Automatic Train Operation: Hamburg erhält autonome S-Bahn

Zum Weltkongress für Intelligente Transportsysteme im Oktober 2021 sollen vier S-Bahn-Züge in Hamburg auf einer Pilotstrecke hochautomatisiert fahren. Die Stadt Hamburg, Siemens und die Deutsche Bahn unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung(öffnet im neuen Fenster) . Es wird zwar noch einen Zugführer geben, der muss jedoch nur im Notfall eingreifen.
Geplant ist ein 23 km langer Streckenabschnitt auf der S-Bahn-Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle, vier Züge sollen passend ausgerüstet werden. Die rund 60 Millionen Euro Kosten werden unter den drei Partnern geteilt.
Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch sagte: "Ein automatisierter Bahnbetrieb hat viele Vorteile: Auf derselben Strecke können bei höherer Kapazität deutlich mehr Personen befördert werden, der Energieverbrauch sinkt ebenfalls, und die Kosten für den Betreiber sinken, zum Beispiel durch optimierte Fahrprofile."
Technische Basis für die hochautomatisierte Fahrt auf der Strecke ist der künftige europäische Standard ATO (Automatic Train Operation) über das funkbasierte europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2(öffnet im neuen Fenster) (European Train Control System). Die Steuerung der vier Fahrzeuge erfolgt per Funksignal. Daten werden zwischen Zug und Streckenzentrale übermittelt.
Gänzlich ohne Fahrer, aber auch ohne Passagiere, sollen ab 2021 die vier speziell ausgerüsteten Züge aus der und in die sogenannte Abstellanlage an der Station Bergedorf rollen. Nach der Pilotphase soll das gesamte Netz der S-Bahn Hamburg umgebaut werden. Was dies kosten werde, wurde noch nicht mitgeteilt.
Beim Projekt in Hamburg werden im Gegensatz zu U-Bahn-Systemen wie in Nürnberg, wo auch schon hochautomatisiert oder autonom gefahren wird, auf europäischer Ebene standardisierte Techniken verwendet. In Hamburg handelt es sich um die erste sogenannte Vollbahn, die digital gesteuert wird.



