Abo
  • Services:

Auto: Wissenschaftler stellen Biosprit aus Holzabfällen her

Benzin aus dem Container: In einem europäischen Projekt haben Forscher eine mobile Anlage entwickelt, um Treibstoff für Autos aus Holzabfällen zu erzeugen.

Artikel veröffentlicht am ,
Mobile Anlage zur Erzeugung von Biosprit: Ökotreibstoffe von der Steuer befreien.
Mobile Anlage zur Erzeugung von Biosprit: Ökotreibstoffe von der Steuer befreien. (Bild: Tobias Hang/Fraunhofer IMM)

Biosprit ist zwar gut für die Kohlendioxidbilanz. Aber er hat trotzdem einen schlechten Ruf: Oft genug werden für den Anbau von entsprechenden Pflanzen Flächen verwendet, die für die Nahrungsmittelproduktion benötigt würden. Forscher haben im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes Biogo ein Verfahren zur Erzeugung von ökologisch unbedenklichem Biotreibstoff entwickelt.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. Brückner Maschinenbau GmbH & Co. KG, Siegsdorf

Die Idee ist, als Rohstoff organische Abfälle zu nutzen, die in großer Menge vorhanden sind und die für keinen anderen Zweck genutzt werden. "Holzabfälle und Baumrinden sind europaweit in großen Mengen verfügbar, werden bisher aber kaum genutzt. Das macht sie zu einem idealen Rohstoff - man muss sie nicht extra anbauen und tritt daher auch nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion", sagt Projektkoordinator Gunther Kolb vom Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme (IMM).

Die Holzreste werden zunächst erhitzt, bis sich ein Pyrolyseöl bildet. Dieses wird in Mikroreaktoren im ersten Schritt unter Zufuhr von Wärme, Luft und Wasserdampf zu Synthesegas umgewandelt. In einem zweiten Schritt wird aus dem Synthesegas Methanol gewonnen. Schließlich wird dem Methanol Sauerstoff entzogen, um das synthetische Benzin zu bekommen. "Die Herausforderung lag darin, den Prozess so zu optimieren, dass am Ende ein Treibstoff herauskommt, der sich chemisch nicht von Normalbenzin unterscheidet", sagt Kolb.

Katalysatoren ohne Edelmetalle

Bei den verschiedenen chemischen Vorgängen werden Katalysatoren eingesetzt. Normalerweise werden dafür Edelmetalle und Metalle der Seltene Erden verwendet. Forscher im Projekt Biogo nutzen stattdessen Nanokatalysatoren mit aktiven Substanzen.

Untergebracht ist die Anlage für die Erzeugung von Biosprit aus Holzresten in einem 40-Fuß-Container. Die mobile Raffinierie könnte so dorthin transportiert werden, wo die Holzabfälle anfallen, die verwertet werden sollen. Damit sollen Transportwege entfallen.

Die Forscher haben den Prototyp einer solcher Anlage fertiggestellt - der Container steht auf dem Gelände des Fraunhofer IMM in Mainz. Die Anlage soll in Zukunft so weiterentwickelt werden, dass in einem Container bis zu 1.000 Liter Ökotreibstoff am Tag produziert werden können.

Wirtschaftlich ist das Verfahren aber aktuell nicht, wie Kolb zugibt: "Bei den derzeitigen Ölpreisen ist die neue Technik nicht konkurrenzfähig. Entscheidend wird sein, ob wir in Europa wirklich von den fossilen Rohstoffen wegkommen möchten und dafür bereit sind, Ökotreibstoffe von der Steuer zu befreien oder ihre Herstellung zu subventionieren."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 29,95€
  2. 32,99€
  3. (-55%) 26,99€
  4. 24,99€

Eheran 05. Nov 2018

Und wenn es 1'000'000 Zwischenschritte gibt, was spielt das für eine Rolle? Es landes...

mxcd 05. Nov 2018

Uns wird hier vorenthalten, wieviel energie man da zusetzen muss. Ausserdem gibt es...

David64Bit 04. Nov 2018

Ich hab gestern für 1,55 getankt - Diesel. Die 2 Euro werden also nicht mehr lange weg...

Abdiel 04. Nov 2018

Es kommt von Fraunhofer, Unwürdiger! Das ist per Definition absolute Spitze und jeglicher...

x2k 02. Nov 2018

?? Der Prozess arbeitet co2 neutral Man könnte sogar Luft co2 einsammeln und daraus...


Folgen Sie uns
       


Dell XPS 13 (9380) - Test

Das aktuelle XPS 13 entspricht vom Gehäuse her dem Vorgänger, allerdings sitzt die Webcam nun oberhalb des Displays und vor dem matten Panel befindet sich keine spiegelnde Scheibe mehr. Zudem fallen CPU-Geschwindigkeit und Akkulaufzeit höher aus.

Dell XPS 13 (9380) - Test Video aufrufen
Zotac Geforce GTX 1660 Ti im Test: Gute 1440p-Karte für unter 300 Euro
Zotac Geforce GTX 1660 Ti im Test
Gute 1440p-Karte für unter 300 Euro

Die Geforce GTX 1660 Ti von Zotac ist eine der günstigen Grafikkarten mit Nvidias Turing-Architektur, dennoch erhalten Käufer ein empfehlenswertes Modell: Der leise Pixelbeschleuniger rechnet praktisch so flott wie übertaktete Modelle, braucht aber weniger Energie.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte Chip der Geforce GTX 1660 Ti ist überraschend groß
  2. Deep Learning Supersampling Nvidia will DLSS-Kantenglättung verbessern
  3. Metro Exodus im Technik-Test Richtiges Raytracing rockt

Display-Technik: So funktionieren Micro-LEDs
Display-Technik
So funktionieren Micro-LEDs

Nach Flüssigkristallanzeigen (LCD) mit Hintergrundbeleuchtung und OLED-Bildschirmen sind Micro-LEDs der nächste Schritt: Apple arbeitet daran für Smartwatches und Samsung hat bereits einen Fernseher vorgestellt. Die Technik hat viele Vorteile, ist aber aufwendig in der Fertigung.
Von Mike Wobker

  1. AU Optronics Apple soll Wechsel von OLEDs zu Micro-LEDs vorbereiten

Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX
  2. Geforce GTX 1660 Ti im Test Nvidia kann Turing auch günstig(er)
  3. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März

    •  /