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Auto1 SVP Technology Kevin Graham: "Autohandel ist eine schöne mathematische Herausforderung"

Als Technikchef von Auto1 hat Kevin Graham ein immenses Wachstum in kurzer Zeit gemanagt. Trotz der Größe wird die meiste Software inhouse entwickelt.

Ein Interview von Maja Hoock veröffentlicht am
Kevin Graham ist fast so lange bei Auto1, wie es die Firma gibt.
Kevin Graham ist fast so lange bei Auto1, wie es die Firma gibt. (Bild: AUTO1 Group)

In einer Interviewreihe befragen wir Technikchefs zu ihrer Arbeit, ihren Einstellungskriterien und Trends. Zum Schluss gibt es noch ein Ein-Antwort-Spiel. Lasst uns im Forum wissen, welche Kandidaten und Fragen ihr euch zusätzlich fürs nächste Interview wünscht. Alle CTO-Interviews der Reihe sind hier zu finden.

Inhalt:
  1. Auto1 SVP Technology Kevin Graham: "Autohandel ist eine schöne mathematische Herausforderung"
  2. Wie die IT schnell mitwächst, wenn die Firma wächst
  3. IT-Bewerber in Echtzeit Probleme lösen lassen
  4. Windows, Mac OS oder Linux? Lieblingscharakter aus Star Trek?

Als der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 im Februar an der Börse debütierte, war das wertvollste deutsche Startup plötzlich zehn Milliarden Euro wert. Bekannt wurde es durch den Ankauf von Privatfahrzeugen und die Weitervermittlung an Händler. Langfristig soll die Expansion des Verkaufs an Privatkunden mehr Gewinn einbringen, unter anderem über die Auto1-Marke Autohero. Damit bekommen klassische Autohändler Konkurrenz aus dem Web.

Das enorme Wachstum der Plattform innerhalb kurzer Zeit bedeutet vor allem eine technologische Herausforderung. Essenziell ist dafür ein ambitionierter CTO, der die Skalierung der IT sinnvoll mitdenkt. "Unsere Technologie hat sich ständig weiterentwickelt", sagt der technische Leiter der Unternehmens, Kevin Graham. Der 43-jährige Senior Vice President Technology (Äquivalent zu CTO) leitet die Plattform-Entwicklung von Auto1 - aktuell aus seinem Berliner Homeoffice.

Graham begleitete die Skalierung vom kleinen Startup hin zur europaweiten Plattform - und einen Wechsel von monolithischen Strukturen zu einer Microservice-Architektur. Er gestaltet das Wachstum der Auto1-Plattformen auto1.com, autohero.de und wirkaufendeinauto.com technologisch, ist fast seit der Unternehmensgründung vor zehn Jahren dabei und hat alle grundlegenden IT-Neuerungen umgesetzt. Zuvor arbeitete er als Software-Ingenieur bei Groupon. Im Interview mit Golem.de erzählte der Doktor der Mathematik ursprünglich auf Englisch, weshalb die AWS-Migration für ihn so ein Highlight war.

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Golem.de: Herr Graham, Sie sind ein großer Technikfan. Wann haben Sie Ihren ersten Computer bekommen und was haben Sie damit gemacht?

Graham: Mein erster Computer war ein ZX Spectrum 48k plus, ich war acht Jahre alt und habe Manic Miner, Space Invaders und Jumping Jack gespielt.

Golem.de: Nach der Schule haben Sie sich für ein Mathematikstudium entschieden - warum?

Graham: Mathematik ist schön und mächtig. Je genauer man hinschaut, desto komplexer und vernetzter wird sie. Ideen aus einem Teil tauchen auf und werden in anderen, nicht verwandten Bereichen neu ausgedrückt, wodurch Brücken und neue Wege entstehen, etwas zu betrachten.

Golem.de: Was davon brauchen Sie bei Ihrer heutigen Arbeit besonders?

Graham: Der Aufbau von Systemen und Prozessen hat einen ähnlichen Charakter. Es geht darum, das Problem in Komponenten zu zerlegen und den wahren Charakter dieser Komponenten zu verstehen. Wenn man das weiß, kann man bessere Systeme bauen, die die Realität abbilden. Diese Realität ist eine großartige Grundlage für das nächste Feature und das Feature danach.

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Golem.de: Wie kommt man von theoretischer Physik und Stringtheorie zu einem Job bei einem Online-Autohändler? Vermissen Sie die Wissenschaft nicht?

Graham: Nach zwei Postdoc-Stellen in Paris und Berlin war ich bereit für eine Veränderung. Mit einem Freund gründete ich auf dem Höhepunkt des Social-Media-Hypes eine eigene Website für Events. Dann bin ich bei Groupon eingestiegen und über diese Kontakte zu Auto1 gekommen. Die Wissenschaft war eine Phase in meinem Leben wie die Universität oder die Schule.

Golem.de: Welche Aufgabe hat Sie technologisch bei Auto1 gereizt?

Graham: Die Frage, die mich zu Auto1 brachte, war: Wie kann man automatisch einen Preis für ein Auto festlegen? Eine schöne mathematische Herausforderung.

Golem.de: Wie sind Sie die Herausforderung angegangen?

Graham: Bei Auto1 ist maschinelles Lernen der Schlüssel für unsere automatisierte Preisgestaltung. In den letzten Jahren breitet es sich auch in immer mehr Ecken der Organisation aus, sogar außerhalb der Technikabteilung. Die Revolution des maschinellen Lernens wird weitergehen, daher sollte man mit den wichtigsten Konzepten vertraut sein: was es ist, was es kann und was es nicht kann.

Golem.de: Sie sind seit 2013 bei Auto1. Neben dem Einzug von maschinellem Lernen - wie hat sich das Geschäft seitdem noch weiterentwickelt?

Graham: Unsere Technologie hat sich ständig weiterentwickelt: Im ersten Jahr ging es darum, die Kernprozesse schnell zu digitalisieren, um das Unternehmen in Deutschland und Europa skalierbar zu machen. Um das zu erreichen, bauten wir monolithische Anwendungen, die an Geschäftsfunktionen gebunden waren und von einzelnen Entwicklern mit ihren Stakeholdern betrieben wurden. Als wir wuchsen, wurden aus Entwicklern Teams. Schließlich gingen wir zu einer Microservice-Architektur über. Anfang 2016 haben wir auto1.com grundlegend überarbeitet, da wir unsere Kauf- und Verkaufsaktivitäten auf ganz Europa verlagert haben. Heute sind wir in über 30 Ländern vertreten.

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Wie die IT schnell mitwächst, wenn die Firma wächst 
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