Autobrains: Uber lässt agentische KI durch München fahren
Der Fahrdienstvermittler Uber will mit einem weiteren Kooperationspartner das autonome Fahren voranbringen. Auf der Entwicklermesse GTC in Taipeh gaben Uber und das israelische Start-up Autobrains bekannt, selbstfahrende Taxis in München testen zu wollen. Dazu werde das Drive-Hyperion-System von Nvidia auf der Basis des Drive AGX Thor eingesetzt, teilte Uber am 1. Juni 2026 mit(öffnet im neuen Fenster).
Das Besondere an dem Projekt ist das Softwarekonzept von Autobrains. Im Gegensatz zu den meisten anderen Firmen, die derzeit sogenannte Vision-Language-Action-Modelle entwickeln, setzt Autobrains auf agentische KI. "Anstatt sich auf ein einzelnes, monolithisches Ende-zu-Ende-Modell für die gesamte Fahraufgabe zu verlassen, zerlegt Autobrains den Fahrvorgang in spezialisierte Agenten, die jeweils auf einen bestimmten Fahrkontext oder eine Entscheidungsebene fokussiert sind", heißt es in der Mitteilung.
Nur Kameras zur Umgebungserkennung
Diese Agenten bewerten demnach "kontinuierlich den Kontext, treffen Überlegungen über mehrere mögliche Aktionen und wählen Reaktionen in Echtzeit aus". Dies soll "ein robusteres Verhalten in komplexen, unvorhersehbaren Umgebungen" ermöglichen. Gleichzeitig sei das Konzept geeignet, in größeren Fahrzeugflotten und verschiedenen Fahrzeugmodellen genutzt zu werden.
Die Software werte dabei lediglich sechs Kameras aus, sagte Firmenchef Igal Raichelgauz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (FAZ). Darüber hinaus nutzt Autobrains zur Lokalisierung das Konzept Air2Road(öffnet im neuen Fenster), bei dem Luftbilder mit Daten aus den Fahrzeugkameras abgeglichen werden. Das soll eine zentimetergenaue Ortung ermöglichen.
Die Kamera-Software soll pro Kamera nur eine Rechenleistung von 1 Tera-Operationen pro Sekunde (Tops/Teraflops) benötigen. Das Drive-Hyperion-System von Nvidia liefert derzeit 2.400 Teraflops(öffnet im neuen Fenster). Den Unternehmensangaben zufolge(öffnet im neuen Fenster) lernt die agentische Software durch logisches Denken und nicht durch Datentraining.
Der FAZ sagte Raichelgauz: "Kein autonomes System sollte Perfektion für sich beanspruchen, aber unsere Technologie ist gezielt dafür entwickelt worden, mit komplexen und unerwarteten Verkehrssituationen umzugehen und nicht nur das zu wiederholen, was sie bereits kennt." Das komme dem nahe, was als gesunder Menschenverstand beim Fahren bezeichnet werde.
Zweiter Hauptsitz in München
Die Wahl auf den Teststandort München erfolgte nicht zufällig. Denn dort befindet sich bereits der zweite Hauptsitz von Autobrains. Dort sei man nicht nur in der Nähe von Autoherstellern und Partnern angesiedelt, sondern auch "im Zentrum einiger der weltweit strengsten regulatorischen Rahmenbedingungen, was die Entwicklung, Erprobung und Validierung unserer KI-Fähigkeiten innerhalb unserer europäischen Demoflotte unterstützt".
Der FAZ zufolge soll der Testbetrieb noch in diesem Jahr starten. Schon jetzt sollen Testfahrzeuge von Autobrains in München unterwegs sein. Zunächst sollen noch Sicherheitsfahrer die Funktionen der Robotaxis überwachen.
Neben Autobrains kooperiert Uber bereits mit mehreren anderen Robotaxi-Entwicklern, darunter Waymo, Rivian, Wayve, Verne, Lucid/Nuro und VW.
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