Ist es das nun wert?

Das ist die Frage: Will ich 4.000 Euro für etwas ausgeben, das zwar ein spannendes und gut durchdachtes technisches Gerät ist, mit dem ich Bilder vom Nachthimmel machen kann, die sonst nur mit deutlich höherem Aufwand machbar sind? Und mich gleichzeitig damit abfinden, dass ich quasi in einem statischen System ohne Flexibilität in der verwendeten Technik gefangen bin?

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Und bei dem ich erneut eine ähnliche Summe investieren muss, wenn ich tiefer in das Hobby einsteigen und mir ein eigenes System aus Montierung, Teleskop und Kamera zusammenstellen will?

Natürlich kann man sich auch die Frage stellen, ob es einem diesen vierstelligen Betrag wert ist, Bilder vom Nachthimmel zu machen, die man problemlos in viel besserer Qualität im Internet finden kann, zum Beispiel im Hubble Image Archive.

Was ich für mich persönlich sagen kann: Es geht nicht nur um das Bild, das am Ende entsteht. Es geht um den Prozess, bei dem das Bild entsteht. Das Draußensein, das in der Natur Sein, unter den Sternen, das Lernen und Besserwerden in dem, was man da macht. Das Ergebnis ist ein Bild, das ich mit dem Erlebten verbinde und das damit viel mehr Wert hat, als nur ein Abbild des Nachthimmels zu sein.

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Ich habe mich mit einigen Stellina-Nutzern ausgetauscht und auch für sie ist es genau das, was sie bewegt und antreibt. Ich sehe das als etwas Verbindendes: Es ist doch letztendlich egal, ob mittels Fernglas, Stellina oder einem penibel zusammengestellten Astrofotografie-Setup mit Autoguiding, Sequenzer, Dithering - am Ende schauen wir alle auf den gleichen Sternenhimmel.

Pamela Williams aus Alabama, USA, schrieb uns zum Beispiel, dass ihr Mann sich zu Pandemie-Zeiten 2020 drei Teleskope und unzählige Teile gekauft habe, ehe er mit seinem Aufbau zufrieden war. "Es dauert immer noch ewig, bis er es aufgebaut hat, kalibriert, ausbalanciert und was weiß ich noch alles, damit es irgendetwas tut. Er war stundenlang draußen und holte mich dann dazu, um auf den Mond, den Jupiter oder den Saturn zu schauen. Das war wirklich toll und ich wollte auch so etwas machen können. Aber ich bin kein Technikmensch und hasse es, ewig herumzuhantieren, ehe etwas funktioniert."

Pamela stolperte dann über ein Review des Stellina-Teleskops. "Das klang zu gut, um wahr zu sein - einfach draußen aufbauen, einschalten und Bilder machen? Beim Preis musste ich schlucken und zwar nicht wenig."

Allerdings hatte ihr Mann inzwischen deutlich mehr als den Stellina-Anschaffungspreis ausgegeben und kaufte auch weiterhin Teile nach. Daher entschied sie sich für das Stellina-Teleskop.

"Ich bestellte direkt von Vaonis in Frankreich und dachte mir immer noch: Das ist zu gut, um wahr zu sein. Aber: In der ersten Nacht, in der ich es ausprobierte, war ich total begeistert. Das Ding macht genau das, was versprochen wird, und es ist mir jeden Penny wert, den ich dafür ausgeben habe - besonders, da ich keine weiteren Pennies mehr dafür ausgeben muss."

