Das Auto überwacht den Fahrer - und nicht umgekehrt

Einige Funktionen scheinen aber schon mehr oder weniger festzustehen, zum Beispiel die Fahrerüberwachung. "Wir bezeichnen das nicht als Fahrerüberwachung, sondern als Fahrerverfügbarkeitserkennung. Der Begriff Überwachung hat einen negativen Klang, weil kein Fahrer überwacht werden möchte", sagt Bereczki. Audi nutzt dazu eine Innenraumkamera, die allerdings keine Bildaufnahmen macht, sondern nur bestimmte Merkmale wie Lidschlag oder die Kopfstellung erfasst.

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In der Pressemitteilung dazu heißt es: "Sind beispielsweise die Augen des Fahrers längere Zeit geschlossen, fordert das System ihn zur Übernahme der Fahraufgabe auf. Nicht bordgestützte Nebentätigkeiten wie das Lesen einer Zeitung sind allgemein nicht erlaubt. Hier kann die Sicht der Kamera auf den Kopf des Fahrers verdeckt sein, was wiederum zu einer Übernahmeaufforderung führt."

Auto muss den Fahrer notfalls wecken

Doch was passiert, wenn der Fahrer nicht reagiert oder es zu einer Notsituation kommt? "Dann wird das Auto auch sehr eindringlich und nachdrücklich den Fahrer auffordern, die Fahraufgabe zu übernahmen. Wir machen das auch mit Kurzbremsungen, Gurtstraffen, aber natürlich auch optisch und akustisch. Dieser Appell an den Fahrer ist sehr wichtig, um den Missbrauch des Systems zu unterbinden", sagt Bereczik. Reagiert der Fahrer immer noch nicht, soll das Auto einen "risikominimierten Zustand" herbeiführen.

"Beim Staupiloten mit einer maximalen Geschwindigkeit von 60 km/h ist es zielführend, wenn das Auto in der eigenen Spur zum Stehen kommt. Das geht im Stau schließlich nicht anders", sagt der Audi-Experte. Solche einfachen Nothaltesysteme sind bereits bei verschiedenen Mercedes-Modellen oder Tesla-Fahrzeugen Standard. "Beim Autobahnpiloten mit höheren Geschwindigkeiten ist hingegen das Ziel, auf den Standstreifen auszuweichen und dort zum Stillstand zu kommen", erläutert Bereczki. Solange die Autos nicht selbstständig die Spur wechseln dürfen, geht das aber nicht.

Typische Fahraufgaben als Voraussetzung

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Neben dem Herbeiführen des risikominimierten Zustands ("minimal risk manouvre") sollen die Fahrzeuge auch Notsituationen ("emergency manouvres") beherrschen. Einem aktuellen Arbeitsdokument der Industrie zufolge (PDF) sollen die Fahrzeuge in der Lage sein, zur Verhinderung einer Kollision entweder eine Vollbremsung einzuleiten oder das Hindernis zu umfahren. In solchen Fällen soll eine Ausweichfunktion (Emergency Steering Function, ESF) zum Einsatz kommen. Bei einer Fahrt im Stau dürfte es jedoch eher selten vorkommen, dass ein unerwartetes Hindernis auftaucht. Zudem ist ein Ausweichen schwierig.

Was gar nicht reguliert wird, sind die eigentlichen Fahraufgaben. Hier geht die Arbeitsgruppe davon aus, dass ein Fahrzeug im hochautomatisierten Modus alle erwartbaren Fahrsituationen beherrscht. Schwierig bei einem Staupiloten ist beispielsweise das Einfädeln anderer Fahrzeuge auf die eigene Fahrspur. Bei den gegenwärtig verfügbaren Stauassistenten, die Golem.de getestet hat, wollten wir uns nicht in allen Situationen auf das System verlassen. "Die Detektion und Reaktion auf sogenannte nah einscherende Fahrzeuge ist ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt beim Staupiloten und zudem der zentrale Unterschied zwischen assistierten und automatisierten Staufahren", sagt Audi. Mit Hilfe des Laserscanners unterhalb der Motorhaube in Kombination mit den Front-Eckradaren und der anschließenden Datenfusion im zentralen Steuergerät (zFas) soll der Staupilot diese Situation beherrschen und wie ein menschlicher Fahrer reagieren.

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 Keine bestimmten Sensoren gefordertWie bildet der Staupilot die Rettungsgasse? 
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robinx999 29. Aug 2020

Das Problem hat man doch jetzt schon beim adaptiven Tempomaten da sehen viele diese...

My1 15. Aug 2018

ist das nicht illegal? zum überholen muss man doch iirc n bisschen mehr tempo draufhaben...

narfomat 09. Aug 2018

also ohne ABS und servolenkung nein, aber ohne ESP auf jeden fall! schon mal versucht...

Aki-San 17. Jul 2018

Schwarmbasierte, vollautomatisierte Fahrzeugtechnik kann schon heute über Jahrhunderte...

Aki-San 17. Jul 2018

A1, A3, A4, A44, A46, A59 uvm. Zwischen Köln und Düsseldorf. Von 5-20 Uhr. :/



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