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Automobilbranche: Mercedes erwägt Einstieg in Rüstungsproduktion

Mercedes-Benz zieht eine Produktion von Militärgütern in Erwägung. Das Geschäft müsse aber wirtschaftlich sinnvoll sein.
/ Nils Matthiesen
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Ola Källenius erwägt den Einstieg in die Rüstungsindustrie. (Bild: Johannes Simon/Getty Images)
Ola Källenius erwägt den Einstieg in die Rüstungsindustrie. Bild: Johannes Simon/Getty Images

Der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz zeigt sich offen für einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Voraussetzung dafür sei, dass dieser Schritt geschäftlich sinnvoll ist. Das erklärte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius im Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster). Europa müsse angesichts einer unvorhersehbaren Welt sein Verteidigungsprofil schärfen. Wenn das Unternehmen dabei eine positive Rolle einnehmen könne, sei es dazu bereit.

Automobilbranche sucht neue Geschäftsfelder

Mit diesen Überlegungen steht Mercedes-Benz innerhalb der deutschen Industrie nicht alleine da. Der verarbeitende Sektor in Deutschland stagniert seit Jahren und versucht sich als Akteur im westlichen Verteidigungsnetzwerk zu etablieren. So führt auch Volkswagen Gespräche mit israelischen Unternehmen, um bis zum Jahr 2027 Komponenten für das dortige Raketenabwehrsystem Iron Dome herzustellen. Damit möchte der Konzern ungenutzte Fabrikkapazitäten auslasten.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall weitet seine Produktion ebenfalls aus. Er plant die Fertigung von Marschflugkörpern mit einem niederländischen Partner und kooperiert mit der Deutschen Telekom für ein Drohnenabwehrsystem. In den USA gab es zudem Gespräche der Trump-Regierung mit General Motors und Ford, um Fabrikkapazitäten für die Munitionsproduktion zu nutzen.

Präzisionsmaschinen in hoher Stückzahl

Mercedes-Benz liefert bereits Militärfahrzeuge. Der Konzern hält Anteile am abgespaltenen Lkw-Hersteller Daimler Truck, welcher Großfahrzeuge für das Militär baut. Zudem existieren seit langer Zeit Militärversionen der G-Klasse. Källenius sieht die Stärken eines Volumenherstellers in der Fähigkeit, präzise Maschinen in hoher Stückzahl fertigen zu können. Wehrtechnik würde zwar nur eine Nische und einen kleinen Teil des Gesamtgeschäfts ausmachen, könnte jedoch wachsen und zum Finanzergebnis beitragen. Im vergangenen Jahr halbierte sich der Gewinn von Mercedes-Benz nahezu, unter anderem wegen US-Zollkosten in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar, Konkurrenzdruck in China und sinkender Produktionskapazitäten.


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