Tesla seine E-Autos für Europa produziert

  5. AUV

    US-Marine sucht mit Robotern nach verschollenem U-Boot

  6. Apple Watch

    WatchOS-1-App-Updates gibt es bis zum April 2018

  7. ZDF mit 4K-UHD

    Bergretter und Bergdoktoren werden in HLG-HDR ausgestrahlt

  8. Star Wars Battlefront 2

    Macht und Mikrotransaktionen

  9. Tether

    Kryptowährungsstartup verliert 31 Millionen Dollar

  10. Time Warner

    Trump-Regierung will Milliardenübernahme durch AT&T stoppen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Gaming-Smartphone im Test: Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
Gaming-Smartphone im Test
Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen
  1. Razer Phone im Hands on Razers 120-Hertz-Smartphone für Gamer kostet 750 Euro
  2. Kiyo und Seiren X Razer bringt Ringlicht-Webcam für Streamer
  3. Razer-CEO Tan Gaming-Gerät für mobile Spiele soll noch dieses Jahr kommen

Firefox 57: Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
Firefox 57
Viel mehr als nur ein Quäntchen schneller
  1. Mozilla Wenn Experimente besser sind als Produkte
  2. Firefox 57 Firebug wird nicht mehr weiterentwickelt
  3. Mozilla Firefox 56 macht Hintergrund-Tabs stumm

Smartphoneversicherungen im Überblick: Teuer und meistens überflüssig
Smartphoneversicherungen im Überblick
Teuer und meistens überflüssig
  1. Winphone 5.0 Trekstor will es nochmal mit Windows 10 Mobile versuchen
  2. Librem 5 Das freie Linux-Smartphone ist finanziert
  3. Aquaris-V- und U2-Reihe BQ stellt neue Smartphones ab 180 Euro vor

  1. Re: Quatsch?

    neocron | 13:20

  2. uefi ist geil

    triplekiller | 13:17

  3. Re: Sackgasse fürs Hirn

    McTristan | 13:15

  4. Re: Mein Rechner bootet nicht mehr

    triplekiller | 13:15

  5. Altkunden von Unitymedia sei der Wechsel nach...

    M.P. | 13:15


  1. 12:57

  2. 12:42

  3. 12:23

  4. 11:59

  5. 11:50

  6. 11:34

  7. 11:20

  8. 11:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel