Abo
  • Services:
Anzeige
WLAN-Router von Unitymedia
WLAN-Router von Unitymedia (Bild: Unitymedia)

Automatische Aktivierung: Verbraucherschützer mahnen Unitymedia wegen Hotspots ab

WLAN-Router von Unitymedia
WLAN-Router von Unitymedia (Bild: Unitymedia)

Verbraucherschützer wollen die automatische Aktivierung von WLAN-Hotspots "nach Gutsherrenart" bei allen Unitymedia-Kunden nicht hinnehmen. Der Kabelnetzbetreiber beharrt jedoch darauf, dass die Nutzer dem nicht zustimmen müssten.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat den Kabelnetzbetreiber Unitymedia wegen der automatischen Freischaltung von WLAN-Hotspots abgemahnt. "Es ist ein missbräuchlicher Umgang mit dem Vertragsverhältnis, wenn die Umwandlung von Kunden-Routern zu Hotspots von Unitymedia ohne ausdrückliche Zustimmung der Kunden erfolgt", teilten die Verbraucherschützer am Mittwoch mit. Die Verbraucherzentrale NRW befürworte zwar die Bereitstellung von öffentlichen Hotspots für jedermann, kritisiere jedoch "die Umsetzung von Unitymedia nach Gutsherrenart".

Anzeige

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale wird ohne die Zustimmung der Kunden ihr bestehendes Vertragsverhältnis mit Unitymedia unzulässig erweitert. "Kunden sollen selbst entscheiden, ob über ihren jeweiligen Router im Haus ein Hotspot geschaltet wird oder nicht", sagten die Verbraucherschützer. Sie empfehlen Unitymedia-Kunden, die der Umwandlung ihres Routers zu einem Hotspot nicht zustimmen und außerdem den WLAN-Dienst nicht nutzen wollen, der geplanten Aktivierung des Wifi-Signals vorsorglich zu widersprechen. Der Hotspot lässt sich zudem auch über das Online-Kundencenter unter "Meine Produkte > Internet > WifiSpot sperren" abschalten.

Unitymedia hält keine Zustimmung für erforderlich

Unitymedia kündigte in einer Stellungnahme an, bei den abgemahnten Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) "nachsteuern" zu wollen. "Wir haben hier den Community-Gedanken aufgegriffen, aber vielleicht eine etwas zu scharfe Formulierung gewählt", sagte Pressesprecher Helge Buchheister. Die neuen AGB schreiben den Kunden vor, dass sie die Nutzung des Hotspots nicht beeinträchtigen oder unterbinden und die Stromversorgung ihres Routers nicht über einen längeren Zeitraum unterbrechen dürfen. Die Verbraucherzentrale NRW hält diese Vorgaben für eine "unangemessene Benachteiligung der Kunden".

Prinzipiell verteidigt Unitymedia aber sein Vorgehen. "Wir sind der Auffassung, dass es keiner Zustimmung des Kunden zur Freischaltung des zweiten Wifi-Signals auf unseren Routern bedarf. Dennoch haben wir unseren Kunden die Möglichkeit eingeräumt, der Freischaltung einer zweiten SSID auf unserem - dem Kunden zur Verfügung gestellten - Router auch nach Ablauf einer vierwöchigen Widerspruchsfrist noch jederzeit zu widersprechen", sagte Buchheister.

Bundesnetzagentur hat angeblich keine Bedenken

Anders gesagt: Die Kunden sollen sich nach Ansicht von Unitymedia darüber freuen, dass sie überhaupt der Freischaltung widersprechen dürfen. Wenn es noch Argumente zur Abschaffung des Routerzwangs gebraucht hätte, würde Unitymedia mit einem solchen Vorgehen liefern. Nach dem Motto: Auf "unseren" Routern können wir machen, was wir wollen.

