Automatisierte Bugsuche: 1.200 Crashes in Debian
Mit dem automatisierten Tool Mayhem sucht ein Forscherteam nach Bugs und möglichen Sicherheitslücken. Erstes Ergebnis: 1.200 Crash-Bugs in Debian.
Das Forscherteam von David Brumley von der Carnegie Mellon University hat 1.200 Bugs in Debian-Paketen gefunden, die zu Programmabstürzen führen. Nur wenige sind vermutlich Sicherheitsprobleme. Das Team hat per Debian-Mailingliste um Ratschläge gebeten, wie diese Menge an Fehlerberichten am besten ins Bug-Tracking-System einzutragen ist.
Die Fehlerberichte sind das Ergebnis eines Forschungsprojekts der Universität. Dort wurde das Tool Mayhem entwickelt, das automatisiert nach möglichen Abstürzen in Programmen sucht.
"Wir benutzen eine Technik, die sich Symbolic Execution nennt", erklärt Mayhem-Entwickler David Brumley auf Anfrage von Golem.de. "Soweit ich weiß, hat bisher niemand versucht, mit dieser Technik Zehntausende von Programmen zu untersuchen."
Mayhem simuliert den Ablauf von Programmen mit verschiedenen Eingaben durch die Kommandozeile und eingelesene Dateien und versucht dabei, Abstürze im Programm zu provozieren. Dabei arbeitet Mayhem mit Binärdateien und ist somit nicht auf den Quellcode der Programme angewiesen. Mayhem funktioniert mit Linux- und Windows-Programmen.
22.000 Programme getestet, 5.000 Bugs gefunden
Ein Absturz weist oft auf mögliche Sicherheitsprobleme hin. Doch von den gefundenen Bugs ist nur ein geringer Teil sicherheitsrelevant. Insgesamt, so Brumley, habe sein Team bisher etwa 22.000 Programme getestet und darin 5.000 Bugs gefunden. 53 davon seien Buffer Overflows, wovon fünf nach automatisierter Analyse einen Angriffsvektor bieten. Brumley weist allerdings darauf hin, dass die automatisierte Analyse nicht zwingend zuverlässig ist und sich auch hinter den anderen Fehlern Sicherheitsprobleme verbergen könnten.
Eine Veröffentlichung von Mayhem haben die Entwickler vorerst nicht geplant. Vorerst wolle das Team daran arbeiten, mit Hilfe von Mayhem Open-Source-Software robuster zu machen.
Die 1.200 Debian-Bugs sind dabei wohl nur ein erster Schritt. Neben dem Bericht an Debian haben die Mayhem-Entwickler die Fehler an die Autoren der betroffenen Programme selbst gesendet. Details wollen sie erst veröffentlichen, nachdem die Autoren zwei Wochen Zeit hatten, zu beurteilen, ob es sich möglicherweise um sicherheitsrelevante Fehler handelt. Bislang wurde lediglich eine Liste der betroffenen Pakete veröffentlicht.
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Die noch nicht gefundenen 1000 sind das
Ja. Leider wissen die allermeisten Leute nicht, mit was sich Forschung in der Informatik...
+2!
Das wäre auf jeden Fall interessanter. Aber ich denke dann schaltet MS die NSA ein. (Oh...