Automatisierung: Bahn testet digitale Kupplungen für Güterzüge

Die Deutsche Bahn treibt die Digitalisierung auch im Güterverkehr voran. Helfen sollen dabei neuartige Kupplungen.

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Automatische Kupplungen sollen den Güterverkehr effizienter machen.
Automatische Kupplungen sollen den Güterverkehr effizienter machen. (Bild: Deutsche Bahn)

Die Deutsche Bahn hat mit der Erprobung von neuartigen Kupplungen für Güterwaggons begonnen. Die sogenannte Digitale Automatische Kupplung (DAK) soll langfristig die bisherigen Schraubenkupplungen ablösen, die noch per Hand gespannt werden müssen. In den kommenden Monaten würden zwölf Güterwagen mit Kupplungstypen von vier Herstellern ausgerüstet, teilte die Bahn am Montag mit. "Die DAK öffnet die Tür zu einer umfassenden Automatisierung und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs", sagte Technik-Vorstand Sabina Jeschke.

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Eine DAK verbindet den Angaben zufolge Güterwagen automatisch miteinander. Sie stellt ohne Handarbeit des Rangierpersonals eine mechanische Verbindung zwischen den Wagen her und kuppelt gleichzeitig die Luftleitung für die Bremse sowie eine Strom- und Datenbusleitung aneinander. Dadurch könnten mehr Güterwagen in kürzerer Zeit bereitgestellt werden. "Die Kapazität an Rangier- und Umschlagbahnhöfen kann um 40 Prozent steigen", heißt es in einem Faktenblatt (PDF) der Bahn.

Die Umrüstungskosten eines einzelnen Güterwagens werden demnach auf 15.000 bis 17.000 Euro geschätzt. Diese Summe enthalte auch Automatisierungskomponenten, wie sie beispielsweise für die Bremsprobe benötigt würden. "Die Umrüstung von rund 60.000 Güterwagen der DB in Deutschland und für die Ausrüstung von Lokomotiven mit Hybridkupplungen kosten demnach rund eine Milliarde Euro", schreibt die Bahn. Eine aktuelle Studie (PDF) im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums geht von Umstellungskosten in Europa in Höhe von 6,4 bis 8,6 Milliarden Euro aus.

Bislang steht noch nicht fest, welches System europaweit zum Einsatz kommen soll. "Es werden Kupplungen der Firmen CAF, Dellner, Faiveley Transport (Wabtec) und Voith verwendet. Der Unterschied liegt im Kupplungskopf und in der E-Kupplung, also der Verbindung der Strom- und Datenleitung", schreibt die Bahn. Die Kupplungsköpfe sind teilweise schon im europäischen Personenverkehr im Einsatz.

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Nach den technischen Tests werde ein Typ ausgewählt. "Ein Versuchszug mit 24 Wagen fährt dann mehrere Monate durch Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie weitere EU-Länder", hieß es weiter.

Im Schienengüterverkehr werden seit mehr als 100 Jahren fast ausschließlich Schraubenkupplungen verwendet: "Um Wagen zu verbinden, wird ein 20 kg schwerer Bügel auf den Haken des nächsten Wagens gelegt. Die Kupplung wird dann durch Drehen an einem Schraubgewinde hinter dem Bügel gespannt." Güterverkehr-Vorstand Sigrid Nikutta erhofft sich durch die neue Technik eine Stärkung des Einzelwagenverkehrs als "grüne Alternative zum Lkw". Güter auf der Schiene zu transportieren, sei "der einfachste Weg, das Klima zu schützen".

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Rattenschwanz 04. Sep 2020

Im mitteleuropäischen Schienengüterverkehr werden seit 100 Jahren ausschließlich...

bahnfahrer69 02. Sep 2020

Ich bezweifle, dass die digitale Kupplung die Problemlösung für den Güterverkehr ist. Den...

Trockenobst 01. Sep 2020

Sicherheit erreicht man durch Erfahrung. Gleichzeitig hat man ja eine historische Fülle...

Trockenobst 01. Sep 2020

Da gibt es so viele Bahnhöfe die total runter gearbeitet wurden, es gibt angeblich keine...

Peter V. 01. Sep 2020

Kennt halt zwei Zustände, verbunden und nicht.



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