  • Stellina-Teleskop während der Initialisierung (Bild: Mario Keller)
  • Auswahlbildschirm Stellina-App (Bild: Vaonis.com)
  • Detailbildschirm für ein Objekt in der Stellina-App (Bild: Vaonis.com)
  • Aufnahme-Vorbereitung in der Stellina-App (Bild: Vaonis.com)
  • Aufnahme-Session: Herkules Cluster auf einem iPad (Stellina-App) (Bild: Mario Keller)
  • Aufnahme-Session auf einem iPhone (Stellina-App) (Bild: Mario Keller)
  • M81 Galaxie - Bearbeitet aus 267 Einzelbildern, circa 45 Minuten (Bild: Mario Keller)
  • Startseite der neuen Singularity-App (Bild: Vaonis.com)
  • Beobachtungsplanung in der neuen Singularity-App (Bild: Vaonis.com)
  • Objekt: Pferdekopfnebel, direkt aus der Stellina-App (Bild: Pamela Williams)
  • Objekt: Orion Nebel - bearbeitetes Bild aus Stellina-Rohdaten (Bild: Keith Owens)
  • Objekt: Hantel-Nebel - direkt aus der Stellina-App mit circa 20 Minuten Belichtungszeit (Bild: Mario Keller)
  • Objekt: Pferdekopf und Flammen-Nebel - Mosaik aus mehreren bearbeiteten Einzel-Sessions (Bild: Alexandre)
  • Objekt: Rosetten-Nebel NGC2237 -  Mosaik aus mehreren bearbeiteten Einzel-Sessions (Bild: Alexandre)
  • Stellina-Ersatzsystem aus Alt-AZ-Montierung, TS 61EDPH Teleskop, ASI183-Kamera und Raspberry-Pi-Steuerung (Bild: Mario Keller)
  • Stellina-Ersatzsystem aus Alt-AZ-Montierung, TS 61EDPH Teleskop, ASI183-Kamera und Raspberry-Pi-Steuerung (Bild: Mario Keller)
  • Stellarmate-Oberfläche - Objektauswahl (Bild: Mario Keller)
  • Ersatz-Setup Variante 1 (Bild: Mario Keller)
  • Variante 1 wiegt 4,8 kg und damit weniger als die Hälfte des Stellina-Teleskops. (Bild: Mario Keller)
  • Ersatz-Setup Variante 2 (Bild: Mario Keller)
  • Variante 2 wiegt circa 29 kg und damit mehr als das Doppelte des Stellina-Teleskops. (Bild: Mario Keller)
Objekt: Pferdekopfnebel, direkt aus der Stellina-App (Bild: Pamela Williams)

Ein anderer Stellina-Nutzer, Alexandre aus Frankreich, beschäftigte sich schon als Teenager mit Astronomie und Astrophysik und machte seine ersten Erfahrungen mit einem Fernglas und später mit einem öffentlich zugänglichen Teleskop in einem Observatorium.

Der 51-Jährige schrieb uns: "Ich war immer ein wenig enttäuscht, dass man mit bloßem Auge kaum Farben und Strukturen in den Objekten sehen konnte. Man braucht schon die langen Belichtungszeiten der Astrofotografie, um das sichtbar zu machen."

Allerdings: "Ich bin Wissenschaftler, kein Ingenieur, und komplizierte Aufbauten, die man ausrichten und mit einer Kamera nachführen muss, waren für mich nicht sehr spannend. So blieben mir Bilder etwa von Nebeln nur aus Büchern oder dem Internet." Allerdings sei es nicht dasselbe, wenn man ein Bild nur in einem Buch sehe - verglichen mit einer eigenen Fotografie. "Man hat eine andere Verbindung dazu. Du weißt genau, in welchem Sternbild es ist, wann es am Himmel zu sehen ist."

Also wünschte sich Alexandre das Stellina zum 50. Geburtstag.

"Ich hatte Glück und die Nacht war klar, als es bei mir ankam. Ich hab es sofort aufgebaut und auf ein Objekt gerichtet, das ich noch aus meinen Teleskopzeiten kannte - M13 - den Herkules Cluster." Er sei von dem Bild überwältigt gewesen und bekomme heute noch Gänsehaut, wenn er es anschaue. Seit diesem Tag vor eineinhalb Jahren habe er das Teleskop in jeder klaren Nacht genutzt.

"Es ist so einfach aufzubauen und in fünf Minuten eingerichtet. Ist es den Preis wert? Mit Sicherheit", schreibt Alexandre. Er glaube nicht, dass irgendein anderes Gerät ihm über so viele Stunden so viel Freude gebracht habe. "Außerdem habe ich viele Dinge gelernt über den Nachthimmel, die Himmelsobjekte und natürlich über Astrofotografie und Bildbearbeitung."

