Für Vaonis-CEO sind Teleskope die Quadkopter von morgen

Ich habe in einem Gespräch mit Cyril Dupuy, den Gründer und CEO von Vaonis, der Firma hinter Stellina, gefragt, wie es zur Entwicklung des Teleskops gekommen ist. "Ich betreibe selbst seit vielen Jahren Astronomie und Astrofotografie. Aber ich bin auch ein bequemer Mensch und dachte mir, das muss doch einfacher und leichter gehen", sagt Dupuy. Er habe dann einen Prototyp gebaut. "Eigentlich nur für mich, aber dann haben mich immer mehr Menschen darauf angesprochen und wollten sowas auch haben. So kam es zur Gründung von Vaonis und der Entwicklung von Stellina."

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Auf die Frage, warum er glaubt, dass Geräte wie Stellina im Bereich der Astronomie und Astrofotografie, der eh schon eher ein Nischenmarkt ist, eine Chance haben, zog Dupuy einen interessanten Vergleich. "Das ist wie mit Quadkoptern und Drohnen. Am Anfang war das was für Freaks. Man musste selber bauen, die Dinger waren super kompliziert zu fliegen und man brauchte einiges an Übung, um damit nicht vom Himmel zu fallen."

Dann seien Firmen wie Parrot oder DJI gekommen und hätten diese Geräte massentauglich gemacht. "Plötzlich kann jeder so eine Drohne fliegen, weil sehr viel komplizierte Technik und Steuerung dem Nutzer abgenommen wird. Und Menschen sind bereit, dafür auch einen höheren Preis zu zahlen." Daher glaube er, dass seine Geräte eine gute Chance am Markt haben.

Und wie zufrieden sind die Kunden? "Nur ein einstelliger Prozentsatz unserer Kunden macht von dem 30-Tage-Rückgaberecht nach dem Kauf Gebrauch. Das ist für uns das Zeichen, dass unsere Kunden zufrieden sind", sagt der Vaonis-CEO. Auch über die Nutzergruppen auf verschiedenen Social-Media-Plattformen bekomme er gutes Feedback. "Die Menschen haben Freude an den Bildern, die sie mit Stellina erhalten."

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Ich habe das Teleskop an verschiedenen Abenden aufgebaut und getestet. Auch in einer mittelgroßen Stadt (Bortle 4 bis 5) mit Objekten, die am Himmel direkt über der Stadt und damit im Lichtkegel der Ortschaft lagen, habe ich Bilder gemacht. Der Lichtverschmutzungsfilter funktioniert erstaunlich gut.

Gerade bei hellen Objekten wie der Andromeda-Galaxie, dem Hantel-Nebel oder dem Herkules-Cluster (M13) sind die Objekte recht schnell auf dem Bildschirm zu sehen. Je nachdem, wie lange man das System belichten lässt, bekommt man schon recht gute Eindrücke auch in Details und Strukturen der Objekte, die man mit bloßem Auge und selbst mit einem Teleskop so nicht erkennen kann.

Von der Abbildungsqualität hätte ich mehr erwartet

Von der Abbildungsqualität der Bilder hätte ich tatsächlich jedoch etwas mehr erwartet. Gerade bei längeren Belichtungen neigen helle Sterne dazu, im Bild auszubrennen (überbelichtet) und zu größeren, schwammigen Punkten zu werden.

Auch ist für ein 400-mm-Teleskop der Bildausschnitt sehr klein. Das ist durch den recht kleinen Kamerasensor (7,4 mm x 5 mm) bedingt und entspricht damit etwa einem Bildausschnitt von einem 1200-mm-Teleskop bei einer APS-C oder 1800 mm Brennweite bei einer Vollformatkamera.

So passt zum Beispiel die Andromeda-Galaxie nicht vollständig ins Bild, trotz "nur" 400 mm Brennweite, und auch bei den Plejaden wird es schon eng. Andererseits reicht die Brennweite für kleine Objekte wie Planeten nicht aus, um hier gute und detailreiche Bilder zu liefern.

Hintergrund sind laut Cyril Dupuy die Kosten. Kleinere Sensoren sind nicht nur günstiger, auch ist bei einer kleineren Sensorfläche die Bildverzerrung am Rand des Bildes deutlich geringer. Daher konnte man beim Teleskop auf zusätzliche Korrekturlinsen verzichten. Für Profis scheint das Gerät also nicht wirklich geeignet zu sein, aber das ist vermutlich auch gar nicht das Ziel.

Speicherung als TIFF oder FITS

Das während der Aufnahmesitzung erzeugte Gesamtbild kann in der App noch rudimentär in Helligkeit, Kontrast etc. angepasst und dann im mobilen Endgerät gespeichert werden. Das reicht sicher, um ein Bild bei Facebook oder Instagram zu veröffentlichen, ist aber für hochwertige Aufnahmen nicht wirklich gut.

Praktischerweise können alle Einzelaufnahmen aber auch auf einen am Teleskop angeschlossenen Datenträger gespeichert werden, und zwar als TIFF oder sogar als FITS. JPEG ist als Format nicht zu empfehlen, da hier schon eine Kompression durch das Bildformat selbst vorgenommen wird.

Das FITS-Format kann durch unterschiedliche Programme aus dem Bereich Astrofotografie verwendet werden und hat sich dort quasi als Standard etabliert. Somit lassen sich die Einzelbilder über zusätzliche Software auf dem heimischen Rechner zu einem finalen Bild in deutlich höherer Qualität kombinieren und nachbearbeiten.

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 Aufbau und erste Aufnahmen mit dem Stellina-TeleskopDie Nachteile des Komplettpakets 
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