Autoakkus: Terra E baut Fabrik für Batteriezellen wohl in Deutschland

Das Frankfurter Unternehmen Terra E benötigt vier Milliarden Euro für den Aufbau einer Zellproduktion für Autoakkus in Europa. Der Standort müsse in der Nähe deutscher Autohersteller liegen.

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Während an Teslas Gigafabrik schon fleißig gebaut wird, fehlt für eine deutsche Zellproduktion noch die Finanzierung.
Während an Teslas Gigafabrik schon fleißig gebaut wird, fehlt für eine deutsche Zellproduktion noch die Finanzierung. (Bild: James Glover/Reuters)

Für den Bau einer großen Zellfabrik für Batterien für Elektrofahrzeuge benötigt das Frankfurter Unternehmen Terra E vier Milliarden Euro. Die Verhandlungen mit Investoren stünden kurz vor dem Abschluss, sagte Holger Gritzka, Chef der im Mai von 17 Unternehmen und Forschungsinstituten gegründeten Holding, der Wirtschaftswoche.

Im September will Terra E demnach entscheiden, wo die erste europäische Fabrik für die Fertigung von Batteriezellen gebaut werden soll. "Die Bewerbungen stapeln sich bei uns", sagte Gritzka. Der Standort müsse auf jeden Fall in der Nähe der deutschen Autobauer liegen. Deshalb werde der Standort der Fabrik wohl auch in Deutschland sein. Pro Gigawattstunde der jährlich gefertigten Kapazität seien 90 Mitarbeiter notwendig, sagte Gritzka. Geplant sei eine jährliche Produktion von Akkus mit einer Kapazität von 34 Gigawattstunden bis 2028. Demnach ginge es also um rund 3.000 neue Arbeitsplätze.

Bei der Finanzierung des Großprojektes soll laut Wirtschaftswoche auch das Bundesforschungsministerium helfen: Terra E habe einen Förderantrag für eine neue Prozesstechnik gestellt, die die für Ende 2019 geplante Zellfertigung günstiger machen solle.

Teslas Gigafabrik wird deutlich größer

Terra E hatte seine Gründung im Mai 2017 bekanntgegeben. Gründungsgesellschafter waren neben Gritzka die BMZ Holding, ein Hersteller von industriellen Batteriemodulen, sowie Ulrich Ehmes, ehemals CEO des Schweizer Batterieherstellers Leclanché SA. Wichtiger Bestandteil des Fertigungskonzeptes seien Ergebnisse, die im Rahmen des Projektes Giga-LIB entwickelt worden seien, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Hervorgegangen sei die Initiative aus dem Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien KLiB, dem 45 Unternehmen und Institute angehörten.

Zur Gründung von Terra E hatte das Bundesforschungsministerium darauf hingewiesen, "die Batterieforschung in Deutschland seit 2008 mit rund 400 Millionen Euro gefördert und neu ausgerichtet" zu haben. Deutschland zähle "wieder zur Weltspitze der grundlegenden Forschung, insbesondere bei Batteriematerialien und -zellsystemen, Leistungselektronik für Batteriemanagementsysteme und Fertigungsprozesse".

Verglichen mit Teslas Gigafabrik im US-Bundesstaat Nevada verläuft der Aufbau der Produktionskapazitäten bei Terra E aber deutlich langsamer. So will Tesla dort schon vom kommenden Jahr an jährlich Akkus mit einem Volumen von 35 Gigawattstunden produzieren. Bei Terra E soll das erst in zehn Jahren der Fall sein. Zudem will Tesla die Gigafabrik auf eine Kapazität von 150 Gigawattstunden jährlich erweitern. Damit könnten beispielsweise 1,5 Millionen Elektroautos mit einem Akku von 100 Kilowattstunden bestückt werden.

Hersteller wollen nur Batterien selbst bauen

Deutsche Autohersteller wie Daimler, BMW, Audi und VW sind derzeit von asiatischen Lieferanten abhängig. Terra E will als Foundry im Auftrag der Autobauer Batteriezellen fertigen.

Zuletzt hatte der Autokonzern Daimler angekündigt, künftig auch in seinem Stammwerk im baden-württembergischen Untertürkheim Batterien bauen zu wollen. Zudem hatte Daimler Ende Mai im sächsischen Kamenz den Grundstein für eine zweite Batteriefabrik der Firmentochter Accumotive gelegt. VW will angeblich ebenfalls Milliarden in eine eigene Batterieproduktion investieren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im Mai 2017 den Wunsch geäußert, dass neben Batterien künftig auch die Zellen in Deutschland produziert werden.

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