Autonom fahren: Audi bekommt Lizenz für fahrerlose Autos

Audi hat eine Lizenz von Nevada erhalten, um autonom fahrende Autos auf den Straßen des US-Bundesstaates zu betreiben. Das hat das Unternehmen auf der CES in Las Vegas bekanntgegeben. Audi sei der erste Autohersteller, der eine solche Lizenz erhalte. Die erste Lizenz für autonome Autos überhaupt hat 2012 Google bekommen .
Ein Auto selbstständig von A nach B fahren zu lassen, sei nichts Neues mehr, sagte Ricky Hudi, für die Entwicklung im Bereich Elektrik und Elektronik bei Audi zuständig. Die bisherigen autonomen Autos hätten allerdings riesige Aufbauten auf dem Dach und den Kofferraum vollgestopft mit Computern. Die Aufgabe sei deshalb, die Elektronik ins Auto zu integrieren. Audi habe entsprechende Bauteile gezeigt, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin Technology Review(öffnet im neuen Fenster) : einen Laserscanner, der so klein sei, dass er hinter den Kühlergrill passe und ein kleines Board, das die Systeme im Kofferraum ersetzen solle.
Zukunftsvision pilotiertes Fahren
Pilotiertes Fahren(öffnet im neuen Fenster) nennt Audi das maschinengesteuerte Fahren. Es soll zuerst im Stau oder zähfließendem Verkehr sowie beim Parken zum Einsatz kommen. Gehe es im dichten Feierabendverkehr mit weniger als 60 Kilometern pro Stunde voran, soll das Auto von sich aus beschleunigen und verzögern sowie mit Einschränkungen auch lenken. Löse sich der Stau auf, werde der Fahrer aufgefordert, die Kontrolle wieder selbst zu übernehmen.
Verschiedene Sensoren behalten dabei das direkte sowie das weitere Umfeld des Autos im Blick: Zwei Radarsensoren erfassen den Bereich vor dem Wagen in einem Winkelfeld von rund 35 Grad und bis zu 250 Metern Länge. Der Laserscanner tastet einen Bereich von 140 Grad auf einer Länge von 80 Metern ab. Eine Kamera achtet auf die Fahrbahnmarkierungen sowie auf Hindernisse, andere Autos und Fußgänger. Acht Ultraschallsensoren überwachen die unmittelbare Umgebung.
Parken ohne Fahrer
Eine andere Anwendung für das pilotierte Fahren ist selbstständiges Einparken, etwa in Parklücken, die so eng sind, dass der Fahrer nicht mehr aussteigen könnte: Der Fahrer verlässt in so einem Fall das Fahrzeug und weist es mit dem Funkschlüssel oder dem Smartphone an, sich autonom in die Lücke zu zwängen.
Auch das lästige Kurven durch Parkhäuser und Tiefgaragen soll sich damit erledigt haben: Der Fahrer gibt das Auto am Eingang ab. Die Steuerrechner des Parkhauses suchen einen freien Parkplatz und teilen dem Auto die Position und den Weg dorthin mit. Audi ist überzeugt, dass solche Szenarien schon in wenigen Jahren möglich sein werden. Der Autohersteller stattet bereits ein Parkhaus im heimischen Ingolstadt mit Technik aus, die das ermöglichen soll.
Autonom zum Gipfel
Audi beschäftigt sich nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) schon seit mehreren Jahren mit autonomem Fahren: 2010 absolvierte ein speziell ausgerüsteter Audi TTS autonom die bekannte Bergstrecke am Pikes Peak im US-Bundesstaat Colorado.
Die nötige Technik hatten Forscher vom Electronics Research Lab von VW und von der Stanford-Universität gemeinsam entwickelt. Für den knapp 20 Kilometer langen Anstieg mit seinen 156 Kurven brauchte der Roboter-Audi 27 Minuten. Im Jahr darauf schaffte es ein Fahrer erstmals in weniger als zehn Minuten auf den Berg.



