Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Auto: Notbremsassistent verringert Zahl der Schäden

Einige Fahrassistenzsysteme verringern Unfallschäden merklich. Viele Autofahrer schalten sie ab – weil die Systeme zu aggressiv sind.
/ Tobias Költzsch
112 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Moderne Autos stecken voller Technologie, die die Fahrt sicherer machen soll. (Bild: Martin Wolf/Golem)
Moderne Autos stecken voller Technologie, die die Fahrt sicherer machen soll. Bild: Martin Wolf/Golem

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat anhand von Schadensmeldungen die Wirksamkeit von Fahrassistenzsystemen in Autos bewertet. Dabei wurden 17 Millionen Verträge und 600.000 Schäden ausgewertet. Die Analyse liegt dem Spiegel(öffnet im neuen Fenster) vor und stammt offenbar aus dem Jahr 2025. Die Daten decken die Jahre 2021 bis 2023 ab und stammen von Audi, Toyota und Volkswagen.

Der Analyse zufolge verursachen Fahrzeuge, die mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sind, zehn Prozent seltener Kfz-Haftpflichtschäden als vergleichbare Autos ohne einen solchen Assistenten. Bei Nutzung des adaptiven Tempomats mit Abstandsregelung, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Parkhilfen sinkt die Schadenshäufigkeit laut GDV um jeweils fünf Prozent.

In der EU sind seit 2024 zahlreiche Assistenzsysteme vorgeschrieben, unter anderem der Notbrems- und der Spurhalteassistent sowie die Müdigkeitserkennung. Fahrer können sie aber abschalten, wenngleich sie beim Neustart des Wagens wieder aktiviert werden. Der Notbremsassistent muss künftig auch Fußgänger und Radfahrer erkennen – Neuwagen müssen die Funktion ab sofort beherrschen.

Manche Fahrer sind von Assistenzsystemen genervt

Perfekt sind die Hilfssysteme nicht, weshalb viele Autofahrer sie vor Beginn der Fahrt ausschalten. In Tests von Golem haben wir etwa bemerkt, dass Fahrassistenten auf Autobahnen in bestimmten Situationen bremsen, in denen keine Bremsung notwendig ist. Auch gibt es immer wieder Spurhalteassistenten, die recht stark in die Lenkung eingreifen – wenngleich sich die Stärke eines solchen Eingriffs oft regulieren lässt, ohne den Assistenten komplett abzuschalten.

Der Analyse des GDV zufolge kann das Abschalten der Assistenzfunktionen direkte Auswirkungen und somit mehr Unfälle beziehungsweise Schäden zur Folge haben. Das mitunter aggressive oder auch penetrante Warnen könnte aber zu Ablehnung seitens der Fahrer führen, fürchtet auch Organisation Euro NCAP, die Crashtests durchführt. Bei den Tests soll künftig auch die Verständlichkeit und Akzeptanz der Assistenzsysteme überprüft werden.


Relevante Themen