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Automobilindustrie: Elektro-Pickup Slate setzt auf Bring your own Device

Das Start-up Slate bietet seinen Elektro-Pickup ab 24.950 US-Dollar an. Fahrer nutzen dafür ihr eigenes Smartphone oder Tablet.
/ Nils Matthiesen
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Slate-E-Pickup kommt ohne festes Infotainment. (Bild: Slate)
Slate-E-Pickup kommt ohne festes Infotainment. Bild: Slate

Das von Jeff Bezos unterstützte Startup Slate verfolgt laut Engadget(öffnet im neuen Fenster) bei seinem neuen Elektro-Pickup ein Bring-your-own-Tech-Konzept. Konkret verzichtet der Hersteller im Innenraum auf ein fest verbautes Infotainment-System. Statt eines großen Bildschirms integriert das Unternehmen eine Halterung samt USB-Anschluss für eigene Smartphones oder Tablets der Nutzer. Nach Angaben des Startups soll dieser Verzicht vor veralteter Technik schützen und die Produktionskosten senken.

Das Basismodell unter der Bezeichnung The Blank Slate startet bei 24.950 US-Dollar. Je nach gewählter Ausstattung steigt der Verkaufspreis allerdings auf bis zu 46.493 US-Dollar. Das relativiert das Bare-Bones-Versprechen mit wachsendem Zubehörkatalog. Vor Gebühren gilt das Modell dennoch als günstigster Pickup sowie als günstigstes Elektrofahrzeug auf dem US-Markt. Ursprünglich hatte Slate sogar mit einem Preis unter 20.000 US-Dollar geworben, dieses Versprechen aber nach dem Wegfall der staatlichen E-Auto-Steuergutschrift zurückgezogen.

Drei Karosserien und Open-Air-Paket

Slate bietet den E-Pickup in drei Karosserievarianten an: als zweisitziges Modell mit offener Ladefläche, als vollverschlossenen SUV mit zusätzlicher Sitzbank für bis zu drei weitere Passagiere sowie als Fastback mit abfallender Dachlinie. Das optionale Open-Air-Paket beinhaltet abnehmbare Dachelemente sowie eine zusätzliche Sitzbank, um drei weitere Passagiere zu befördern.

Um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, verbaut der Hersteller lediglich ein etwa 4 Zoll großes LCD-Display hinter dem Lenkrad. Dieses zeigt automatisch das Bild der Rückfahrkamera an, sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt.

Optionale Hardware und Telematik

Für die Audiowiedergabe stehen Halterungen für mobile Bluetooth-Lautsprecher bereit. Alternativ bietet Slate ein fest verbautes Center-Lautsprechersystem für 249,99 US-Dollar an. Dieses bildet die Voraussetzung für zwei optionale Seitenlautsprecher für 149,99 US-Dollar.

Zusätzlich umfasst das Zubehörangebot eine separat erhältliche Tablet-Halterung sowie ein Knopfsystem für das Lenkrad. Der Knopf verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone, um etwa Musik zu steuern oder Außenlichter zu bedienen. Ein optionales Telematik-Modul kostet 275 US-Dollar. Die gebührenpflichtige Schnittstelle ermöglicht per App das Entriegeln der Fahrzeugtüren sowie die Vorkonditionierung der Batterie.

Konzept mit Potenzial?

Slates Konzept ist in dieser Konsequenz bislang einzigartig am US-Markt: ein Serienfahrzeug ganz ohne festes Infotainment-System, dafür mit belegtem Preisvorteil. Die Modularität selbst ist dagegen kein Novum. Hersteller wie GMC(öffnet im neuen Fenster) oder Plymouth(öffnet im neuen Fenster) experimentierten bereits früher mit wandelbaren Karosserien, meist allerdings ohne kommerziellen Erfolg. Auch aktuell verfolgt Toyota(öffnet im neuen Fenster) mit dem in Indonesien gebauten Hilux Rangga einen ähnlichen Ansatz, dort allerdings über externe Karosseriebauer und nicht als werksseitiges Baukastensystem. Der 2023 insolvent gegangene EV-Hersteller Canoo(öffnet im neuen Fenster) hatte ebenfalls ein modulares Plattformkonzept verfolgt.

Neu an Slate ist damit vor allem die Kombination aus werksseitigem Umbausatz, Elektroantrieb und radikal niedrigem Einstiegspreis, nicht die Modularität als solche. Ob sich das Konzept im Alltag bewährt, bleibt offen: Die Serienfertigung beginnt erst Ende 2026, belastbare Erfahrungen aus Kundenhand stehen also noch aus.

Dass der BYOD-Ansatz (Bring your own Device) auf reale Nutzerpräferenzen treffen könnte, legt auch der Tech Experience Index 2026 nahe: Demnach bewerten Autobesitzer unauffällige, im Hintergrund arbeitende Technik durchweg besser als bildschirmlastige Systeme.


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