Autogipfel: Regierung fordert einheitliches Bezahlsystem bei Ladesäulen

Auf dem Autogipfel sind frühere Forderungen wiederholt worden - getan hat sich beim autonomen Fahren und vernetzten Autodaten wenig.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Das Bezahlen an Ladesäulen soll besser geregelt werden.
Das Bezahlen an Ladesäulen soll besser geregelt werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Vertreter von Politik und Autoindustrie haben auf einem Autogipfel im Bundeskanzleramt frühere Beschlüsse zu autonomem Fahren und Elektromobilität bekräftigt. Wie bereits auf dem Treffen zur Konzertierten Aktion Mobilität im November 2019 wurde am Dienstag vereinbart, dass Deutschland eine führende Rolle bei selbstfahrenden Autos einnehmen soll.

Inhalt:
  1. Autogipfel: Regierung fordert einheitliches Bezahlsystem bei Ladesäulen
  2. Neue Anforderungen für Ladesäulenbetreiber

Laut Pressemitteilung will sich die Regierung zudem für einheitliche Bezahlsysteme bei Ladesäulen einsetzen. Konkrete finanzielle Hilfen für die Autoindustrie, beispielsweise für den Absatz von Verbrennerfahrzeugen, wurden nicht zugesagt.

Der Mitteilung zufolge soll Deutschland "mit dem in Vorbereitung befindlichen Gesetz zum autonomen Fahren" das weltweit erste Land werden, "das fahrerlose Kraftfahrzeuge im Regelbetrieb sowie im gesamten nationalen Geltungsbereich erlaubt". Bereits im vergangenen November hatte die Regierung beschlossen, noch im März 2020 "ein Umsetzungspaket automatisiertes Fahren" zu verabschieden. Doch passiert ist in dieser Hinsicht bislang nichts.

Noch kein Entwurf vorgelegt

Das Ministerium teilte zuletzt Anfang Juli auf Anfrage von Golem.de mit, dass noch immer kein ressortabgestimmter Referentenentwurf vorliege. Wann dies der Fall sein könnte, beantwortete das Ministerium auf mehrfache Nachfrage hin nicht. Nun wird als Ziel ausgegeben, "bis zum Jahr 2022 Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen in den Regelbetrieb zu bringen". Dadurch könne das Vertrauen in die neue Technik "in die Breite gebracht werden und der Nutzen gerade auch im ländlichen Raum frühzeitig demonstriert werden".

Immerhin plant Mercedes-Benz, im kommenden Jahr zumindest ein hochautomatisiertes System nach Stufe 3, einen Staupiloten für Autobahnen, auf den Markt zu bringen. Ein vollautomatisiertes System der Stufe 4 oder 5 für Landstraßen ist aber deutlich anspruchsvoller.

Datenraum Mobilität bis Oktober 2021

Andere Beschlüsse des November-Gipfels hat das Ministerium unter Andreas Scheuer (CSU) bislang ebenfalls ignoriert. So wurde ein "umfassendes Datennetzwerk Mobilität" für Ende 2019 angekündigt. Auf mehrfache Nachfrage beantwortete das Ministerium im Juli nicht die Frage, ob dieses Netzwerk inzwischen eingerichtet wurde oder zu welchem Termin das geplant ist.

Nun ist in dem Beschluss vom Dienstag davon die Rede, dass ein "Datenraum Mobilität" eingerichtet werden solle "für die souveräne und differenzierte Handhabung von Daten als Grundlage moderner Mobilität, auf der Basis von Vertrauen auf dem Boden europäischer Spielregeln". Als Termin für einen funktionsfähigen Datenraum wird der ITS-Weltkongress im Oktober 2021 genannt. "Zur Zielerreichung soll ein kurzfristig zu erstellender konkreter Zeitplan mit Meilensteinen konsequent umgesetzt werden", heißt es.

Ebenfalls gerissen hat die Regierung eine Latte, die sie sich beim Thema Elektromobilität offenbar zu hoch gelegt hatte.

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Neue Anforderungen für Ladesäulenbetreiber 
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schueppi 14. Sep 2020

Gibt es doch...? Im Typ2 die oberen beiden Pins (PP&CP) für die Kommunikation mit dem...

rizla 09. Sep 2020

Ich würde davon ausgehen, dass das auch für die Ladesäulen bei Aldi gilt. Selbst wenn die...

chefin 09. Sep 2020

Deinem Schlusssatz kann ich nur zustimmen. Aber das ist nicht vom Ladesäulen und Stecker...

chefin 09. Sep 2020

Ne, weis man nicht. Man kann Bezahlkarten genauso austauschen wie Autos. Den du wirst...



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