Die Infrastruktur steuert das Auto

Für die Vorführung im Mercedes-Parkhaus hat Bosch den Fahrweg aus dem Erdgeschoss in den ersten Stock und wieder zurück mit WLAN-Access-Points und Lidar-Sensoren ausgestattet. Das System funktioniert ähnlich wie Radar: Ein Laserpuls wird ausgesendet und das System berechnet aus der Laufzeit zwischen dem Abschicken und dem Eintreffen des von einem Objekt reflektierten Lichts die Entfernung zu dem Objekt.

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Mit diesen Sensoren überwacht der Steuerungsrechner das Parkhaus: So weiß er, wo ein freier Parkplatz ist. Soll ein Auto geparkt werden, nimmt der Rechner per WLAN Kontakt zum Auto auf und geleitet es zu dem freien Platz. Später sollen die Laser-Sensoren durch Stereokameras ausgetauscht werden, die robuster und günstiger sind als Lidar. Diese Technik wurde eingesetzt, um das System schneller testen zu können.

Die Technik ist seriennah

Vorteil der eingesetzten Technik: Sie ist gängig - da sei, sagte Hafner, "nichts Revolutionäres dabei". Das gilt für die Infrastruktur - Sensoren und WLAN-Ausstattung - ebenso wie für das Auto. Voraussetzung hier sind ein Automatikgetriebe, Schnittstellen zum Antriebsstrang für Lenkung und Bremse und ein System zur Schlüsselverwaltung, das es ermöglicht, dass das Auto fährt, obwohl der Fahrer abgeschlossen hat. Die sind alle schon eingebaut.

  • Es kann losgehen: Das Auto steht bereit für die Fahrt durch das Parkhaus. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Darum geht es: Das Auto fährt ohne Fahrer zum Parkplatz. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Idee vom Automated Valet Parking: Der Fahrer stellt sein Auto vor dem Parkhaus ab... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und initiiert den Parkvorgang per App. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Später ruft er das Auto zum Ausgang. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Für das automatisierte Parken hat Bosch das Parkhaus des Mercedesmuseums mit Lidar-Sensoren ausgestattet (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Per WLAN bekommt das Auto gesagt, was es tun soll. Zum Parcours gehört auch eine Rampe. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auf der App lässt sich verfolgen, wo das Auto hin soll und wo es gerade ist. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Michael Hafner, Leiter Entwicklung automatisiertes Fahren und aktive Sicherheit bei Mercedes Benz, mit der E-Klasse, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... die für das automatisierte Parken nur leicht angepasst wurde. Das meiste ist Serientechnik. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Für das automatisierte Parken hat Bosch das Parkhaus des Mercedesmuseums mit Lidar-Sensoren ausgestattet (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Neu ist das WLAN-Kommunikationsmodul, das aber ein Standardbauteil ist, wie ein Bosch-Mitarbeiter Golem.de sagte. Es hätten noch einige zusätzliche Komponenten installiert werden müssen, erzählt Carsten Hämmerling, Entwicklungsingenieur bei Mercedes. Der Aufwand habe sich allerdings in Grenzen gehalten.

Bemannte und unbemannte Autos teilen sich das Parkhaus

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Dabei ging es in erster Linie um die Bremsen: "Es ist ja kein Fahrer mehr im Auto. Das heißt, wenn das Auto fahrerlos fährt, möchten wir das Auto auch bei diesen hohen Geschwindigkeiten zum Stehen bringen. Normalerweise macht der Fahrer das über das Bremspedal. Jetzt ist da kein Fahrer, also mussten wir eine Alternative schaffen", erklärt Hämmerling. Das sei vor allem deshalb wichtig, weil die Parkhäuser ja nicht gleich komplett auf automatisiertes Parken umgestellt, sondern von bemannten und unbemannten Autos genutzt werden. Für das Leitsystem ist der Mischbetrieb kein Problem: Schnappt sich ein Fahrer die vom Rechner vorgesehene Parklücke, dann sucht der einfach eine andere.

Wobei die hohe Geschwindigkeit relativ ist: Das Auto kriecht mit 6 km/h durch das Parkhaus. Um Kurven und die Rampe hinauf oder hinunter fährt es noch langsamer - fast wie ein Fahranfänger, was das System in gewisser Weise ja auch ist. Das soll aber nicht so bleiben: Die Straßenverkehrsordnung erlaubt im Parkhaus 10 km/h und diese Geschwindigkeit wird auch angestrebt.

Das Auto bremst vor Hindernissen

Das Bremsen funktioniert auch hervorragend: Das Auto beherrscht zwei Formen der Notbremsung: eine weiche und eine harte. Erstere kommt zum Einsatz, wenn sich ein Objekt im Fahrweg befindet. Das kann ein Mensch sein, ein Tier, ein anderes Auto, ein Gegenstand. Das System bringt das Auto sanft zum Stehen und lässt es erst weiterfahren, wenn das Hindernis weg ist.

Wesentlich unbequemer ist die harte Notbremsung.

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 Automated Valet Parking: Lass das Parkhaus das Auto parken!Infrastrukturbasiertes Konzept statt Autonomes Fahren 
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tKahner 02. Aug 2017

Parken per Roboter ist jetzt nicht so neu. In München in der Donnersbergerstr. gibt es...

Peter Brülls 01. Aug 2017

Das ist schlicht und ergreifend Übungssache, die sich aus dem Gebrauch ergeben. Sowohl...

anonym_schreiber 31. Jul 2017

Eine Lösung aus Deutschland für existierende Parkhäuser: https://www.youtube.com/watch?v...

i<3Nerds 31. Jul 2017

So ist das Leben nun mal. Sei froh in einem so modernen Land leben zu können und heul...



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