  • Stellina-Teleskop während der Initialisierung (Bild: Mario Keller)
  • Auswahlbildschirm Stellina-App (Bild: Vaonis.com)
  • Detailbildschirm für ein Objekt in der Stellina-App (Bild: Vaonis.com)
  • Aufnahme-Vorbereitung in der Stellina-App (Bild: Vaonis.com)
  • Aufnahme-Session: Herkules Cluster auf einem iPad (Stellina-App) (Bild: Mario Keller)
  • Aufnahme-Session auf einem iPhone (Stellina-App) (Bild: Mario Keller)
  • M81 Galaxie - Bearbeitet aus 267 Einzelbildern, circa 45 Minuten (Bild: Mario Keller)
  • Startseite der neuen Singularity-App (Bild: Vaonis.com)
  • Beobachtungsplanung in der neuen Singularity-App (Bild: Vaonis.com)
  • Objekt: Pferdekopfnebel, direkt aus der Stellina-App (Bild: Pamela Williams)
  • Objekt: Orion Nebel - bearbeitetes Bild aus Stellina-Rohdaten (Bild: Keith Owens)
  • Objekt: Hantel-Nebel - direkt aus der Stellina-App mit circa 20 Minuten Belichtungszeit (Bild: Mario Keller)
  • Objekt: Pferdekopf und Flammen-Nebel - Mosaik aus mehreren bearbeiteten Einzel-Sessions (Bild: Alexandre)
  • Objekt: Rosetten-Nebel NGC2237 -  Mosaik aus mehreren bearbeiteten Einzel-Sessions (Bild: Alexandre)
  • Stellina-Ersatzsystem aus Alt-AZ-Montierung, TS 61EDPH Teleskop, ASI183-Kamera und Raspberry-Pi-Steuerung (Bild: Mario Keller)
  • Stellina-Ersatzsystem aus Alt-AZ-Montierung, TS 61EDPH Teleskop, ASI183-Kamera und Raspberry-Pi-Steuerung (Bild: Mario Keller)
  • Stellarmate-Oberfläche - Objektauswahl (Bild: Mario Keller)
  • Ersatz-Setup Variante 1 (Bild: Mario Keller)
  • Variante 1 wiegt 4,8 kg und damit weniger als die Hälfte des Stellina-Teleskops. (Bild: Mario Keller)
  • Ersatz-Setup Variante 2 (Bild: Mario Keller)
  • Variante 2 wiegt circa 29 kg und damit mehr als das Doppelte des Stellina-Teleskops. (Bild: Mario Keller)
Objekt: Pferdekopf und Flammen-Nebel - Mosaik aus mehreren bearbeiteten Einzel-Sessions (Bild: Alexandre)

Von Alexandre habe ich auch zwei Beispielbilder bekommen, die zeigen, was trotz der technischen Einschränkungen bei Kamerasensor und Teleskop-Brennweite möglich ist. Die Bilder 13 und 14 sind aus mehreren unterschiedlichen Aufnahme-Sessions als Mosaik zusammengesetzt. Somit war es möglich, ein deutlich größeres Bildfeld zu bekommen, als das Teleskop in einer Aufnahme liefern kann.

Auch die anderen Bilder, die wir dankenswerterweise von einigen Nutzern zur Veröffentlichung bekommen haben, können sich sehen lassen. Mit etwas Geduld und Erfahrung sind sehr gute Ergebnisse erzielbar.

Ein häufiger Fehler ist wohl, schreibt uns ein Nutzer, dass zu wenig Belichtungszeit auf ein Objekt verwendet wird. Außerdem ist es gut, das Teleskop schon einige Zeit, zum Beispiel eine Stunde, vorher nach draußen zu stellen, damit es sich akklimatisieren kann. Das verbessert die Bildqualität zusätzlich zur Möglichkeit, die Rohbilder eigenständig zu bearbeiten, und sorgt für deutlich bessere Ergebnisse.

Das Stellina-Teleskop ist somit auf jeden Fall ein Stück Technik, das Menschen begeistern kann.

Ich persönlich würde mir das Teleskop dennoch nicht kaufen. Nicht, weil ich es nicht gut finde, sondern weil ich schon jede Menge Equipment für die Astrofotografie habe. Wäre ich in einer Situation wie vor zwei Jahren, als ich anfing, mich mit dem Thema zu beschäftigen, hätte ich sicher ernsthaft darüber nachgedacht. Denn mittlerweile habe ich über die Zeit sicher mehr als den Preis für das Stellina-Teleskop für meine Ausrüstung ausgegeben, wenn auch über zwei Jahre verteilt.

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narfomat 15. Jan 2022 / Themenstart

angeln... ^^

bLaNG_one 07. Jan 2022 / Themenstart

Die ist aber schon bewusst, dass du mit dem hier besprochenen Teleskop a) einfach nur...

LordSiesta 06. Jan 2022 / Themenstart

Volle Zustimmung!

bLaNG_one 05. Jan 2022 / Themenstart

Sobald ich fen Garten und das nötige Kleingeld zusammen habe, melde ich mich..;)

muhzilla 05. Jan 2022 / Themenstart

Ein Bild mit Teleskop von Objekten, die ich mit dem gleichen Teleskop auch mit bloßem...

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