Auch die Bundesnetzagentur hatte mitgeteilt, sich nach Verbraucherhinweisen die Hotspot-Aktivierung genauer anschauen zu wollen. Laut Buchheister äußerte die Bundesnetzagentur nach ersten Gesprächen bislang keine Bedenken. Das Unternehmen verwies zudem auf die Vorteile, die die Kunden durch das neue Angebot hätten und fügte hinzu: "Bis heute hat nur eine sehr geringe Anzahl unserer Kunden die Öffnung des Hotspot-Services abgelehnt, was uns in der Fortsetzung unserer WLAN-Strategie bestärkt."

Unitymedia hatte das Produkt im April vorgestellt. Demnach wird der Router - wie in solchen Fällen üblich - so konfiguriert, dass zwei WLAN-Signale ausgestrahlt werden, wobei das Wifi-Spot-Signal für das öffentlich zugängliche Netz abgetrennt sein soll. Das Haftungsrisiko durch die umstrittene Störerhaftung "liegt im Falle einer gesetzwidrigen Nutzung des Wifi-Spots bei Unitymedia". Für den Wifi-Spot stellt das Unternehmen nach eigenen Angaben zusätzliche Kapazität zur Verfügung, die gebuchte Datenrate wird nicht beeinträchtigt.


eye home zur Startseite
trophyblau 19. Mai 2016

Wurden bereits ALLE Kunden informiert? Mein Eltern sind ebenfalls Kunden von Unitymedia...

Johnny Cache 19. Mai 2016

Dann wäre die Anzahl der Widerrufe aber schon in Relation der informierten Kunden...

deadeye 18. Mai 2016

Sind das dann nicht alles Störer? Wenn ich das richtig einschätze, wird die...

deadeye 18. Mai 2016

Ja, das ist so. Steht auch sicherlich irgendwo in den AGB drin, die keiner liest.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Commerz Finanz GmbH, München
  2. awinta GmbH, Bietigheim-Bissingen, Mannheim, Gefrees, Oberhausen
  3. über Ratbacher GmbH, Köln
  4. afb Application Services AG, München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 16,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€ Einkauf zzgl. 3€ Versand)
  2. (u. a. Spaceballs, Training Day, Der längste Tag)
  3. 65,00€

Folgen Sie uns
       


  1. HP Elite Slice im Kurztest

    So müsste ein Mac Mini aussehen!

  2. Neuralink

    Elon Musk will Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickeln

  3. Neue Rotorblätter

    Hubschrauber könnten bald viel leiser fliegen

  4. Microsofts Project Torino

    Programmieren für sehbehinderte Kinder

  5. Activision

    Mehr als Hinweise auf Destiny 2 und neues Call of Duty 14

  6. Amazon Go

    Kassenloser Supermarkt scheitert im Praxistest

  7. WLAN-Störerhaftung

    Wie gefährlich sind die Netzsperrenpläne der Regierung?

  8. Pannen-Smartphone

    Samsung will Galaxy Note 7 zurückbringen

  9. WatchOS 3.2 und TVOS 10.2

    Apple Watch mit Kinomodus und Apple TV mit fixem Scrollen

  10. Apple

    MacOS Sierra 10.12.4 mit Nachtschicht-Modus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
In eigener Sache
Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
  1. In eigener Sache Golem.de geht auf Jobmessen
  2. In eigener Sache Golem.de kommt jetzt sicher ins Haus - per HTTPS
  3. In eigener Sache Unterstützung für die Schlussredaktion gesucht!

Mobile-Games-Auslese: Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler

Synlight: Wie der Wasserstoff aus dem Sonnenlicht kommen soll
Synlight
Wie der Wasserstoff aus dem Sonnenlicht kommen soll
  1. Energieversorgung Tesla nimmt eigenes Solarkraftwerk in Hawaii in Betrieb

  1. Re: 100 PRO, wird zusammen mit der Magnetschwebebahn

    n0x30n | 11:59

  2. Re: Fachkräfte unter Sehbehinderten

    BlocK | 11:59

  3. Re: Sand einfüllen

    1ras | 11:57

  4. Re: RFID

    sky_net | 11:57

  5. Re: Flüchtige Speicher

    slashwalker | 11:57


  1. 12:02

  2. 11:51

  3. 11:46

  4. 11:35

  5. 10:15

  6. 09:45

  7. 09:30

  8. 08:31


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel