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Autonom fahren: Leichtverletzte bei Unfall mit Google-Auto

Wenn hinten einer auffährt, hilft auch die beste Steuerung nichts: Zum ersten Mal hat es bei einem Unfall mit einem autonomen Google-Auto Verletzte gegeben.
/ Werner Pluta
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Autonom fahrender Lexus: nicht müde, irritiert oder abgelenkt (Bild: Google)
Autonom fahrender Lexus: nicht müde, irritiert oder abgelenkt Bild: Google

Die Google-Mitarbeiter saßen zu dritt in der umgebauten Lexus-Sportlimousine (Sports Utility Vehicle, SUV). Das Auto, das im autonomen Modus unterwegs war, stoppte vor einer Kreuzung. "Die Ampel war grün, aber der Verkehr stockte auf der anderen Seite, weshalb drei Autos, inklusive unserem, bremsten und hielten, um nicht mitten auf der Kreuzung steckenzubleiben" , schildert Chris Urmson, Leiter von Googles Auto-Projekt, den Unfallhergang in einem Beitrag im US-Nachrichtenangebot Medium.com(öffnet im neuen Fenster) .

Die Stoßstange fiel ab

Das andere Auto sei mit einer Geschwindigkeit von etwa 27 km/h aufgefahren, schreibt Urmson. Die Insassen der beiden Autos seien mit einem leichten Schleudertrauma davongekommen. Das Google-Auto habe einige Kratzer, beim anderen sei die Stoßstange abgefallen. Der Unfall passierte bereits am 1. Juli.

Eine Videoaufzeichnung des selbstfahrenden Autos zeige, dass genug Platz zwischen beiden Fahrzeugen gewesen sei. Dennoch habe der Fahrer des zweiten Fahrzeuges nicht reagiert und sei ungebremst auf das Google-Auto aufgefahren. Er sei, vermutet Urmson, abgelenkt gewesen.

Google-Autos fahren 16.000 Kilometer in der Woche

Die Google-Autos sind inzwischen mehr als 1,6 Millionen Kilometer gefahren. In der Woche führen die selbstfahrenden Autos rund 16.000 Kilometer - so viel lege ein US-Bürger im Schnitt in einem Jahr zurück, schreibt Urmson. Diese Fahrleistung lasse gewisse Rückschlüsse auf die Zahl der Unfälle auf US-Straßen zu.

"Unsere autonom fahrenden Autos werden überraschend häufig von Fahrern gerammt, die abgelenkt sind und nicht auf den Verkehr achten" , schreibt Urmson. Die Zahl der Unfälle sei gestiegen, seit die autonom fahrenden Google-Autos mehr auf Nebenstraßen als auf Autobahnen unterwegs seien.

Seit 2009 seien 14 Unfälle passiert, davon 11 Auffahrunfälle - und keiner davon gehe auf das Konto der Google-Autos , betont Urmson noch einmal. Denn ein Roboterauto könne Hunderte Objekte gleichzeitig beachten, es werde nicht müde, irritiert oder abgelenkt.


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